Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 15)
- Language
- German
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490 ein böser Mensch (ohne dadurch Gottes Allmacht zu gefährden). Im Gesicht Sacharjas erweist sich Satan als verleumderischer Ankläger des Hohepriesters. In der Aggada erscheint der Satan vollends als böswillig,'als Feind Israels und des Guten. Ich teile auch die von Jung bekämpfte Meinung, daß Jesus bloß die damals im Volke lebende Anschauung vom Satan übernommen hat. Darin allerdings hat Jung recht, daß die Vorstellung von Engeln, die sich gegen Gott auflehnen, nicht im Judentum entstanden ist und sich am leichtesten aus dem persischen Dualismus ableiten läßt. Lehrreich ist die Zusammenstellung der Deutungen von Gen 126 נעשה אדם, von Gen 64 den Ehen der Gottessöhne mit den Menschentöchtern und ganz besonders von Jes 1412 איך נפלת משמים הילל שחד p; aus der Zusammenstellung wird klar, daß schon die alte jüdische Auffassung dabei an den König von Babylon denkt. Im Mittelpunkt der Ausführungen über die gefallenen Engel steht natürlich die Legende von Schemchazai und Azael (Uzza), für welche ja bereits M. Grünbaum die Legenden von Härüt und Märüt reichlichst herangezogen hat. Mit klar sehender Aufmerksamkeit verfolgt Jung die Entwicklung der Anschauung von den rebellischen Engeln im Islam. Hier begehen die fallenden Engel drei Hauptsünden: 1. Trunkenheit, 2. Unzucht, 3. Mord. Da Jung seine Arbeit eine ״study in comparative folk-lore“ nennt, hätte dieser Gegenstand weiter geführt werden können: zu der Legende von den drei Sünden des Einsiedlers und zu der Barsisa- Legende1. Wenn wir auch die von Jung behandelten Probleme nicht alle als gelöst ansehen können, läßt sich seiner inhaltreichen Abhandlung keineswegs Fülle des Stoffes und Gewissenhaftigkeit der Bearbeitung absprechen. Bilär, Fürst der Dämonen. פלך השדים(כתבי (beaiap ,ד״ר גרשם שלום, בילאר (בילאד כיליד האוניברסיטה העברית בירושלים מדעי היהדות כרך א/ ידיעות המכון Jerusalem 1926, s. 112—127. (111 למדעי היהדות Als Fürst der Dämonen ist allgemein Aschmodai bekannt. Doch die spätere Mystik begnügt sich nicht mit einem Fürsten, sondern kennt mehrere oder zumindest mehrere Namen für diesen Rang: neben Aschmodai noch Hind und Bilär. Der Namen Bilär ist leicht zu erklären. Das hebräische בליעל ward griechisch und syrisch Beliar, daraus Bilär und Biläd, wie auch der Wezier des Königs der Dämonen heißt, im Streit von Tier und Mensch (ed. Dieterici). Ob Bilär nur eine andere Benennung für Aschmodai ist oder ob er an die Stelle Aschmodais getreten, hängt davon ab, ob Dämonen sterblich sind. B. Chag. 16a lesen wir von ihnen: ומתים כבני אדם, 1 Ich seihst habe dem Gegenstände zwei Aufsätze gewidmet, die beide der Aufmerksamkeit Jungs entgangen sind: 1. La chute des anges, Schemhazai, Ouzza et Azagl RE J 1910, LX, 202—212. 2. Die Legende von den drei Sünden des EinsiedLers und vom Mönch Barsisa. Ungarische Rundschau 1,653—693.