Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 12)
- Language
- German
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487 S. 50 מנטד מגיא womit Targ. Sch. שמרי הסף (nach dem geraden Wort» sinn wären es Schwellenhüter) übersetzt, bedeutet nicht Schiisselbewahrer, sondern Trinkschalenbewahrer, da in ihnen vergifteter Trank gereicht wird. S. 52. Die Schwierigkeit im Targ. Sch. ist zu lösen, wenn man. יתת רעיש zu einem Worte verbindet יתתרעיש ולא עבר תהומא das Meer bäumt sich gegen seine Grenze, kann sie jedoch nicht überschreiten, eigentlich die Uebersetzung von Jirm 522 ויתגעשו ולא יוכלו והמו גליו ולא יעברנהו. S. 56. מכל עם nicht ,,des ganzen Volkes“, sondern ,,aller Völker“. S. 69 findet Sulzbach den Text verderbt. Der Text ist tadellos, sein Sinn ist aber: ,,Ist Haman denn stärker als Gott, ist er stärker als Amalek, stärker als die 31 Könige, stärker als Sisera“. S. 92 Anm. Es handelt sich nicht um ,,die Parabel der Bäume“, sondern um ihren Wettstreit. S. 93. Polymarchen 1. Polemarchen. S. 105 Anm. 3. Anzuführen wäre Rosch Hosch. 3b הוא כורש הוא דריוש הוא ארתחשםת&. S. 107. איעקא übersetzt Levy, Neu hebr. u. chald. Wtbuch I, 114 mit Schwan. S. 109. Daß מלכותא דשבא die Himmelskönigin Astarte bezeichnen sollte,;klingt so phantastisch wie so manche Aufstellung Cassels, die Sulzbach mit Recht bekämpft. S. 116 (35). Zu רדידין Wäre doch auch JTes 323, Hohelied 57 zu bringen. S. 117. Ueber Jesus in Aegypten s. auch B. Sanh. 107b und die Angaben bei Strack und Dalman. Jetzt auch H. Stourdze, La fuite en Egypte de Josue b. Perahya et l’incident avecson pretendu disciple Jösus (REJ 1926, LXXXII, 133—156). , Ernstere Bedenken als gegen einzelnes hege ich gegen die Tendenz des Buches. Sulzbach möchte das Targum Scheni als Erbauungsbuch ins Judentum eingeführt sehen. Dazu finde ich T. Sch. vollkommen ungeeignet. In zahlreichen andern Werken der reichen Midraschliteratur äußert sich der sittliche Geist der Aggada viel würdiger. B, Religiöse Vorstellungen. 1• Der Messias• Messias - Legenden. Gesammelt von Micha Josef bin Gorion. Tübingen (Al. Fischer) 1926. 63 S. Das Erscheinen der bedeutsamen großen Sammlungen ben Gorions fällt in die Zeit vor dem Jahreszyklus unseres Berichtes, — wenngleich der ,,Born Judas“ im Jahre 1924 nach dem Tode des Verfassers neu herausgegeben wurde. Ben Gorions Werke fanden viele Lobredner, den Berufensten in Hugo Greßmann (Inselschiff, Ostern 1924, S. 121—126). Stofflich rühmt er am Born Judas: ,,weil so verschiedene Märchenströme in ihm eingemündet sind, könnte man ihn fast ein Kompendium der Märchenliteratur nennen“. In der Bearbeitung sieht er volkstümlich künstlerische Form mit ״höchster Wissenschaftlichkeit“ vereint. Hinter dem Stoffe verschwindend, bietet Bin Gorion Quellenwerk, erhellt aber durch Nachweise und Ergänzungen auch Ursprung und Zusammenhang. Die von Greßmann anerkannten Vorzüge zeigen sich auch im Büchlein über die Messiaslegenden. Auch hier ist mit bewundernswerter Belesenheit Wertvolles geboten und zwar in folgenden Abschnitten: Der vorweltliche Messias. In Bethlehem und Jerusalem. Der weinende Messias. Vom gefangenen Messias. Messias, der Rächer.