Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 485 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829935-2829942-2833677--47254-2833749- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
485 seinem Kopfe greift und sich dadurch verrät (S. 26). S. Rescher in der Zeitschrift ״Der Islam“ 1925, S. 392 The Otter-Children (S. 30 bis 32), ein vorbildliches Kettenmärchen, Bauopfer (S. 68), Seelenvogel (S. 87), Tochter Salomos als Melusine, halb Weib, halb Fisch (S. 93), Ordalia (S. 125), Sündenvergebung angedeutet durch Aufblühen der Knospen (Tannhäuser), Töten des Baumeisters (Daedalusmotiv) (S. 134), Blumenprobe (S. 145), Wetteifer der Geister in Schnelligkeit (das in Lessings 17. Literaturbrief angeführte Faustbuchmotiv). An Seymours Buch ist Vieles zu rühmen1. Besonders gelungen scheinen mir der Abschnitt über Salomo im Exil, wo die jüdische und die muhammedanische Legende und ganz vorzüglich der Abschnitt über die Königin von Saba, wo Jüdisches, Muhammedanisches und Abessynisches sauber geschieden wird. Das Ganze bietet eine schöne, gute volkstümliche Sammlung der reichen Sage über Salomo. 5. Zur Salomosage und Anderes. Targum Sehen! zum Buch Esther. Uebersetzt und mit Anmerkungen versehen von Prof. Dr. A. Sulzbach• Frankfurt am Main. J. Kauffmann Verlag. 1920. 118 S. 8°. Preis brosch. 1.60 Mk., geb. 2.50 Mk. Die Besprechung einer neuen Uebersetzung des Targum Scheni zu Esther schließt sich leicht an die Erörterung der Salomosage, da ja in diesem Targum an aggadischem Stoffe vorzüglich der Thron Salomos und der Besuch der Königin von Saba zur Geltung kommt. Andererseits fügt sich Sulzbachs Buch schwerer in den Rahmen dieser Sammelbesprechung, da Sagengeschichtliches in den Fußnoten und in den Schlußanmerkungen wenig berücksichtigt wird. Wir versuchen es, Sulzbachs Arbeit nach dieser Richtung teilweise zu ergänzen. Daß man in Babylon nicht an den Tod Nebukadnezars glaubt, sondern seine Rückkehr erwartet (Sulzbach S. 15), gehört in den Kreis der Sage vom zurückkehrenden König, vom Kyffhäuserherrscher. S. oben S. 388. Für die Ordalia, mit denen David und dann Salomo beim Urteil den Gerechten vom Ungerechten zu scheiden wußten (Sulzbach S. 20), könnte als Beispiel in der muhammedanischen Legende die Gerechtigkeitsglocke Davids dienen, welche nur der ziehen kann, der im Rechte ist (jetzt bei Seymour S. 16) oder der Raum, der beim Eintritt eines Gerechten weiß erglänzt, beim Eintritt eines Sündigen sich verdunkelt (jetzt bei Seymour S. 125). Darüber, daß Salomo die Sprache der Vögel, der Haustiere, des Wildes versteht, siehe jetzt Seymours V. Kapitel. Für die Rätsel der Königin von Saba (Sulzbach S. 30, 31) wäre doch zumindest die mustergültige Arbeit von Wilh. Hertz (Gesammelte Abhandlungen S. 413—455) zu befragen. Der Thron Salomos gibt Sulzbach (S. 106, 107) Anlaß zu einer Anmerkung über derartige Automaten. Auch in der Wirklichkeit 1 Keineswegs die Illustrationen, — die scheinen mir ganz unzutreffend, dem feinen Geschmack des Buches widersprechend.