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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 6 · p. Seite 473

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 6
Article
Unveröffentlichte Aktenstücke zur Judenfrage auf dem Wiener Kongreß (1814-15)
Date
1926-01-01
Page
Seite 473 (sequence 17)
Language
German
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473 XL J Der Ueberbringer dieses Schreibens Herr Meyer Amschel Rothschildt aus Frankfurt!! am Mayn, welcher von Seiten des Englischen Gouvernements mit der Auszahlung der Subsidien Gelder und Credit Billets beauftragt ist, und dem ich bey diesem Geschäfte kein andres, als ein günstiges Zeugniss geben kann, wünscht Ew. Durchlaucht sowohl persönlich als wegen der Angelegenheit, welche die Israeliten auf dem dortigen Congress wegen Verbesserurig ihrer Verfassung in Deutschland betreiben sollen (von der ich aber übrigens sehr wenig weiss)’besonders empfohlen zu werden. Ich habe der obigen Verhältnisse wegen diese Bitte nicht wohl ablehnen können, stelle aber übrigens Ew. Durchlaucht gehorsamst anheim, welchen Werth Sie auf diese Zeilen legen wollen, bemerke jedoch dabey dass das Rothschildiscbe Haus eins der reichsten auf dem festen Lande ist, und dass dasselbe besonders wünsche (?) mit Preussen Geschäfte zu machen, welches, sobald wir des fremden Credits einmal sehr bedürfen sollten, von Wichtigkeit ist. Ich beharre mit den verbindlichsten (?) Gesinnungen Ew. Durchlaucht ganz gehorsamster Diener und Vetter Bülow1. XII2. Durchlauchtigster Fürst Gnädigster Fürst und Herrl Indem ich es mir gestatte Ew. Hochfürstlichen Durchlaucht das nebengehende Schreiben des Herrn Finanz Ministers von Bülow Excellenz unterthäriigst zu übermitteln, erfülle ich zugleich im Nahmen von Zehn Tausend Israelitischen Einwohnern der Hanseestädte, die meinem Herzen so theure Pflicht, Ihnen gnädigster Herr, den ehrerbietigsten und gerührtesten Dank für. den Grossmüthigen Schutz darzubringen, durch welchen Sie die bürgerliehe Wohlfarth so vieler Tausende begründet, und das Glük ganzer Generationen geschaffen haben werden. Zahllose Familien werden Sie Gnädigster Herr als ihren Retter, ihren Wohlthäter seegnen und die Nachwelt neben den grossen Verdiensten Ew. Durchlaucht auch das anerkennen, so viele Tausende im Schoose Teutschlands gebohrner und wohnender Menschen befähigt zu haben, Teutschlands nüzliche und brauchbare Bürger zu seyn. Indem ich im Nahmen der Hanseatischen Israeliten zu erbitten wage, dass Deputirte aus ihrer Mitte die vom Ehrfurchtsvollsten Danke beseelten Gesinnungen Ihrer Mitbrüder, Ew. Hochfürstl. Durchlaucht Persönlich mögen bezeugen dürfen, unterfange ich es mich die Jüdischen Glaubensgenossen Teutschlands allgemein unter Ihren erhabenen Schutz zu stellen, und ersterbe mit dem tiefsten Respect Durchlauchtigster Fürst Gnädigster Fürst und Herr Ew. Hochfürstl. Durchlaucht unterthänigster Carl August Buchholz Dr. Wien den Ilten Januar 1815. 1 v. Bülow, der schon als Oberlandesgerichtspräsident an den letzteh Verhandlungen vor dem Edikt vom März 1812 teilgenommen hatte (vgl. Freund a. a. O. 1,197 ff. und 226), war zu dieser Zeit bereits preußischer Finanzminister, und als solcher an der klaglosen Durchführung der mit der Aus- Zahlung der. englischen Subsidien an die kontinentalen Verbündeten verbundenen Transaktionen lebhaft interessiert. — Dieses undatierte Schreiben ist zusammen mit dem folgenden am 18. Januar in der preußischen Registratur eingelangt. 2 Dieses Schreiben wird —wie erklärlich — am 15. Januar von Hardenberg ,,ad acta“ heschieden.

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