Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Unveröffentlichte Aktenstücke zur Judenfrage auf dem Wiener Kongreß (1814-15)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 472 (sequence 16)
- Language
- German
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472 verehren! Ein Federzug kann alle diese Menschen dem Genüsse ihres bürgerliehen Glükkes wiedergeben, welches zu verliehren sie wahrlich so wenig verdienten! Die Mächtige Verwendung Preussens, Glorreich wie die Verwendung Englands bey Spanien, wird von einem schöneren grösseren Erfolge gekrönt seyn! Mag ich es wagen dürfen für die Unterdrükten sie zu erflehn, mag ich einer Hoffnung mich überlassen dürfen zu deren Erfüllung1 auch des Herrn Ministers von Grote Excellenz mit warmem Eifer die Hand bieten würde. Üm mich als den Deputirten der Israelitischen Gemeinden der Hanseestädte bey Ew. Hochwohlgebohren zu legitimiren wage ich ein Duplieat meiner Vollmachten anzuschliessen. Aus ihrer Mitte selbst würden sie demnächst die Würdigsten wählen, um die Gesinnungen der ehrfurchtsvollsten, ewigen und unauslöschlichen Dankbarkeit als eine schwache Huldigung Aller, Ihren Grossmüthigen Rettern auszudrükken. ich habe die Ehre mich mit der grössten Ehrerbietung zu unterzeichnen Ew. Hochwohlgehohren ergebenster Wien den 26sten December 1814 Buchholz Dr. Kärntnerstr. No. 960 I. Stok. X. Die jüdischen Glaubens-Genossen in denjenigen Staaten Deutschlands in welchen die Rechte der Bürger ihnen bis jetzt versagt sind, haben nach einer gemeinschaftlichen Berathung sich überzeugt, dass sowohl nach dem Geiste und den Bedürfnissen der Zeit, als auch nach den erhabenen Absichten der\ hohen verbündeten Mächten ein Zeitpunct wie der Gegenwärtige, in welchem die Wohlfarth der Völker und die Rechte der unterdrückten Menschheit gesichert werden sollen, geeignet sey ihren gerechten Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen Eingang zu verschaffen. Als den Vertreter ihrer Rechte, als den Sprecher dieser für Zeit und Nachwelt heiligen Angelegenheit, haben sie den Herrn Doctor Carl Au gust Buchholz abgeordnet um sich persönlich nach Wien zu begeben und allso für sie zu handeln, wie sie es von seinen Einsichten und seinem Herzen erwarten zu dürfen glauben. Die jüdische Gemeinde zu Hamburg, legitimirt in dieser Hinsicht gedachten Herrn Doctor Carl August Buchholz durch gegenwärtige Akte, welche von den Vorstehern unterzeichnet und mit dem Gemeinde Siegel bekräftigt ist. So geschehen zu Hamburg den Siebenten des Monathes November Achtzehnhundert Vierzehn. Die Vorsteher der hiesigen Israelitischen Gemeinde: Suskind Hersch Oppenheim ־ ־ ■־■־•;. ־' Adolph Embden Bresselau Notar1. L. S. Administration der israelitischen Gemeinde Fast wörtlich übereinstimmend sind auch1 die Vollmachten der Lübecker und Bremer Gemeinde. Für die erstere zeichneten am 24. November 1814: Moses Bloch2 und Heymann Liefmann3 (L. S. קהל בל*בעק?), für Bremen fertigte .am 12. Dezember 1814 B. G. Schwabe4 (L. S. Administration der israelitischen Gemeinde). 1 Alle drei auch Mitglieder der am 2. Juni 1814 zur Wahrung der jüd. Bürgerrechte eingesetzten ,,Israelitischen Reorganisations - Commission “ in Hamburg. Vgl. Haar bleicher a.a. O. S. 122. v, 2 Die/leitende^Rersörilichkeit der Lübecker Juden. Vgl. Carlebach a. a. 0. S:!Sl־f: Uv61 ׳ ff. 1 3 Mitglied der angesehensten jüd. Familie des Ortes. Vgl. ebenda S. 49. 4 Benedix Gumpel Schwabe, jetzt und später der Vorsteher der Juden in Bremen. Vgl. Judenfr. S. 99 f.