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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1926-01-01
Page
Seite 421 (sequence 4)
Language
German
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421 Zunächst Mech Ex. 12, 15. Die Uebersetzung ist jedoch unrichtig־. Der Irrtum ist dadurch entstanden, daß die Worte אי עד יום האחד ועשרים übersehen und dann die Worte ודיל שבעת ימים mit den darauf folgenden מצות תאכלו לעשות הראשון חובד. zusammengezogen wurden. Die richtige Uebersetzung ist: ״Sieben Tage“ mit Einschluß des ersten Feiertages. Du sagst so, oder ist nicht vielmehr gemeint mit Ausschluß des ersten Feiertages? Die Schrift lehrt sagend: ״Bis zum 21. Tage (es muß somit der erste Feiertag, nämlich der 15. Nisan, eingeschlossen sein; sonst wären es nur sechs Tage). Wenn es aber heißt: ״Bis zum 21. Tage“ könnte ich da nicht meinen, daß ich den auf den Zwanzigsten folgenden Tag ausschließe (nach dem Grundsatz: עד ולא עד בכלל das Wörtchen ״bis“ schließt aus und nicht ein)? Die Schrift lehrt sagend: ״Sieben Tage“ (ohne den 21. Tag wären es aber nur sechs). Damit ist die Mechiltasteile za Ende. Das Weitere ist eine Ableitung für sich, wie aus der Parallelstelle zu 13, 6 zu sehen ist. In gleicher Weise irrig ist die Erklärung der Jeruschalmistelle Pes I, 27a, 29 (S. 814 oben). Das gerade Gegenteil wird dort gesagt: ואם לומד oder will etwa diese Schriftstelle (Ex 1217 und 13) besagen, daß das Essen der Mazzoth schon am Vierzehnten beginnt? Das ist doch nicht möglich; denn es heißt: ״Bis zum 21. Tage des Monats“ (inklusive, es wären dann acht Tage und nicht sieben). Auch aus Pes 36a (S. 814 unten) ergibt sich nicht, daß der 14. Nisan als erster Feiertag bezeichnet wurde. Denn יומא קמא bezieht sich dort offenbar auf den ersten Abend, mit dem der erste Feiertag beginnt und. an dem das Mazzothessen eine Pflicht ist, während es in der übrigen Festzeit dem Belieben (דשות) anheimgestellt wird. Was Billerbeck nicht envähnt, ist, daß nach R. Nachm an b. Jizchak (Pes 5 a) jene, welche אך ביום הראשון (Ex 1213) auf den 14. Nisan bezogen (die Schule Jisclimaels Pes. 8a und R. Jehudah p. Pes I, 27c), ראשון hier im Sinne von ״vor, vorangehend“ nahmen, damit vergleichend Hiob 157: הראשון אדם חולד Bist du vor Adam geboren? Als sicher kann jedenfalls angenommen werden, daß sie dieses ראשון nicht in der Bedeutung ״erster Feiertag“ nahmen; sie folgten bloß einer Deutungsnotwendigkeit.. Eine solche Notwendigkeit, den 14. Nisan als ersten Tag des Ungesäuerten zu bezeichnen, lag für die Evangelisten nicht vor, und darum bleibt für sie die Schwierigkeit in unverminderter Stärke bestehen. Eine gute Lösung ist die Vermutung Clnvolsons, daß der ursprüngliche aramäische Text ביומא קמי דפסחא lautete und der Uebersetzer das קמי (vor) mit קמא (erster) verwechselte. Der Exkurs über den Todestag Jesu schließt mit dem Versuch, die Differenz zwischen den Synoptikern und dem 4. Evangelium in der Datierung dieses Tages (im 4. Ev. ist es der 14. Nisan) durch die Annahme von Jechiel Lichtenstein (hebr. Kommentar zu Matthäus, Leipz. 1913, S. 122 ff.) zu beheben, daß damals zwischen Pharisäern und Sadduzäern über den 1. Nisan, also auch über den 14. dieses Monats, eine Meinungsverschiedenheit bestand. Die Pharisäer wollten den Monats anfang einen Tag früher ein treten lassen, um ein Fallen des Wochenfestes auf einen Sonntag zu verhindern. Dagegen ist folgendes Zusagen. Die Differenz zwischen den Synoptikern und Johannes besteht nicht bloß im Datum des Todestages, sondern auch in der Berichtersfcattung über die letzte Mahlzeit. Vom 14. Nisan als Todestag ausgehend, vermeidet das 4. Evangelium offenbar absichtlich alles, was die Meinung aufkommen lassen könnte, daß es sich um das Passahmahl handelte. Johannes 1321 steht dazu nicht in Widerspruch; denn man pflegte mit den Einkäufen für das Fest nicht bis zum letzten Tage vor demselben zu warten. An diesem Tage hatte man mit dem Schlachten des Passahlammes, der Zubereitung des Festmahles, der Säuberung der Wohnung und der Kleidung und dergleichen genug zu tun. Noch weniger wartete man mit den Gaben für die Armen bis zu einer Zeit, in der es für sie zu spät war, um noch Vorbereitungen für das Fest treffen zu können. — Es ist ferner nicht wahrscheinlich, daß an dem ersten Feiertag nach Rechnung der Pharisäer die Sadduzäer es hätten w^agen können, im Heiligtum Handlungen vorzunehmen, als ob noch Werktag wäre. Geringere Abweichungen haben zu verhängnisvollen Tumulten geführt. Wäre schließlich den Pharisäern so viel daran gelegen gewesen, das Fallen des Wochenfestes auf einen Sonntag zu verhindern, so hätten sie einfach die kalendarische Bestimmung getroffen, daß der 15. Nisan niemals

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