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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 422

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1926-01-01
Page
Seite 422 (sequence 5)
Language
German
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422 auf einen Sabbath fallen könne und diese Bestimmung wäre eine Regel des jüdischen Kalenders für alle Zeiten geworden. Für jene, die den Apostel Johannes nicht für den Verfasser des 4. Evangeliums halten, ist die Sache einfach. Dem Verfasser erschien es ausgeschlossen, daß Jesus an einem Feiertag verurteilt und hingerichtet worden sein soll, und so richtete er sich nach der jüdischen Tradition, der ja auch Paulus gefolgt zu sein scheint (s. S> 841). In der Sache selbst dürften die Synoptiker das Richtige haben. Denn sonst wäre es unbegreiflich,, wie es zu einer solchen Ansetzung des Todesdatums kommen konnte. Damit ist aber, ־wie schon erwähnt, der Beweis gegeben, daß die jüdische Behörde mit der Hinrichtung nichts zu tun hatte. Zum Schluß sei noch auf das ausgezeichnete Sach- und Personen- Verzeichnis zu Band I und II hingewiesen. Ratibor. J. Krengel. Isaak Heinemann: Die Lehre von der Zweckbestimmung des Menschen im griechisch-römischen Altertum und im jüdischen Mittelalter. Breslau. M. & H. Marcus, 1926, 104 S. An einem glücklich gewählten Einzelproblem beleuchtet die ungemein feinsinnige und ergebnisreiche Untersuchung Heinemanns die Frage der Fort- Wirkung des griechischen Denkens im jüdischen Mittelalter. Dabei handelt es sich um ein Zwiefaches: um die genaue quellen kritische Ermittelung der Herkunft der von der jüdischen Philosophie übernommenen griechischen Lehren und um das geistesgeschichtliche Verständnis der Wirkungen, welche die griechische Philosophie auf das Judentum ausübte. Nach beiden Richtungen hin bedarf die bisherige Forschung zweifellos der Weiterführung. An den bisher geleisteten Nachweis namentlich der aristotelischen und neuplatonischen Grundlagen der islamischen und jüdischen Philosophie muß sich die Fest- Stellung der speziellen Formen dieser Systeme schließen, die auf die islamischen und jüdischen Denker gewirkt haben. Dabei ist insbesondere die längst vorandene Einsicht in die Abhängigkeit des mittelalterlichen Aristotelismus von den antiken Aristoteleskommentaren auch im Einzelnen nutzbar zu machen. Ferner aber ist die bisher überwiegende literargeschichtliche Betrachtung durch die ideen- und geistesgeschichtliche zu ergänzen und die Durchdringung islamischen und jüdischen Geisteslebens mit griechischem Gedankengut innerlich zu verstehen. Wie nach beiden Beiten hin die Arbeit weiter zu führen ist, zeigt die vorliegende Untersuchung mit bestem Erfolg. Sie behandelt die Lehre van der Zweckbestimmung des Menschen von ihrem ersten Auftreten in der griechischen Philosophie bis zum Ausgang der jüdischen Philosophie des Mittelalters. Die Zusammenfassung der antiken und der mittelalterlichen Gedankenbewegung zu einer Entwicklungsreihe läßt sowohl die Kontinuität der Problementwicklung wie die Umbildung der Gedanken auf jüdischem Boden klar hervortreten. Der Ursprung der Lehre wird bei Aristoteles aufgezeigt, jedoch nicht bei dem reifen Aristoteles, der das Verhältnis von Welt und Gott so faßt, daß von einer Zweckbestimmung des Menschen nicht gut die Rede sein kann, sondern bei dem jungen Aristoteles, dessen Anschauung aus Jamblichs ״Protreptikos“ erschlossen wird. Das Denken, das auch beim späteren Aristoteles höchstes Lebensideal bleibt, ist dort der Zweck des Menschen, um ״dessentwillen Gott und Natur ihn erzeugt haben4‘. Der von Aristoteles später selbst fallengelassene Gedanke wird dann durch die nacharistotelische Philosophie hindurch verfolgt. Er findet sich in der älteren und jüngeren Stoa, im Neuplatonismus, jedoch mit der wichtigen Ausnahme Plotins, in der hermetischen Literatur und bei einigen Aristoteleskommentatoren. In der jeweiligen Fassung des menschlichen Lebenszwecks spiegelt sich der Wandel der letzten Lebensideale sehr charakteristisch wieder. Diese auch für die Geschichte, der griechischen Philosophie selbst wichtigen Resultate werden dann der quellen kritischen Untersuchung der Bestimmungslehre bei den jüdischen Philosophen zugrunde gelegt. Besonders schön wird der hermetische Ursprung des Zwiegesprächs zwischen Seele und Verstand im 3. Buch von Bachjas ״Herzenspflichten“ nachgewiesen. Daneben steht die Bestimmungslehre der jüdischen Neuplatoniker und Aristoteliker im Mittelpunkt. Von den Neuplatonikern haben Isaak Israeli, Salomo ibn Gäbiröl

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