Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Schreiberfamilien: I. Chronik 2, 55
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 4)
- Language
- German
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413 Zweck genügt jedoch die Feststellung, daß es sich um Ortschaften im Süden des Stammgebietes Judas handelt, aus denen die Schreiberfamilien stammten. Es ist nun zu untersuchen, ob diese Erkenntnis mit den sonstigen Daten unseres Verses übereinstimmt. Dies ist wirklich der Fall! Unsere Familien waren Keniter, von denen wir wissen, daß sie in einer Zeit — nach der tannaitischen Ueberlieferung zur Zeit des ersten Tempelbaues1 — im Süden Judas, und zwar im Negeb 2צרד sich niederließen (Richter 11Q). Auch das Ortsverzeichnis jos 1522 enthält in dieser Gegend einen Namen קינה, ebd. 57: }הקל, die wohl sicher mit קיני (vgl. hier die Vokalisation הלןלנים!) in Zusammenhang stehen3. Es ist ferner I Sam 156 zu vergleichen, wo wir die Keniter gleichfalls im Süden finden. צרד (heute Teil 'Arad) liegt nur etwa 12 km von שמע und 20 km von ש1כה entfernt. Die Gegend stimmt also. Unser Vers enthält ferner eine Angabe betreffs Abstammung der drei Keniterfamilien: sie kämen von Hammat, dem Vater von בית רכה. Die allgemein akzeptierte Kombination von בית רכב mit dem בית הרכבים, den Rechabitern (Jer 35), ist nicht annehmbar. Die Rechabiter führten ihre Abstammung n i c h t auf חמת, sondern auf יונדב בן רכב zurück (vgl. Jer 356, 8, 10, 14, 16 und s. II Kön 1015). Es wird auch nirgends gesagt, daß sie Keniter wären. Daß Jehu dem Jonadab ben Rechab in der Nähe von Schömrön begegnet, spricht eher für den Umstand, daß sie ihren Wohnort nördlich von Jerusalem, nicht im Süden Judas, hatten. Die vom Propheten den Rechabitern zuteil gewordene Verheißung, daß es ihnen nie an Nachkommen fehlen werde, die ״vor Gott" stehen, ist während des zweiten Tempels in Erfüllung gegangen: wir treffen ihre Nachkommen — wenn auch nicht beim Mauerbau Nehemias4 — so jedenfalls im Tempelhofe als Mitglieder einer Familie, die Holzopfer für den Altardienst des Tempels lieferte5. Sie heißen an einer alten Stelle בית שרתי מים ,,Haus der Wassertrinker"6. Aus einer späteren Quelle erfährt man, daß R. Jose ben Halaftas Familie ihre Herkunft von Jonadab ben Rechab ableitete7. Die tannaitische Ueberlieferung weiß, daß Mitglieder der Rechabiterfamilien auch nach der Zerstörung des Tempels als Mitglieder des 1 S. die in Anm. 6 angeführten Stellen, ferner Ab. dRN. 35, Sifre Deut. 352, Midr. Tann. 217. 2 So ist nach dem Bibeltext statt ערוד (Sifre Num) bezw. עדר (Sifre Deut) zu lesen. Derselbe Name steckt in Sifre zutta 76 Z. 5 v. unten: יש אדם למד תורד ב ע יי ר ובר, wo also zu lesen ist: בערד. 3 Vgl. auch Richter 4קין — .קיני :״.. 4 •Neh 3i4 ,,nicht ein ,,Rekhabiter“ (E. Meyer, Entstehung des Judentums 117), da ein solcher sonst רה בי heißt“ ( König, Wb. 443a). 5 Mischna Ta‘anit IV, 5. 6 Mechilta 23b, MdRSb J. 923 מעשה באחד שאמד קרבן בית שותי מים היום; יצאה בת קול מבית קדש הקדשים ואמרה (להן); מי שקבל קרבן אבותיכם במדבר הוא יקבל קרבנבם בשעה זו. 7 j... Ta£an IV. 2 (68a, 7 v. u.) מגלת יוחהין מצאו בירושלם .♦ . ר״ יוסי בירבי חלפתא מבני יוגדב בן רבב♦