Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Schreiberfamilien: I. Chronik 2, 55
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 412 (sequence 3)
- Language
- German
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412 wurde erfüllt: die genannten drei Schreiberfamilien wurden seine Insassen (חושבים ־ ישבי יעבץ). Die Leute unserer Schreiberfamilien hießen also ,שבעתים ,תל5תים שובתים. Ein Familienname wird in den Genealogien der Chronik seltener vom Namen des Ahnen, häufiger vom Namen des Wohnortes gebildet1. Der erste Fall liegt hier offenbar nicht vor : שמע als Personennamen ist wohl bekannt2, dagegen sind!תרעד und שוך oder שובה offenbar keine Personennamen. So muß die zweite Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Beachten wir zunächst den dritten Namen שובתים. Dieser, von der Masora so vokalisiert, ist aus dem Ortsnamen li ש 1 ב gebildet, wie man etwa von צלעתי — צרעה sagte (453)3. Diese Familie stammte also aus einem Orte!שוכרי, deren es zwei im Stammgebiete Judas gab: 1. in der Schefelä (Jos 1535); 2. in der Gebirgsgegend (ebd. 48). Welcher dieser beiden Orte für die Schreiberfamilie zu verwenden sei, werden wir bald sehen. — Betreffs des Ueberganges des ö in ü (in שובתי) vor einem כ sei auf den galiläischen Ortsnamen 2<oyavq, hebr. פיכני, heute S u c. h n i n hingewiesen4. Auch den Ort der שמעתים kennen wir. Er ist gleichfalls im Ortsverzeichnis Judas genannt und heißt שמע (Jos 1526). Aus שמע ist ®)שמעתי statt שמעי nach der Analogie von ®)שובתי gebildet. Der Ort שמע — an anderer Stelle (neben Be'er Scheb'a) שבע genannt (Jos 192) wird mit Recht mit dem heutigen Hirbet es־S a‘w i nordöstlich von B e'e r Sehe b‘a gleichgesetzt5. Das dürfte ein Hinweis darauf sein, daß wir den Stammort der שובתים nicht in der Schefelä, sondern gleichfalls im Süden Judäas, in dem 16 km südwestlich von Hebron gelegenen Hirbet Suweke zu suchen haben. Ein Ortsname, von dem der Familienname der תרעתים abgeleitet werden kann, ist in dieser Gegend nicht bekannt. Wohl aber erscheint in der Liste der im Süden Judas wohnhaften Simeoniter in X Chron 4S1 ein שעדים. Spuren aramäischen Einflusses sind im Negeb schon von anderen festgestellt worden6, so dürften wir kaum fehlgehen, indem wir im Familiennamen der תלעתים die aramäische Bezeichnung von שעלים, etwa תלעא* vermuten7. Für שעלים ist bis heute noch keine Gleichsetzung gefunden8; für unseren 1 Vgl. 2ßa-M, wo folgende nach Ortschaften benannte Familien Vorkommen: 'הצרעי ,המנחתי ,נפזופתי ,האשתאלי ,הצרעתיי. In 53 scheinen המשרעי ,השמתי ,הפדתי ,היתרי von Personennamen gebildet zu sein. 2 S. Königs Wb. 8 Sonst wird aus שיל1כי — שילת ■= שילו gebildet, aber möglicherweise wurde statt Sachö auch Söchä gesprochen, indem man an die Bedeutung: des Wortes ע^רכה (Richter 948)= Bündel dachte. 4 Stellennachweise s. in meinen ,,Palästina-Studien“ I, Seite 20 f. u*.s. ZDPV 1910, 38. 6 Albright JPOS. IV, 152. * A 1 b r i g h t ebd. 146. 7 Zur Schreibung תרע א vgl, גבעא I Chron 249. 8 Die Behauptung Albrights (ebd. IV, 135 Note) שערים sei Körruptel an Stelle von שרוחן (Jos 196) ist unbegründet.