Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Schreiberfamilien: I. Chronik 2, 55
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 411 (sequence 2)
- Language
- German
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411 stände hervor, daß der kostbare Byssusstoff zu königlichen und levitischen Gewändern verwendet wurde (I Chron 1527; II 512). Zu den genannten Arbeiterfamilien gesellen sich die Schreiberfamilien, von denen uns I Chron 455 Kunde gibt. Diese wohnten bei (oder in) יעבץ und führten anscheinend ganz eigenartige Namen, mit denen die Exegeten nach eigenem Geständnis ,,nichts anzufangen wissen“1. Die Namen ,תרעתים שובתים /שמעתים werden seit etwa 1800 Jahren agadisch gedeutet2, aber diese Deutungen sind natürlich nicht annehmbar. Auch die Nennung von בית רבב am Schlüsse des Verses gab seit jeher Anlaß zu midraschischen Auslegungen3, und von den Tannaiten an bis zum heutigen Tage will man darin die anderswoher bekannten ״Rechabiter“ erblicken, — eine Frage, die später untersucht werden muß. Zunächst sei aber ־festgestellt, daß der masoretische Text in Ordnung ist. Nach LXX wäre vielleicht vor יעבץ ein ב zu setzen (xaroLzowxes sv laßis); dafür spräche möglicherweise der Kctib: ישבו, womit in ähnlichem Zusammenhänge 423 zu vergleichen ist. Doch darf־ man für den Oere ישבי dieselbe Stelle als Zeugen anrufen, wo ישבי נטעים genannt werden. Die Familiennamen sind nach dem Zeugnis der LXX und der Midraschim richtig überliefert. Die agadische Deutung von שובתים hat freilich in einer alten Ausgabe die Lesart סובתים veranlaßt, was schon von N o r z i gerügt wird4. Betreffs der Vokalisierung des Wortes הקינים gibt es wichtige Zeugnisse, wonach הקינים zu lesen sei5, woraus hervorgeht, daß die genannten Familien ihrem Ursprung nach den Kenitern zuzuzählen seien. — ידמן wird 49 als vornehmer Mann des Stammes Juda genannt, der Gott um zahlreiche Anhänger bittet. Sein Wunsch 1 Ben zinger in Martis Kurzer Hand-Kommentar, S. 11. 2 Sifre Num 78; Sifre zutta (Breslau 1910), S. 74; Mechiltaיתרי (Ven. 23b) Mech. dRS. 91—92. Vulgata: canentes, resonantes et in tabernaculis commorantes. Wellhausen (angeführt bei Benzinger) denkt danach an kirchliche Funktionen. In Wirklichkeit hat V u 1 g. einige agadische Deutungen wiedergegeben. Sifre Num hat folgende Deutungen: תדעתים — (1) על ששמעו תרועה מדר סיני (2) על שם שדדו מתריעים (ומתענים) [ונענים! 3 ״ " שלא היו מגלחים (= תער) 4) " ״ שדדו יושבים בפתח ש ע ר י(== תרע) ירושלים) (nämlich die Rechabiter) שמעתים — (5) " " ש ש מ ע ו מצרת אביהם סוכתים — 6) " " שלא סכו את השמן (Jer 35?) ל) ״ ״ שדדו יושבים בסוכות) Sifrezutta 770־ר deutet שם עתים •שהיו יושבין על השער (4) תרעתים שהיו ישראל מסכין להם ־ סוב חים ן שדדו ש ו מעין ולוגי-דץ. — Mechiita hat die richtige La. zu (2), (1) und ■(71; Mech. dRS.: (3), (6), (5); (1), (2); — שם מתים ד״א שהיו מסככין;(7);ד״א שהיתר, תפלתן נשמעת;ששמעו לקול דברי תורה על ישראל ומנינין עליהן. Die Deutungen der Vulgata entsprechen: (2) canentes; resonantes .= תפלתן נשמעת im Mech. dRS.; in tabernaculis (7). 3 Vgl. die in Anm. 6 genannten Stellen. 4 מנחת שי Z. St., so auch in den obigen Mi drasch werken und Midrasch Tannaim 4829, wo sich keine Deutung des Namens findet. s RDK. und N 0 r z i z. St.