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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 408

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
Date
1926-01-01
Page
Seite 408 (sequence 24)
Language
German
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408 Jechezkeel (1318-21) gegen die Frauen, welche in ihre Geflechte Seelen einfangen1. Frazers Ausführungen über die Rätsel der Königin von Saba (II, 564—569) beziehen sich eigentlich nicht auf die Heilige Schrift, sondern auf die spätere Legende, sie sind auf Ginzbergs Legends of the Jews gegründet, sowie auf die großartige Abhandlung von Wilh. Hertz: Die Rätsel der Königin von Saba (Gesammelte Abhandlungen Stuttgart-Berlin 1905, 413—455)2. Aber auch hier versteht es Frazer, neues Licht auf alte Fragen zu werfen. Er führt uns die Radschas von Celebes im Rätselwettstreit vor. Die Sage vom Kristallgrund, der für Wasser angesehen wird, ist auch im Mahabharata nachgewiesen. Der Abschnitt über das Urteil Salomos (II, 570, 571) fällt gegen alle Erwartung dürftig aus. Frazer nimmt auch hier keine Kenntnis von Gunkels Buch: Das Märchen im A. T. Er ist geneigt, die Heilige Schrift für die Quelle der von ihm angeführten Iaina-Fassungen des Märchens anzunehmen3. Aus Anlaß der biblischen Erzählung, wie Elijahu von Raben gespeist wird, bespricht Frazer den Volksglauben vom Raben (III, 22—29); eine der biblischen ähnliche Erzählung führt er nicht an. Flüchtig gestreift wird die wunderbare Errettung Jonas durch den Fisch. Frazer (III, 83) gibt eine Sage von Windesi (Niederländisch Neu Guinea), wo die Mannschaft eines Canoes von einem Fisch verschlungen, sich vom Fische nährt, den Fisch von innen verbrennt und sich so rettet. Doch Derartiges gehört eher in den Kreis der Sindbad-, Rabba bar bar Chana-Märchen. Die biblische Erzählung von den Löwen, durch welche die heidnischen Samaritaner heimgesucht werden (II Kön 17), bietet Frazer (III, 84—90) Anlaß, ethnologische Beispiele zu erbringen für den Glauben, daß jedem Lande sein besonderer Kult eigne, sowie für den, daß wilde Tiere durch Ritusvorgänge unschädlich gemacht werden. Frazer über die Bibel. Bei einem Forscher von der Bedeutung Frazers kann uns auch sein Urteil über die Heilige Schrift nicht gleichgültig sein. Von diesem Urteil haben wir Bibelverehrer Grund befriedigt zu sein. In großangelegtem Werke von über 1700 Seiten sind mir an vier Stellen Anflüge leisen Spottes auf gef allen, eines Spottes, den Lanson bei Voltaire begreiflich finden mag, der aber heute zur Zeit des wissenschaftlieben, des geschichtlichen Verständnisses, bei einem Führer der Religionswissenschaft befremdet4. 1 A. Marmorstein (ZATW. 1925, XLiri, 119—124) deutet צרור als• magischen Stein, dessen Bedeutung für die Aggada er mit großer Belesenheit nachweist.; ' •■י־■•'; . 2 Jetzt ist, auch schon auf das schöne Kapitel ״Salomon and the Queen, of Saba“ in Seymours Tales of King Salomon, Oxford 1924, hirizuweisen.. 3 Siehe oben Seite 392. 4 Die auffälligen Stellen sind Folgende : die bewegte Auseinandersetzung1 zwischen^ J’äkoji;und -Laban..•wird* ins Lächerliche gezerrt, Jakob’ beruft sieh, mit zwinkernden Augen auf ein göttliches Gesicht, Jakob und Laban, ver-

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