Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 402 (sequence 18)
- Language
- German
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402 bei den Hindus; wenn ein Herero von zwei Schwestern die jüngere liebt, macht er es wie Jakob: er heiratet die ältere, um auch die jüngere zu erwerben (II, 278, u. 2). Daß die Asche des verbrannten goldenen Kalbes in den Fluß gestreut wird, soll bezwecken, böse Wassergeister unschädlich zu machen (II, 415, Anm. 2). Sogar für das Verbot der Spannader findet Frazer nordamerikanische Parallelen (II, 423). Josephs Becher dient als Anlaß für ein Kapitel über Becher-״ zauber, Hydromanteia, Spiegelzauber und andere Weissagungsmittel.. Die Volkszählung unter David mit ihren verhängnisvollen Folgen findet vielfach Entsprechendes: Menschen oder Vieh zu zählen galt als Sünde oder mindestens als Gefahr (II, 555—563)1. Das Amt und der Ausdruck שמרי הסף Schwellenhüter verleitet Frazer zu phantastischen Voraussetzungen: er meint, der Schwallenhüter habe die Aufgabe gehabt, die Eintretenden zu warnen, da& sie die Schwelle meiden, da dort Geister hausen (III, 1—21). Der schöne Psalmvers von der Schwalbe, die ihr Nest gefunden (Ps 844), bietet Gelegenheit von dem Schutz zu sprechen, den Vögel in griechisch-syrischen Tempeln fanden (III, 19—21). Ein philologisch stark gegründetes Kapitel spricht von geweihten Eichen und Terebinten (III, 30—61)2. Ueberaus inhaltsreich entfaltet sich das Kapitel über das Verbot״ das Zicklein in der Mutter Milch zu kochen (III, 111—164). Das Verbot begegnet besonders häufig in Afrika. Die Masai essen zehn Tage hindurch Fleisch, zehn andere Tage hindurch Milch, zwischen den beiden Zeitläuften nehmen sie Brechmittel. Bei den Bahimas trennt die Nacht, bei den Nandis (in Britisch Ost-Afrika) 12 Stunden die beiden Nahrungsarten. Suks essen nicht am selben Tage Fleisch und Milch. Masais und Bahimas haben besondere Gefäße für Fleisch, besondere für Milch. Es handelt sich, nach• dem Bewußtsein der afrikanischen Völker, um eine Art sympathetischen Zaubers: wenn im Magen des Menschen Fleisch mit Milch zusammenkommt, so tötet das die Kuh, deren Milch so genossen wird. Das Durchbohren der Ohren des Sklaven verleiht seinem Herrn magische Gewalt über ihn. Unübersehbare Fälle von Beispielen für Verstümmelung (III, 165—269): Aehnlich auch das Kapitel über Einschnitte in den Leib bei der Trauer (III, 270—303). Bedeutungsvoll scheint die Abhandlung über das Gottesurteil im Zusammenhang mit dem סרטה Dtt, dem Becher, den die verdächtigte Frau zu leeren hat3. Schon zu Anfang des XIX. Jahr- 1 Hierher gehört auch die Auffassung: שאין הברכה מצוייר, לא בדבר השקול ולא בדבר המדוד ולא בדבר המבוי אלא בדבר הסמוי מן העין. Baba. Mecia 42a. 2 Wie tragisch, daß die Eiche, unter der man den Propheten Hosea begraben sein läßt, von Muslimen, Christen und Juden verehrt wird! (III, 44.) 3 ,Den Ordaliencharakter des כוס סוטה hat bereits das ספר החסידים mit bewundernswerter Klarheit erfaßt. Da heißt es im richtig begriffenen Zusammenhang mit עגלה ערופה (ed. Berlin 1891, S. 488, Nr. 1982) ולמה בעולה ערופה?4 מן הדין היה לישראל לגסות על ידי שום דבר לתקן שיהא נודע מי החייב כגון השקאת הסוטה, כן לכל הספיקות כמו שהגוים רגילים לעשות בברזל חם או במים. Warum wird, ,wenn der Mörder unbekannt, einem Kalbe das Genick gebrochen?