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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 387

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
Date
1926-01-01
Page
Seite 387 (sequence 3)
Language
German
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387 Jüngst hat auf dem Kongreß für Religionsgeschichte in Paris Prof. Ad. Lods neuerdings die Frage aufgeworfen, welche. Bedeutung der mündlichen Ueberlieferung für die biblischen Erzählungen zukomme.1 Lods gibt auch eine auf klarer Erkenntnis der reichen Tatsachen beruhende Geschichte des Problems. Als Wortführer erkennt auch :;er Gunkel und Greßmann an, als Vorbild gilt auch ihm Gunkels Genesiskommentar, wo die Erzählungen über Urzeit, Erz- und Stammväter als lebende Volksüberlieferungen behandelt werden, welche Antwort suchen auf die Frage über Woher? Warum? Wieso? der Stammes-, Volks-, Menschen- und Weltgeschichte. Heute dringt diese Forschungsweise siegreich durch. Die Leitung der Zeitschrift für die Wissenschaft des Alten Testaments ist Greßmanns erprobten Händen anvertraut. Das Archiv für Religionswissenschaft und die Revue de THistoire des Religions steht auch dieser Forschung offen. Das gewiß weitest verbreitete wissenschaftliche Bibelwerk: .,Die Heilige Schrift des Alten Testaments“ von E. Kautzsch״ welches in der 4. Auflage von A. Bertholet vorliegt, nähert sich nunmehr auch wesentlich der Anschauung Gunkels und Greßmanns2.. In! Verein mit Gunkel und Greßmann geben W. Staerk, Paul Volz, Hans Schmidt und M. Haller ,,Die Schriften des Alten Testaments in Auswahl neu übersetzt und für die Gegenwart erklärt“ heraus. Das hochbedeutsame Unternehmen ist bereits zur zweiten Auflage gediehen. Von den einzelnen Bänden, ist, in unserem Zusammenhänge, hervorzuheben: ,,Urgeschichte und die Patriarchen“ (I!) von Gunkel, ,,D ie Anfänge Israels von 2. Mose bis Richter und Ruth“ (I2), ,,D i e älteste Geschichtsschreibung und Prophetie Israels“ (II!) von Greßmann3, wo die Firgebnisse tiefer Sagenforschung, mit erlesener Kunst vorgetragen werden. 1 Lods: Le röie de la traditio!! orale dans la förmation des recits de FAneien Testament. Actes du Congres international d’Histoire des Religions tenu ä Paris en octobre 1923, I, 468—480. — Im selben Bande gehören dem Kreise dieser Forschung an: M. P. Saintyves: Le miracle de Josuö arretant le soleil et la möthode comparative (I, 219—241), Mayer Lambert, Etüde sur le premier chapitre de la Genese (I, 494—503), und von Lods selbst: Quelques remarques sur Fhistoire de Samson (I, 504—516). * Siehe im Register 707 b s. v. Aberglaube, 710 b Aegyptische Sagenstoffe, 715 b (unten) Babylonisches in Israel und Juda,. 716b Bauopfer, 735—738 Eschatologie, 746a Fabeln, 765a Götterberg, 805a Legende, 807 a Lokalsagen, 809 a Märchen, 814 Mythen und Mythisches, 834 a Sagen, 854 b Volksüberlieferungen. 3 Aus dem reichen Inhalt dieses;Bandes sei erwähnt: S. 17 Rechtleitung der Tiere. S. 32 Gedankenlesen. S. 34 Märchenmotive in der Erzählung von Sauls Krönung. S. 55 Sagen vom Opfertod des Königssohnes. S. 79.Märchenhafte Gegenüberstellung der Helden; Urias und Bellerophon; Lebengefährdende Hochzeitsgabe. S. 81 Märchenhafte Rettung (Michal). S. 82 Dreimalige Aus- Sendung des Boten. S. 105, 106 Bündel des Lebens. External soul. Lifetoken. S. 113 Verkleidete Könige. S. 134,135 Märchenstil. S. 156 Uriasbrief. Nathans Parabel. S. 185, 186 David und Alexander der Große. S. 100 Bilkis, Makeda. S..201 Rätsellösen. S. 247 Märchentiere. S. 249 Verkleidete Herrscher. S. 263 bis 265 Gottesurteil. Elijähus Verklärung. S. 268 Märehenstimmung, Märchen-• zahlen. S. 269 Zaubermantel. S. 272 Märchenszene, Gespräch im Kämmerlein. S. 278 Kein Entrinnen vor dem Orakel. Königsblut macht schön. S. 283 25*

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