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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 384

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Eine apologetische Mischna
Date
1926-01-01
Page
Seite 384 (sequence 9)
Language
German
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384 ein hohes Alter hinweist. Alle diese Einzelheiten, die noch vermehrt werden könnten, deuten auf einen inneren Zusammenhang zwischen Agada und Weisheit Salomos hin. Wie verhält es sich mit der Agada in der Mischna? Die Konstruktion der Mischna Rosch-ha Schana zeigt in der Aufteilung des Stoffes mehrere Unebenheiten, die sich auch in der Tosefta vorfinden. Die Mischna zeigt folgende Einteilung: I. Zahlen Mischnajoth, K. I, 1—4. II. Ueber die Zeugen, I, 5—II, 1, II, 5, 6, 8, III, 1, IV, 4. III. Die Proklamation, II, 4—III, 1. IV. Schofargesetze, III, 2—7, IV, 1—3, 6—8 B. V. Liturgie, III, 8 B, IV, 5—7, IV, 9 B. In der Tosefta gehören I, 1—14 zur ersten, I, 15, II, 1, 2 B, III, 1—2, IV, 3a zur zweiten Gruppe. II, 2 entspricht der dritten Gruppe. Ueber Schofar handeln III, 3—6, IV, 1—2, 3 B, 9—10 und Liturgie IV, 4—8, 11—12. Die Agada schließt die vierte Gruppe ab. Es muß schon in alter Zeit Antinomisten gegeben haben, die am Schofargesetz Anstoß nahmen. Sie fragten: wie kann die Stimme des Schofars die Gedanken und Gefühle der Erinnerung, des himmlischen Königreiches und der messianischen Erlösung zum Ausdruck bringen oder verdolmetschen? Die Antwort war: ,,Wie die Hände Mosis und der Blick auf die eherne Schlange durch Gebet und Andacht, Vertrauen und Glauben, Sieg und Heilung förderten, so wird auch das Gebet mit dem Symbole des Schofars vereint Heil bringen/‘ Welche Auffassung, ob die des Barnabas oder der Mischna, richtiger ist, kann jeder denkende Leser selbst bestimmen. Nachtrag: Hier sei noch zur Erklärung der G0yy.p1a1<; in der Sapientia (vgl. Focke, Die Entstehung der Weisheit Salomos, Göttingen 1913, S, 12 ff.) auf die Dichtung des palästinensischen Pajtan Michael ben אלפטל Harzan hingewiesen. Israel Davidson hat aus Ms. Adler Nr. 1568 in der IQR. N. S. VIII, 425—454, später im Hator, Jerusalem, VII, 1926, Nr. 39 und 40/41 die מלביות וכרונות ושופרות dieses liturgischen Dichters, dessen Zeitalter unbekannt ist, veröffentlicht. Der Paj tan benützte gewiß uns nicht mehr zugängliche verschollene Midraschim. Im letzten Teile zählt er die 10 Plagen auf. In fünf Fällen bemerken wir eine Synkrisis, die der Weisheit zwar nicht entspricht, aber stilistisch nahe steht und deshalb Beachtung verdient, Der Hakham geht mehr ins Einzelne/der Paj tan begnügt sich mit Allgemeinheiten. Da der Paj tan das Weisheitsbuch gewiß nicht kannte, so ist die Synkrisis besonders zu beachten. Allerdings kennt auch die rabbinische Agada die Synkrisis in verschiedenen Formen, wie ihr auch andere Eigenheiten der antiken Kunstprosa nicht unbekannt geblieben sind. Diese Seite der Agadaforschung ist noch ganz unberücksichtigt geblieben, ist aber für die Geschichte derselben, wie für die antike Homiletik und Erleuchtung der Wechselbeziehungen zwischen den alten Rhetoren und Agadisten von großer Wichtigkeit, worüber wir ein anderes Mal ausführlicher

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