Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Eine apologetische Mischna
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 7)
- Language
- German
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382 Jellinek, Bet ha Midrasch IV 128, Halakhoth Gedoloth, ed. Hildesheimer 602). Nach den rabbinischen Quellen hat diese Verfolgung zurZeit des R. Simon ben Johai stattgefunden (Graetz, Geschichte IV4 190 findet dieses Verbot ,,höchst seltsam“; es ״kann nur von einem Wüstling wie Verus ausgegangen sein“). Geschichtlich läßt sich diese Verfolgung nicht fixieren. Die Erinnerung an dieselbe dürfte die Geschichtlichkeit derselben wohl verbürgen. Wahrscheinlich dachte auch der Verfasser des Weisheitsbuches an eine ähnliche Begebenheit, die vielleicht von den Sadduzäern ausgegangen ist. Die Gottlosen behaupten: Gott sieht und hört nicht. Seine Macht und sein Wissen sind begrenzt. Der Gedanke von Gottes Allgegenwart und Allwissenheit wird auch im rabbinischen Schrifttums oft mit diesem Gesetze verknüpft1. Wir sehen daher in den gerügten Gottlosen des Weisheitsbuches Anspielungen auf Leute, die das Gesetz nicht nach Vorschrift beobachten oder unter einem äußern oder innern Drucke beseitigen. Damit stimmt auch der Zusammenhang. Der Hakham fährt nämlich fort: Wenn der Gerechte vorzeitig stirbt, so wird er in der Ruhe sein. Das langdauernde Alter ist nicht der Ehre wert. Das Leben wird gar nicht nach der Zahl der Jahre gemessen (4, 7—8). Der Fromme stirbt, damit das Beispiel der Gottlosen ihn nicht zur Sünde führen soll. Hierzu paßt vortrefflich das Beispiel Henochs2, der mitten unter Sündern lebte, von der Erde genommen wurde, damit die Bosheit seiner Zeitgenossen auf seine religiöse Handlungsweise nicht schadhaft wirke. Das Buch der Weisheit hat schon zu vielen Vermutungen und Deutungen Anlaß gegeben. Es ist zu bedauern, daß die rabbinische Literatur viel zu wenig zur Erklärung der Schrift herangezogen worden ist. Hätte man dieser Forderung entsprochen, so würde man an vielen Stellen, wo man griechische Quellen oder Anschauungen 1 Hier nur einige Beispiele. Tanh. ed. Frankfurt a. Oder, 118 B. סויגה בשושנים, וכי יש אדם פג שדהו בשושנים דרך העולם גודרים שדותיהם בקוצים ובדרדרים וביי ומד, הוא סוגה בשושנים כיצד היד, בתארה לראות עצבו בחוך חופתו לפי שאין לו יום בעולם חביב ממנו שהוא שמח עם אשתו מה עשה ובו בא להזקק עמה אמרה לו כשושנה אדומה ראיתי פירש הימנה זה הופך פניו לכאן מי הפריש ממנה? איזה נחש עקצו? אי זה עקרב הזיקו? איזה נדר ביניהם? אלא דברי תורה שני ואל אשד, בנדת טומאתה לא תקרב♦ Cant. r. 3ל im Namen des R. Levi. בנוהג שבעולם אדם נושא אשה בן ל׳ שנה ובן מ׳ שנד,/ משמוציא יציאותו הוא בא לזקק לה והיא אומרת לו כשושנה אדומה ראיתי, ופורש ממנה מיד/ מי גרם לו שלא יקרב לה, איזה כותל ברזל יש ביניהם. ואיזה עמוד ברזל ביניהם, איזה נחש נשכר ואיזה עקרב עקצו שלא יקרב לד,/ דית שרכין כשושנה שנא בה ואל אשד, בנדת טומאתהוכו. Vgl. auch Lev. r. 12,1 סוף. שאשתו אומרת לו כשושנהאדומה ראיתי ואינו פורש, und ebd. 19, 6, כיון שבא להזקק לה אמרה כשושנה אדומה ראיתי פרש ממנה מיד הלכה וספרה וטהרה וטבלה. Aboth R. N. e. 2, ed. Schechter, p. 9. הא כיצד אשתו נדה עמו, בביתו רצה משמש רצה אינו משמש ובי אדם רואהו או אדם יודע בו שיאמר לו כלום הא אינו נתיירא אלא ממי שפקד אותן על הנדה♦ M. Ps. 13, 4, ed. Buber, 335. בעולם הזה אדם הולך ומשמש מטחו כדה, אין מטתו מעכבתו, אבל לע״ל אדם רוצה לילך ואשתו נדה האבן צועק ואומר נדה היא♦ 2 Diese Deutung findet sich auch im Namen des R. Aibo in Gen. r. 25, 1 חנוך חנף היה, פעמים צדיק פעמים רשע אמר הקב״ה עד שהוא בצדקו אסלזנו. Aehnlich lautet das Urteil des R. Hama b. Hoschaja über Henoch. Anders lautet das Urteil der älteren Agada und der Kirche, vgl. auch Traktat Derech Erez zutta. c. 1. Ende, Sirah 44, 15, Luzzatto, 135 אוהב גר, Steinschneider, Magazin III 197; Testament Abrahams, ed. James p. 137; Kebra Negost, ed. Bezold p. 3; Apocalypsis Pauli, ed. Budge p.1048; Reitzenstein, Poimandres 3 und O. Daehnhardts, Natursagen I 9.