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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 381

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Eine apologetische Mischna
Date
1926-01-01
Page
Seite 381 (sequence 6)
Language
German
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381 Der Häkham beanstandet besonders das eheliche Leben der Gottlosen seiner Zeit und seiner Heimat. Damit hängt auch die soeben erwähnte Charakterisierung der Gottlosen zusammen. Er preist die Unfruchtbare selig, die unbefleckt ist, die kein im Abfall vollzogenes Ehebett gekannt hat (313). Die Kinder der Abtrünnigen werden nicht zur Vollendung gelangen, und der Samen aus einem widergesetzlichen Ehebette wird vertilgt werden (316), selbst wenn sie langlebig sein sollten, so werden sie für nichts geachtet werden (V. 17). Schließlich spricht unser Hakham gegen die kinderreiche Schar der Gottlosen und ihre Erzeuger, und sagt: Denn die aus ungesetzlichem Beischlafe gezeugten Kinder werden Zeugen sein der Schlechtigkeit wider ihre Eltern bei ihrer letzten Prüfung (46). Was darf man unter diesen Bezeichnungen ,,ein im Abfall vollzogenes Ehebett“, ,,widergesetzliches Ehebett“ etc. verstehen? Die Erklärer raten hin und her. An Mischehen zwischen Juden und Heiden, Frommen und Abtrünnigen (Kautzsch 384 ff.) ist hier gewiß nicht zu denken, sondern an die Verstöße gegen die pharisäischen Reinheitsbestimmungen, die von den Sadduzäern nicht akzeptiert oder verworfen worden sind (vgl. Mischna Nidda V. 3, b. Nidda 33 B. Tosefta Nidda c. 5, vgl. L. Herzfeld, Geschichte des Volkes Israel II 386, Graetz, Geschichte 3. II5 697). Es sei hier zuerst auf eine Uebereinstimmung zwischen Weisheit und Agada aufmerksam gemacht, die unseres Wissens noch nicht beachtet worden ist. Die Kinder der Abtrünnigen werden nicht zur Vollendung gelangen. Rabbinisch wird dieser Satz gleichbestimmend, aber mit anderen Worten gelehrt, u. z. לעולם אין ממור חי יותר על ל' יום. Ein Mamzer lebt nicht länger als 30 Tage. Dieser Satz wird pal. Jebamoth 8, 3, Kidd. 3, 12, Lev. r. 32, 6, Num. r. 9, 8 dem R. Huna zugeschrieben, aber auf Rab zurückgeführt. Die Idee ist gewiß älter. Auch die Vorstellung, daß Gott einmal in 70 Jahren die ungesetzlich geborenen Kinder aus der Welt schafft, durch Pest oder dergl. wird wohl auch auf ähnliche Vorstellungen zurückgehen. R. Akiba ־wird ein Satz zugeschrieben, der dem Weisheitslehrer besonders nahe steht. ,,Der Sohn (aus dem Umgänge mit) einer Menstruierenden wird niemals geheilt, und es beim Endgericht veranlassen, daß seine Erzeuger in die Hölle fahren werden“ (s. Borajta des Traktates Nidda, ed. Horowitz, p. 21). Hier haoen wir beide Gedanken vereinigt. Es lassen sich zahlreiche Belege dafür anführen, daß nach altrabbinischer Lehre die im ungesetzlichen Ehebette erzeugten Kinder mit körperlichen oder geistigen Gebrechen zur Welt kommen, die der Enthaltsamen mit Vorzügen beider Art ausgestattet sind (vgl. Lev. r. 15, 5, Tanhuma 1 סצורע, Seder Eiiah r. c. 18, Borajta 1. c. SS. 3, 16, 27). Während die Agadisten einerseits die auch sonst gut bezeugte und verbürgte Nachricht bringen, daß die Heiden während der menses Enthaltsamkeit üben (vgl. Pesikta R. Kahana. 132 B, Midr. Lam. r. ed. Buber 76 a, I. Frazer, The Golden Bough, Baldwin the Beautiful I 7, 85, Wächter, Reinheitsvorschriften, 36, ZdVsfVk. 6, 53; 25, 23; 28, 46, Scheftelowitz, Altpers. Religion 38, Spiegel, Eranische Altertumskunde III 699; Qoran 6, 33), finden wir andererseits in der geschichtlichen Agada die Mitteilung, daß den Juden der Zwang auf erlegt worden ist, dieses scheinbar natürliehe Gesetz zu übertreten (Midr. Sam. ed. Buber 78, b. Meila 17a,

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