Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zum Sepher Jezira
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 373 (sequence 3)
- Language
- German
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373 triadischen Entwicklung. Sie geht davon ans, daß das Hervorgebrachte sowohl mit dem Hervorbringenden verbunden als auch von ihm verschieden ist, daß es darum einerseits in seiner Ursache ״bleibt“, andererseits aus ihr ״heraustri tt״ und doch wieder, da sie sich ihm mitgeteilt hat, sich zu ihr ״hinwende t“. Alles Werden, das ist das Charakteristische dieses Systems, ist in dieser Kreisbewegung des Heraustretens aus der Ursache und der Rückkehr zu ihr; alle Entwicklung der Dinge aus dem Urgründe vollzieht sich in diesem triadischen Gesetz der ftovy, des Seins des Hervorgebrachten im Hervorbringenden, der 7rpdodoz, des Hervorgehens aus ihm, und der hnoTpoipyj, der Rückwendung zu ihm. Alles Erkennen ist ein Erkennen dieses Triadischen1. Nichts anderes ist in unserem Satze des Sepher Jezira gesagt. Die npoodos und e7tcarpo<prj erscheinen hier als רצ1א ושוב. Die Worte דברו בהן bezeichnen das Sichmitteilen, in dem die pLovfj gegeben ist; das Hervorbringende teilt sich dem Hervorgebrachten mit, sein Wort, seine Schöpferkraft ist in ihm. Mit der Neigung zu bildhaften Synonymen, die unserem Buche eigentümlich ist, wird dann der Begriff, der der wichtigste des triadischen Systems ist, der der l7z1Gxp0(prjy nachdem er in das biblische Zitat gefaßt war, nochmals zum Ausdruck gebracht, zunächst mit dem dichterischen Satz: ,,zu seinem Schöpferwort streben sie, wie der Wirbelsturm, wieder hin“2 und sodann mit dem anderen Gleichnis, das dasselbe sagen will: ,,vor seinem Throne neigen sie sich“3. Der Erklärung bedürftig sind jetzt nur noch die Worte: ותכליתן אין ״ לח.קזihr Ziel ist ihnen kein Ende“. Eine Bewegung, deren Ziel kein Ende bedeutet, ist die Kreisbewegung. Es ist jene Kreisbewegung des Triadischen, in der Proklus sich alle Entwicklung vollziehen läßt. Das Bild dafür, das durch das Merkaba-Zitat gegeben war4, bietet der Blitzstrahl; er tritt aus dem Verursachenden hervor und bleibt doch in ihm und kehrt zu ihm wieder zurück. Und um die Stetigkeit dieser Bewegung bestimmter darzustellen, fügt unser Buch dann alsbald das andere durch das Merkaba-Kapitel gegebene Gleichnis an5: ״Ihr Ende ist in ihren Anfang hineingesteckt und ihr Anfang in ihr Ende, wie die aufs teigende Flamme verbunden ist mit der Kohle“6. Es ist wieder das Bild für den Kreis, der von Gott ausgeht und zu ihm zurückkehrt. 1 Vergl. Zeller a. a. O., S. 853 ff. 2 Das Wort מאמרו entspricht dem דברו als sein Synonym; das Schöpferwort bleibt in den Henaden und sie wenden sich zu ihm zurück. רדף hat hier die Bedeutung, die ihm in der talmudischen Sprache bisweilen zukommt: hinstreben, hindrängen, hinströmen. 3 Auffällig ist, auf ספירות bezogen, allerdings durch einen langen Satz davon getrennt, die maskuline Form ד«ם משתחוים. Es wäre daher möglich, das Verbum auf דבר und מאמר zu beziehen; auch das Schöpferwort tritt aus Gott hervor und kehrt zu ihm zurück. 4 Ezech. 1והחיות רצוא ושוב במראה המק :4נ. 5 Ez. 113: .ודמות החיות מראיהם כגחלי אש 6 ־ Seph. Jez. I, עשר ספירות בלימה נעוץ סופן בתהלתן ותחלתן בסופן בשלהבת ר קשורה בגחלת. Unser Satz ist von Samuel ibn Mo tot in seiner Uebersetzüng der ,,Bildlichen Kreise,“ die einen Teil seines Jezira-Kommentars משובב נתיבות bildet, benützt worden: ספר העגולות הרעיוניות ed. Kaufmann s. 2b: דומה לעגולה מחשבית שנעוץ סופה בתהלתה.