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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 4 · p. Seite 292

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 4
Article
Zur neuesten Mischna-Literatur
Date
1926-01-01
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
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292 Kapitel des Traktat Pesachim zum Inhalte haben, das erste Kap i t e 1 meiner Besprechung zugrunde gelegt und glaubte sogar diesem Büchlein einen größeren Raum als ihm gebührtgewidmet zu haben. K. ,wie j ederVerf.,denkt n atürlieh anders. Daß das erste Kapitel nicht mehr als 2S sage zwei neue Erklärungen (,,die eigentlich eine sind“) enthält, bedaure ich außerordentlich. In der Sache selbst trifft K.s Antwort meine Beweisführung nicht. Ich habe erklärt: a) Bei einer Zeitangabe kann אור nur den vorhergehenden Abend bedeuten,' b) Wenn ein Wort in einem Text nicht eindeutig bestimmt ist, so kann nur ein ähnliches Wort innerhalb desselben Textes, das jeden Zweifel ausschließt, zur Erklärung herangezogen werden. In unserem Falle kann nur das אור in der Mischna selbst, Edujot IV, und nicht das אור עבורו der Baraita Auf* schluß über die Bedeutung von ♦ אור ל geben. c) Das אור עבורו ist nicht klar, bereitet schon den Rischonim Schwierigkeiten und hat mit einer Zeit* angabe nichts zu tun. d) K. widerspricht sich selbst; denn er erklärt, daß es in einer alten Mischna gestanden habe: ..בורק ץ אור ארבעה עשר ובארבעה עשר in diesem Falle konnte aber אור ארבעה עשר nur den Abend vor dem 14. Nissan bedeuten. Was also K. zur Abschwächung des Eindruckes seiner Hypothese vorbringt, gehört nicht zur Sache und ist obendrein nicht richtig. Denn auch nach R. Simon ist das Ghamez-Verbrennen am 14. mittags nicht ,,ungesetzlich“ (?), sondern er erklärt nur, daß man am 14. durch den Genuß von Chamez kein לא תעשה Übertritt. So wird auch ausdrücklich in Tosefta Pesachim I 8 im Namen der Chakamim des R. Jehüda gelehrt. R. Jirmiaim Jerusch. Pes. II 28 d erklärt auch, daß nach R. Simon Chamez am 14. nach der Tora wohl verboten, nicht aber als לא תעשה anzusehen ist. Jedenfalls wird auch von R. Simon die Pflicht am 14. das Chamez wegzuschaffen nicht bestritten und sogar von R.Jose Plaglili in Mekilta, :Bo c. 8, aus dem Bibelvers gefolgert, ■ vgl. auch Toss. z. St., המאור הקטן, Rabed und Ramban zu Pes. I. 4. Ich stelle fest, daß Beer für K. in rabbinicis ein Wahrheitslieferant en gros ist und verweise wiederum auf das talm. Sprichwort am Anfang, meiner Antwort;:;■ ■׳ ■; •־ ׳; - . ־• ־ - ־•׳v ׳ ׳' ' 5. Es ist nicht wahr, daß* ich •Hoffm. eine andere Auffassung unterschieben, will, ״um ihn dann wegen jener Auffassung zur Rede zu stellen“. Vielmehr habe ich mich in meinem Buche um die ,,Auffassung“ H.s überhaupt nicht gekümmert, sondern habe nur seinem B e weis die Erklärung gegenübergestellt, daß die Mi. Bikkurim die Erzählung von Agrippa als geschichtliche Tatsache hinstellt, wodurch der Beweis hinfällig wird.' K. aber hat meine Erklärung in seinem Büche mißverstanden und glaubte sie dann widerlegen zu können. Jetzt sucht er durch eine neue Erklärung die ,,Meinung“ H.s plausibel zu machen. Darauf lasse ich mich aber garnicht ein, weil es mir nicht um die Meinung des einen oder des. andern zu tun ist, sondern um B e־w e i s e. ,,Daß es sich nach H; nicht . . . handelt“, ist kein Wissenschaftliches Argument. 6. Ebensowenig dürfte K.s Wied e rh olung von wissenschaftlichem Interesse: sein, •daß ״H. m eint, daß der erwähnte Passus (זכאי p מעשה ובדק), welcher w 0 h l zur Zeit R. J. b. Z.s redigiert wurde“ etc. Was ist das für ein Beweis, der sich auf ein ,*wohl“ gründet? Raschi und Maimuni meinen dies nicht und damit steht die Voraussetzung in Frage und der innerste ,,Kern von H.s Beweisführung“ getroffen. ,Was nun K. gegen den Vergleich dieser Erzählung der Mit mit dem Susannabuch vorbringt, der (wie ich nachträglich bemerkt habe) schon von Frankel, Brüll u. a.1 angestellt wurde, ist sehr seltsam. ,Hat K. nie -etwas von Sagenwanderungen gehört, wobei oft die Sage einzelne Züge ahstreift und andere wieder annimmt? Woher weiß übrigens K-, daß die Mi; von einem Morde redet?; -;V.ז Endlich behauptet K., daß er in bezug auf Mi. Nazir (die mit der ,,Entstehungsepoche der Mi.“ nichts zu tun hat) ,,wieder einmal mißverständen“ wurde.;Trotz der langen verworrenen Rede ist er mir aber die;Antwort auf meine Frage schuldig geblieben, wie denn eine Diskussion ohne vorhergehende genau umschriebene Kontroverse möglich wäre. Ich habe außerdem in meinen Untersuchungen gezeigt (S. 11 ff.), daß in unserer Mischna die überlieferten Mischnajot nicht auseinander gerissen, sondern wegen einer : נ; A Die.Arbeit von Horovitz in der Hoffmann-Festschrift, auf die ich vor kurzem aufmerksam gemacht wurde, ist mir jetzt nicht zugänglich.

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