Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur neuesten Mischna-Literatur
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 5)
- Language
- German
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293 dort vorkommenden Halaka in ganzem Zusammenhang belassen wurden. Im übrigen gestehe ich, von der haarscharfen Unterscheidung K.s zwischen den einzelnen Erklärungen und den Schwierigkeiten, die nur bei der einen und nicht bei der anderen gelten, nicht viel zu verstehen. $. Zum Schluß noch ein Wort. Es gibt Dinge, die für jeden, der auf Kritik eingestellt ist, nicht bewiesen zu werden brauchen. K. räumt mir nun .jetzt das Recht ein, auch anderer Meinung als er zu sein. Früher hat er diese andere Meinung nicht nur ,,beweislos verurteilt“, sondern vielmehr mit einem ,,so!“ versehen. Da ich seinen gekünstelten ״Kraftausdrücken“ keine Beachtung schenke, so soll auch dies Vorgehen nicht näher bezeichnet werden. Albeck. Besprechungen ZolLer* Br. J.: Sinaischrift und Griechisch-Lateinisches Alphabet. Triest 1925. Durch die Auffindung der rätselhaften Inschriften im Gebiete der südliehen Sinaihalbinsel und seit ihrer Bearbeitung durch Gardiner und Sethe ist das Interesse an der Frage nach dem Ursprünge des phönizischen und damit auch unseres Alphabetes neu erwacht. Nach Grimme, Volter und Eisler will nun auch der Verf. der vorliegenden Schrift über die Deutung von Gardiner•־ Sethe hinausgehen, bzw. eine andere Erklärung für die sinaitischen Schrift- Zeichen finden. Dieses Unternehmen ist ihm .aber völlig mißlungen. Zur Erhärtung dieses Urteils bringen wir nur ein Beispiel seiner Entzifferungsarbeit (S. 49 ff.): In den sinaitischen Inschriften findet sich öfters ein Zeichen, das ein Viereck darstellt. In den ägyptischen Hieroglyphen, mit denen die sinaitischen Inschriften große Aehnlichkeit haben, heißt dieses Zeichen pt =־ Haus. Gardiner-Sethe nahmen (sicher richtig) an, daß die sinaitischen Semiten dieses Zeichen übernahmen, es aber entsprechend ihrer Sprache (bait Haus) als b betrachteten; als solches erscheint es tatsächlich öfters als erster Buchstabe des sicher richtig gedeuteten Wortes ba‘alat. Anders unser Verfasser! Das viereckige Zeichen für bait ist nach ihm die viereckige (1) Form des weiblichen Bauches (!). Das Weib, das die Kinder zur Welt bringt, ist gleichsam das ,,Haus des Staates“ (!). — Dies als eine kleine Kostprobe, nach der die übrige Entzifferungsarbeit des Verf. beurteilt werden kann. Breslau. Jirku. Deimel, Anton, S. J. Sumerische Grammatik der archaistischen Teste. Rom 1924. (Mit Uebungsstücken, zum Selbstunterricht.) Die Bedeutung der assyrisch-babylonischen Keilinschriften für die Bibel- Wissenschaft gewinnt einen immer größeren Umfang. Vor allem die religiösen Vorstellungen der Mesopotamien bewohnenden semitischen Völker sind für das Verständnis weiter Gebiete des Alten Testamentes von großem Werte. Aelter aber als diese semitischen religiösen Texte sind aber die Urkunden eines, anderen Volkes, das wir nach seinen eigenen Urkunden Sumerer nennen und das sowohl auf die Kultur wie auch auf die Religion dieser oben erwähnten semitischen Bewohner Mesopotamiens von großem Einflüsse gewesen ist. Der Erforschung der Sprache dieses lange Zeit rätselhaften Volkes der Sumerer ist die vorliegende Arbeit gewidmet, unter richtiger Beschränkung* auf die älteren Texte. Es ist dies nicht die erste wissenschaftliche Untersuchung dieser ArL Vor Deimel haben schon Delitzsch, Langdon und Pöbel Grammatiken des Sumerischen geschrieben. Aber trotzdem wäre es falsch* diese Arbeit Deimels nicht auch mit Freuden zu begrüßen; um so mehr, als sie auch für den Selbstunterricht zugeschnitten ist. Der Verfasser sagt selbst, daß noch nicht alle Fragen der sumerischen Grammatik geklärt sind. Trotzdem hat er in seiner Arbeit gezeigt, daß wir schon ein gutes Stück vorwärts gekommen sind. Die sichere Methode, mit der Deimel vorgeht, ist sicher ein Weg, um auch die letzten Unklarheiten in dem grammatikalischen Bilde des; Sumerischen zu beseitigen. Breslau. A. Jirku.