Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur neuesten Mischna-Literatur
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 3)
- Language
- German
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291 V 8 und Synh. II 3 und V1, wo die Diskussionen ganz oder zum Teil weggelassen und nur in den bezüglichen Brerjtot zu finden sind.) Daß aber die Diskussion mit der Halaka מיי שנדר in einem so engen Zusammenhang steht, daß diese von ihr nicht getrennt werden kann, muß jeder unbefangene Leser einsehen, einerlei, wie man das Wörtchen »בזד auffaßt. Was diesen Ausdruck anlangt, meint A. ohne Beweis, daß er nachmals an Stelle des ursprünglichen Passus ,,אי אתם מודים במי• שנדר“ gesetzt wurde.;Er behauptet dies trotz der direkten Rede, in welcher Form uns die Diskussion überliefert wurde. Trotzdem will ich die Möglichkeit dieser Annahme nicht bestreiten. Jedoch berechtigt dies A. nicht, in hochfahrendem Tone ohne Beweis eine Annahme als unrichtig zurückzuweisen, die sich die Aufrechthaltung der Ursprünglichkeit des überkommenen »בזד als eines Teiles der direkten Rede zum Ziel setzt. Für unnötig halte ich es, auf die in seinem gewohnten leidenschaftlichen Tone vorgenommene beweislose Verurteilung jener meiner Behauptung zu reflektieren, daß מודים oder ושוין in den meisten Fällen — nicht immer —ר die Bedeutung hat שמודים בהלכה ישנה. Daß der eine oder der andere anderer Meinung sei, kann für die Sache durchaus nicht entscheidend sein. Z. Karl Herr Dr. Albeck antwortet: Aus K.s ganzem Kommentar, aus der Art seiner Abhängigkeit von Fünn und ganz besonders von Beer glaubte ich folgern zu können, daß K. keine philologischen Kenntnisse besitzt, ohne ihn persönlich treffen zu wollen. Ferner: wenn man Bibelkritik treibt, so muß man den Mut haben, dies zu bekennen. Will K. in Abrede stellen, daß seine Einleitung von Bibelkritik durchsetzt ist, wenn auch hier und da die Ansichten Hoffmanns angeführt werden? Ich kann darauf nur das talmudische Sprichwort anführen: כל מילתא דעבידא לאגלויי לא משקרי בה אינשי. 1. K. wirft mirvor, ichhätte ihn falsch übersetzt. Sein Text lautet: שאין יסודם של מצה ומרור ביציאת מצרים זה דבר נעלה ממל כל ספק, שהרי קדמו ליציאה ובהכרח מקורם במנהג ישן. Den Hauptteil dieses Satzes habe ich dem Sinne nach so wiedergegeben: ״DaßMazza und Maror in einer alten Sitte ihren Ursprung haben und mit dem Auszug aus Aegypten nicht in Zusammenhang zu bringen sind, ist über jeden Zweifel erhaben“. Damit sollte bewiesen werden, daß K. ,,die radikalsten Hypothesen als die größten Selbstverständlichkeiten“ hinstellt. Nach K.s ,,richtiger“ Uebersetzung wird dies gar nicht apodiktisch behauptet, sondern es wird nur erklärt, daß dies über allen Zweifel erhaben ״scheint“ (!). Ich überlasse es nun dem Leser zu beurteilen, wer von uns die Stelle geflissentlich falsch übersetzt. Ich will noch hinzufügen, daß unmittelbar vor dem zitierten Satz bei K. noch zu lesen ist: .אולם כבד העירו, שכנראד. הקרבת הפסח קדמד לזמנד. של יציאת מצרים (בעער שם צד 11) אנו חושבים השערה זו לאמיתית, מפני שמתמיה הדבר! שד.פםח בא עם מצד. ומרור (folgt die oben angeführte Stelle). Ob dies Bibel״ kritik oder radikal ist, darüber will ich mit K. nicht streiten. 2. K. behauptet, ich hätte seinen Gedanken in meinem Namen ausgesprochen. In Wahrheit erkläre ich an der betreffenden Stelle, daß die Art der Leichenbestattung, wie sie in Jeruschalmi Moed Katan beschrieben ist, nur auf הרוגי ביח דין sich bezieht. Da aber die Mischna in Moed Katan nicht von diesen handelt, sondern von ליקוט עצמות schlechthin, so kann die Jeruschalmisteile hier nicht ursprünglich, sondern erst später aus Sanhedrin übertragen sein. Möglich ist aber auch, daß Jerusch, die Mi. in Moed Katan auf den besonderen Fall von הרוגי בית דין bezieht. Daraus geht klar hervor, daß ich der Ansicht bin, daß das so häufig vorkommende ליקוט עצמות nicht nur bei Verbrechern stattfand. K. aber behauptet, daß ליקוט עצמות nur bei Verbrechern üblich war. Dies wurde zwar längst vor ihm angenommen, ist aber trotzdem nicht richtig, vgl. Krauß, Talm. Archäologie II, S. 490. Es erübrigt sich danach, K.s Vorwurf, daß ich mir manche Ungenauigkeiten zuschulden kommen ließ und seine darauf gegründeten Folgerungen zurückzuweisen. 3. Ich habe aus der ״etwa 100 Seiten starken Arbeit“1, die die zehn 1 Sie wird ausgefüllt vom Mischnatext, Erklärung und Noten, die die neuen Erklärungen zu begründen suchen. Für den Rezensenten kommen selbstverständlich nur letztere in Betracht. 19*