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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 4 · p. Seite 281

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte der Juden in Pappenheim
Date
1926-01-01
Page
Seite 281 (sequence 5)
Language
German
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281 von Oettingen und dem Edlen Haupt zu Pappenheim wegen 10 000 fl. die Judensteuer zu Nürnberg1 2 und letzterem, für dessen. Lebzeiten die durch den Tod des bisherigen Pfandinhabers Wigleis. Schenk von Geyern wieder an das Reich gefallene halbe Juden-: Steuer zu Nürnberg^. Diese Steuer blieb auch ferner bei dem Hause Pappenheim. Denn am 2. August 1437 gibt Kaiser Sigismund dem־ Marschall zu Pappenheim für ständig die halbe Judensteuer zu Nürnberg und 200 fl. von dem Nördlinger Ammangeld als Ent-. Schädigung, weil der Kaiser das alte Recht aufhob, wornach der. Marschall an dem kaiserlichen Aufenthaltsort unter seiner Fahne' einen Spielplatz errichten durfte3. Erst zu Beginn des 16. Jahr-: hunderts weigerte sich Nürnberg, weil keine Judenschaft mehr dort saß, an die Reichserbmarschälle zu Pappenheim die halbe Judensteuer weiter zu bezahlen, sodaß 1506 der Reichserzmarschall, nämlich der Kurfürst zu Sachsen, als Lehnsherr der Pappenheimer sich deshalb an den Rat wendet; Nürnberg gelingt es jedoch auf: angebrachte Klage beim kaiserlichen Kammergericht zu Speyer nach langen Streitigkeiten sich 1538 gegen Sebastian zu Pappenheim wegen der Judensteuer zu ledigen. Doch noch 1576 schreibt, Heinrich zu Pappenheim wegen dieser Sache an die Nürnberger. Neben der Judensteuer zu Nürnberg besaßen die Reichserbmarschälle im 15. Jahrhundert auch eine zeitlang die Einkünfte aus der Augsburger Judenschaft. Am 21. :Februar 1429 macht König Sigismund bekannt, daß er dem Haupt von Pappenheim für treue Dienste die halbe Judensteuer zu Augsburg und den goldenen Pfennig der Juden dortselbst bis auf Widerruf verschrieben habe. Am- 23. September 1431 verschreibt Sigismund dem Marschall zu Pappenheim aufs neue die halbe Judensteuer und den goldenen .Opferpfennig zu Augsburg für 2000 Goldgulden4. Die Einnahmen hieraus betrugen als Pauschale jährlich 200 fl. rh.5 6. Im Jahre 1441 verzichten jedoch die Marschälle Conrad und Heinrich zu Pappenheim auf die dortigen Juden gegenüber dem Rat zu Augsburg, nachdem dieser sich 1439־ um 1400 fL alle Ansprüche der Marschälle auf die Judenschaft hatte abtreten lassend Zur Einziehung der Gelder bei der Judenschaft im, ganzen Reiche bedienten sich die Kaiser im 15. Jahrhundert vielfach und gern der gewandten Dienste ihrer treuen Reichsmarschälle. Mit der sinkenden Macht des Kaisers und dem Verluste aller ihm ehemals zustehenden Regalien an die Landesfürsten vermindert sich die Einflußsphäre auch des Marschalls. Während früher große Ritterheere unter der Macht des Kaisers als oberstem Lehensherrn gegen den Reichsfeind oder nach Italien zur Römerfahrt oder ins heilige Land zogen und damit die Gelegenheit sich gab, die Gerechtigkeiten des Marschalls in vollem Umfange zu üben und neu zu befestigen, fallen im 15. und noch mehr im 16. Jahrhundert diese 1 Doederlein, Joh. Ales:., Matthaeus ä Bappenheim enucleatus, d. i. Historische Nachrichten usw., Schwabach 139ל, I. S. 114. - 2 Dat. 1434, 30. 9. Regensburg; s. Altmann, Regesten Kaiser Sigismunds No.. 10871/72. 3 Original-Urkunde Pappenheim; s. Altmann 12037/38. 4 Altmann II 7175 11. 8866. 6 Wiener, Regesten No. 562. 6 Daselbst No. .595.

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