Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 4 · p. Seite 253

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 4
Article
Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
Date
1926-01-01
Page
Seite 253 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829935-2829940-2833363--46960-2833423
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

253 Sie ist das Gleichnis dessen, der zu der Tätigkeit gelangt und bei ihr verharrt111. In diesem Sinne faßt denn auch Lagarde die eigentliche Bedeutung dieser Bildung auf von Natur geduldig, von Natur dankbar, mit starkem Gedächtnisse begabt, ujjJL? verlogen, ernsthaft, Jyi- und that is müked, f eiwem Wege) ridden upon, eben trinkbar, e&en essbar, wahrhaftig, v-yLi leicht zornig u. a. m.u2 Wir haben also in diesen und in ähnlichen Bildungen Zustandadjektiva bzw. Partizipien zu sehen. Sie können aber nichts anders als, wie schon Lagarde, unter Beziehung auf Hariri bemerkt hat, vom Perfekt der fa'ula-Form, vom ka*aI3J| — Zustandsverb — abgeleitet sein113. Demnach mußten die entsprechenden Perfekta dieser Bildung einerseits ursprüngliche katula-Formen gewesen sein, die später z. T. in katila- und katala-Formen übergegangen sind, andererseits mochte sich dieses fa'ül schon in frühester Zeit durch Analogie auch auf andere Perfektformen übertragen haben114. Daneben aber gehen — wie bereits angedeutet wurde — die katil- Partizipien des i-Perfekts her, welche, obschon nur zum kleinsten Teil, sich auch auf u-Perfekta ausgebreitet haben. So z. B. י - & schön, yy" edel, oLuua (neben müde u. a. m.115 Jene hatten ebensowenig wie diese Bildung ursprünglich mit dem eigentlichen arabischen Passiv etwas gemein116. Ein Beweis mehr, daß wir in dem Partizip fa'ül kein Passiv vor uns haben.* Aus diesem Zustandsadjektiv, das im Sinne Hanns die dauernde Beschaffenheit, die Natur einer Sache oder Person bezeichnet, hat sich erst allmählich seine scheinbar passive Bedeutung entwickelt: CjyZj bedeutete demnach ursprünglich einen Weg, auf dem das Reiten stattfinden kann, einen Weg, auf dem geritten wird, d. h. einen Reitweg117. Kurzum: anfängliche Beschaffenheit, Eigen- Schaft und Zustand bezeichnend und auf intransitive Verben zurückgehend, die schon an sich einem Passiv nahekommen, hat sich dann diese fa'ül-Bildung auch auf aktive Verben übertragen. Daß endlich die passive Bedeutung nicht der Form an und für sich anhaftet, 0 ,, beweist auch derj Umstand, daß das Arabische erst sekundär dy'i 111 Vgl. Lagarde, Uebersicht 59, der auf de Sacys Anthologie 487 verweist. 112 Lagarde, Uebersicht, 596f. 113 ib. 2520 ff. 114 250 f. 115 Barth~°NB § 28c und Lagarde, Uebersicht 5915. 116 Knudtzon, ZA VII S. 38 und Lagarde, Uebersicht 59,5. 117 Lagarde, Uebersicht 6325 und Barth, NB § 121b.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.