Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neue Arbeiten zur Septuaginta-Forschung
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829935-2829940-2833362--46954-2833419- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
249 daß in der G-Vorlage die Matres lectionis am Wortende abgesehen von sporadischen Ausnahmen geschrieben waren und daß sie auch im Wortinnern schon in dieser frühen Zeit ziemlich häufig standen, ,,sicherlich viel häufiger als bei Mesa“. Darüber hinaus macht F. in verdienstlicher Weise darauf aufmerksam, daß die aramäische Orthographie die Rechtschreibung der Bibel gerade im Hinblick auf die Setzung der Matres lectionis in entscheidender Weise beeinflußt hat. In der Tat mehren sich ja in den späteren Büchern der Bibel die Pieneschreibungen ganz auffallend. Der zweite Abschnitt behandelt die Stellen im Pentateuch, an denen Abweichungen der G dadurch entstanden sind, daß in der Vorlage gleicher End־ und Anfangsbuchstabe zweier aufeinanderfolgender Wörter nur einmal geschrieben war und nun die notwendige Ergänzung eines Buchstabens seitens des Uebersetzers entweder zu Unrecht unterblieb oder an Stellen erfolgte, wo der Buchstabe tatsächlich nur einmal stehen durfte. Abschnitt 3 behandelt kurz den Umstand, daß die Vorlage ohne Satz- und Worttrennung geschrieben war, und keine Finalbuchstaben kannte. Alle diese Dinge sind ja nicht neu; es ist aber sehr verdienstlich, das Belegmaterial aus dem Pentateuch so schön zusammengestellt zu haben. Schließlich diskutiert F. die mehrfach vertretene These, daß in der G־Vorlage vielfach Abkürzungen im Gebrauch gewesen seien; er hält dies mit vollem Recht für sehr zweifelhaft. Auf keinen Fall will er zugeben, daß durchgehende Abkürzungen, also etwa ständiger Wegfall eines Suffixbuchstabens, in der G-Vorlage gebraucht wurden. Diese ganze Abhandlung Fischers bildete ursprünglich ein Kapitel seines oben besprochenen Buches und konnte dort aus finanziellen Gründen nicht mehr abgedruckt werden. Es ist zwar für jenes Buch ohne Frage ein Verlust, daß dieses Kapitel nicht darin steht; denn selbstverständlich ist es für die Rekonstruktion einzelner Stellen der Vorlage, wie F. sie ja auf Schritt und Tritt geben muß, von größter Bedeutung, welche orthographischen Regeln in der Vorlage zur An- Wendung kamen. Andererseits ist es aber auch sehr zu begrüßen, daß dieses Kapitel durch den gesonderten Abdruck nunmehr Aussicht auf erhöhte Beachtung hat; denn es verdient sie vollauf. Die Materialbehandlung zeigt natürlich dieselben Vorzüge und Mängel wie in F.s größerem Buche; aber die Stellung des Herrn Verf. zur Transkriptionsfrage dürfte das Ergebnis kaum nennenswert beeinflussen, zumal ja für den Pentateuch die Rolle der Transkriptionen noch besonders umstritten ist. Nicht ganz so günstig ist der Eindruck, den ich von F.s Besprechung der Wutzschen Transkriptionen habe. F. bleibt bei seiner Ablehnung der neuen Theorie für den Pentateuch und stellt sie auch für die übrigen Bücher der Bibel zum mindesten in Frage, obwohl er zugibt, daß einige Stellen aus Kön und Chr auf ihn Eindruck gemacht haben. Seine Polemik zerfällt in zwei Teile. Zunächst äußert er seine Bedenken gegen die allgemeinen Argumente W.s, Bedenken, die übrigens recht hypothetisch formuliert sind. Sodann bespricht er einzeln die von W. aus dem Pentateuch angezogenen Stellen und gibt seine eigenen Lösungen. Es ist nicht meine Aufgäbe, mich mit dem Referat eines anderen über ein auch von mir