Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neue Arbeiten zur Septuaginta-Forschung
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 12)
- Language
- German
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248 kann, besser darauf verzichtet hätte, eine Kolumne mit so starken Differenzen als Alphabet der Vorlage in Anspruch zu nehmen. Drittens aber — und das macht das Gesamtergebnis unsicher — liegt ein nicht unbeträchtlicher Teil des Materials der Untersuchung gänzlich anders, wenn man sich nicht darauf festlegt, alles durch innerhebräische Verlesungen zu erklären und in alter Weise zu konjizieren, weil, wie bereits bemerkt, vielfach für von F. behauptete Verwechslungen nur Beispiele beigebracht werden, deren Geltung davon abhängt, wie man zum Text steht1. Es gibt eben übery haupt kein mit der G zusammenhängendes Problem mehr, das man ohne Rücksicht auf W.s These behandeln könnte. Wenn daher Fischer S. 93—98 die W.sche Theorie ,,mit Bezug auf den Pentateuch einstweilen" ablehnen will und dafür Gründe heizubringen sucht, ohne die positiven Gründe W.s schon kennen zu können, so bewegt er sich, ohne es zu wissen, in einer Art Zirkel. Er arbeitet mit Voraus- Setzungen, die durch W.s Theorie nicht mehr bestehen, und sucht auf Grund dieser Voraussetzungen W.s Theorie abzulehnen. Das Merkwürdigste ist, daß Fischer z. T. Tatsachen sieht, die Wutz für seine Theorie in Anspruch nimmt, z. B. daß die G Gutturale und Zischlaute verwechselt und daß erstere in den Eigennamen nicht, geschrieben sind. Hieraus schließt Fischer aber, daß die Gutturale auch nicht gesprochen wurden, ohne sich zu fragen, wie der griechische Text, eine Majuskelschrift ohne spiritus, sie denn hätte darstellen können, wenn er gewollt hätte — ganz abgesehen von der sprachgeschichtlichen Unmöglichkeit dieser Annahme. Ebenso oder fast ebenso viel wert sind Fischers übrige Gegengründe, auf die hier nicht eingegangen werden soll, weil sie, wofür ihn keine Schuld trifft,. W.s Thesen gegenüber zu antiquiert sind. Wenn also Fischers Buch auch methodisch im Prinzip überholt ist, so zeigt sich doch an den vielen ungewollten Berührungen mit Wutz, die hier durchaus nicht alle namhaft gemacht sind, daß seine Untersuchungen hinsichtlich der Materialbearbeitung in vielem Betracht Vertrauen verdienen und daß das Material selbst in vielen Fällen so, wie es dasteht, von bleibendem Wert ist. Insofern bedeutet, auch sein Buch eine wesentliche Förderung des G־־Problems. Nach Abschluß dieses Referates ist ein weiteres Buch von Fischer2 erschienen. Es enthält erstens einen Nachtrag zu seinem oben besprochenen Werk unter dem Titel: Die Orthographie der LXX-Vorlage im Pentateuch, und zweitens ein ursprünglich für die ZATW bestimmtes Referat über das Transkriptionenbuch von Wutz.. Die Hälfte der ersten Abhandlung ist dem Problem der Schreibung der Matres lectionis in der G-Vorlage gewidmet. F. untersucht die Schreibung im Pentateuch und vergleicht sie mit der Schreibung auf den Inschriften. Er kommt zu dem sicherlich richtigen Ergebnis,. 1 Das gilt natürlich auch für Wutz. Hier ist nur deshalb die Rede davon, weil Fischer behauptet, W.s Thesen seien für sein Problem relativ belanglos. 2 Zur Septuaginta-Vorlage im Pentateuch. (Beihefte zur ZATW 42.p Gießen: Töpelmann 1926. 44 S. gr. 8°, hr. 2,30.