Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neue Arbeiten zur Septuaginta-Forschung
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 10)
- Language
- German
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246 ches sich aber in manchen Formen bereits der Quadratschrift näherte (vom Verf. gesperrt)“. Dieses Ergebnis mutet aus historischen Gründen so selbstverständlich an, daß man sich wundert, warum Fischer es für nötig hielt, bei Texten, die im 4. Jahrhundert v. Chr. und später in Aegypten benutzt wurden, die Möglichkeit, daß sie althebräisch oder samaritanisch geschrieben waren, ausdrücldich abzulehnen1, obwohl doch seit über 20 Jahren die Elephantinepapyri bekannt sind. In der Untersuchung geht Fischer nun so vor, daß er im 1. Teil2 die Buchstabenverwechslungen des Pentateuchs behandelt, und zwar getrennt nach Eigennamen und dem übrigen Text. In jedem der beiden Abschnitte geht er die gefundenen Verwechslungen, nach den Buchstaben des hebräischen Alphabets geordnet, einzeln durch. Im ersten Abschnitt, der ja ״Transkriptionsmaterial“ zum Gegenstände hat, wird mit vollem Recht darauf hingewiesen, ,,daß wir Schritt für Schritt mit innergriechischen Fehlern und Verderbnissen zu rechnen (vom Verf. gesperrt) haben“ und daß man ,,bezüglich der Hörfehler nicht übertreiben“ darf (S. 13), d. h. daß man nicht zu oft für Textfehler mangelhaftes Hören seitens des nach Diktat arbeitenden Schreibers der G verantwortlich machen darf. Fischer kommt also in diesem Teil Wutz recht nahe und beschäftigt sich einleitungsweise auch mit griechischer Paläographie, wenn auch mit z. T. anderem Resultat als Wutz, zieht aber nicht gleich Wutz die Konsequenz, auf die Annahme von Hörfehlern überhaupt zu verzichten und für alles paläographische Erklärungen zu suchen. Zeigt Fischer sich also dort, wo er es mit Transkriptionen zu tun hat, durchaus in der Richtung tätig, in der die Forschung seit Wutz gehen muß, so verfällt er bei den Buchstabenverwechslungen im übrigen Text naturgemäß der ganzen Hilflosigkeit der Forscher, die ohne die Wutzschen Voraussetzungen versuchten, sich ein Bild über das Verhältnis von G zum hebräischen Text zu machen. Für alles muß die ״freie Uebersetzung“ der G herhalten. Die Untersuchung der einzelnen Stellen ist auch hier sehr ausführlich und gründlich, wenn sich auch zu manchen Stellen, auch unabhängig von W.s Theorie, starke Einwände aufdrängen müssen; denn man kann natürlich hinsichtlich der einzelnen Stelle verschiedener Meinung sein, auf . wessen Seite der Textfehler liegt und wie ursprünglich zu lesen war3. Die Arbeit, die Fischer geleistet hat, bleibt darum nicht weniger verdienstlich4. 1 In der Einleitung gibt Fischer S. XII ff. eine sehr dankenswerte Zusammenstellungder Schriften, die bereits das Problem berührt haben, geordnet nach der Stellungnahme der Verfasser. 2 Ein seltsamer Gedanke war es, zu jedem Kapitel die in ihm gebrauchten Abkürzungen gesondert zusammenzustellen, anstatt sie alle dort zu bringen, wo sie jedermann sucht, am Anfang oder am Schluß des Buches. Viele Wiederholungen hätten auch auf diese Weise vermieden werden können. 3 Vgl. das oben S. 238 Anm. 2 über Delitzsch Gesagte. — Einzelheiten können hier nicht geboten werden. 4 Ein Register der zitierten Bibelstellen, auch außerhalb des Pentateuchs, erleichtert die Uebersicht über das verarbeitete Material in erwünschtester Weise.