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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 4 · p. Seite 242

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 4
Article
Neue Arbeiten zur Septuaginta-Forschung
Date
1926-01-01
Page
Seite 242 (sequence 6)
Language
German
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242 verschollener Vokabeln auf, die, soweit die Rekonstruktion als ein« wandfrei gelten kann, ins zukünftige Wörterbuch zum AT werden aufgenommen werden müssen. So viel über die neue Methode. Ihre Bedeutung, über die selbst in einem ausführlichen Referat nach verschiedenen Richtungen hin nicht erschöpfend gehandelt werden konnte, wird schwerlich überschätzt werden können, soviel Zurückhaltung auch im einzelnen noch geboten sein mag1. Zur Prüfung der Fruchtbarkeit seiner Hypothese legt Wutz nun seine Psalmenausgabe2 vor. Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht überraschend. Eine Fülle unmittelbar einleuchtender Lesungen werden uns geboten, die nur auf dem Umweg über die Transkription gefunden werden konnten. Allerdings ist es vielfach nicht möglich, die Handhabung der neuen Methode durch den Herausgeber nachzuprüfen, da in der als Einleitung gegebenen Textgeschichte nur eine Geschichte des hebräischen Textes bis MT geboten wird, wir dagegen über die Transkriptionsregeln, nach denen dieses Buch der G gearbeitet ist, und die Ueberlieferung des griechisehen Textes nur wenig erfahren, mehr schon über die Uebersetzungs- Technik der G (Nr. 7 der Einleitung). Daß die neue Textfassung vielfach nicht befriedigt, braucht kaum gesagt zu werden; man könnte sogar auf dem Standpunkt stehen, daß es überhaupt verfrüht sei, schon an die Herstellung des Textes eines biblischen Buches zu gehen, daß die sehr umfangreichen (S. XLIX—LXI) sachlichen Corrigenda3 und nicht seltenen Druckfehler, die durch das Verzeichnis S. 468 keineswegs erfaßt werden, auf eine überstürzte Herausgabe des Buches schließen lassen. Aber wir müssen Wutzdankbar sein, daß er den Mut gehabt hat, als erster zur Bewährung seiner fundamentalen Entdeckung seine Haut zu Markte zu tragen. Jetzt, da der Anfang einmal gemacht ist, ist auf eine neue, fruchtbare Periode der Textforschung zu hoffen. Daß fast unmittelbar an ihrem Beginn schon die Kritik einsetzen muß, wird Wutz selbst am wenigsten unangenehm sein, ist doch nur durch Kritik eine Förderung der Erkenntnis möglich. Wenn daher im Folgenden am Beispiel eines Psalms gezeigt werden soll, was mich an des Herrn Herausgebers Tätigkeit als Textkritiker nicht befriedigt hat, so möchte dies als Erfüllung einer wissenschaftlichen Pflicht, nicht als Nörgelei aufgefaßt werden. Wer für diese neue Methode die Basis geschaffen hat, braucht nicht selbst ein glänzender Exeget zu sein4. Und wenn wir wirklich finden, daß Wutz nicht immer seinen eigenen Regeln und Maximen entsprechend verfährt, so beweist, das noch nichts gegen die Richtigkeit dieser Regeln und Maximen; und darauf kommt es doch letztlich an. 1 Wir haben uns der Einzelkritik nach Möglichkeit enthalten, um das Neue, Positive an W.s Forschungen möglichst rein hervortreten zu lassen. 2 Die Psalmen, textkritisch untersucht. München: Kösel & Pustet 1925► LXI, 492 S. gr. 8°. Br. Mk. 27,—, Ganzleinen Mk. 30.—. 3 Auch zeigt sich in dem Buche bereits ein Wandel von W.s Auffassung einzelner Stellen aus Psalmen, die,er nicht sehr lange vorher als Probe ver״ öffentlicht hatte (Blätter für den katholischen Klerus V, Nr. 52: VI [u. d. T.: Klerusblatt], Nr. 17—23), . '־ * Vgl. Kittel in DLZ 1925, S. 664.

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