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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 220

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1926-01-01
Page
Seite 220 (sequence 3)
Language
German
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220 Anm. 1); Abraham ist geneigt in ממדא ein Appellativum, einen יוקן ממדה zu sehen. Yon den Einzelheiten nur wenige. Da gibt es beachtenswerte Beispiele für das eschatologische Motiv der Türangel, die sich durch das Ohr oder das Auge des Verdammten dreht (37, Anm.), — ein Motiv, das in G-reßmanns wunderbarer Abhandlung ,,Vom reichen Mann und armen Lazarus“ (Abhandlungen, Berlin 1918, Nr. 7) keinen unbedeutenden Platz einnimmt. Abrahams Werk dient der jüdischen Wissenschaft. Doch bewußterweise bietet er manchen Beitrag zur Geschichte der humanistischen Studien in Frankreich. Da haben wir einen jüdischen Humanisten. Paul Paradis, eigentlich Paolo Canossa, kam von Venedig nach Frankreich und trat, nachdem er dem Judentume abgeschworen hatte, in den Dienst des Königs Franz I., erhielt einen Lehrstuhl für Hebräisch am College royal, übersetzte für Anne de Montmorency die דברי הימים של משה ins Französische. Diese Uebersetzung nun gibt Abraham heraus. Sie ist verständnisvoll verfaßt, den Getauften verrät sie bloß einmal, wo sie auf ״das Alte Testament“ verweist (S. 86, Zeile 11). Nebst dieser Arbeit von Paul Paradis weist Abraham noch eine weitere französische Uebersetzung der דברי הימים של משה nach in einer Handschrift zu Avignon aus dem XVIII. Jahrhundert. Ein echter rechter französischer Humanist wird uns in Gilbert Gaulmyn (1585—1665) vorgeführt, dem Herausgeber der ״ פטירת משהconseiller de roi, maitre des requötes de FHötel du roi, intendant de justice, police et finances“ bewundert von Boileau, Gassendi, Isak Voss, Kenner der orientalischen Sprachen, Sammler von griechischen, hebräischen, arabischen, persischen, türkischen Handschriften, die heute der Bibliotheque nationale angehören. Abraham weist dem von der Grande Encyclopödie Totgeschwiegenen seinen Platz in der Geschichte des französischen ׳Humanismus an (S. 34—36). Auch die Gier ist nicht ohne Interesse, mit der VoLtaire für seinen Artikel Apocryphes im Dictionnaire philosophique einer Uebersetzung der פטירת משה nachjagt (S. 20, 21, 28, 44). In Abrahams Werk wird tüchtige französische philologische Arbeit geleistet: jüdische Gelehrsamkeit verwertet hier die Schätze der französischen Bibliotheken und Handschriftensammlungen zum Nutzen der jüdischen und der französischen Wissenschaft. Zu berichtigen oder zu ergänzen finde ich weniges. — S. 23, Anm. 2 sehe ich es nicht begründet, daß für פרדם bloß Neh 2S und nicht auch (von Cant 43 schon abgesehen) wenigstens Kohelet 26 angeführt wird. — S. 31, Anm. 1 wird die Frage nach der Abfassung des Sifre mit einer Oberflächlichkeit gestreift, die bei unserem Verfasser befremdet. S. 46, Anm. 2. Für den Traum, der Moses als Lamm darstellt, s. jetzt auch Gaster, Exempla of the Rabbis, London, Leipzig 1924, Nr. 242. — S. 60, Anm. 1 bespricht das Schwert zwischen Bettgenossen, s. darüber Heller, L’öpee Symbole et gardienne de chastetö, Eomania 1907, 36—49, L’öpöe gardienne de chastetö dans la littörature juive, REJ, 1906, LII, 169—175. Gaster, Exempla of the Rabbis, Nr. 330, S. 242. S. 75, 76, Anm. Die Ausführungen über Me-atron und die Gleichsetzung Metatrons mit Henoch unterliegt ernsten Bedenken. Eduard Meyer, der selbst zu dieser Gleichsetzung hinneigte, kommt zur Erkenntnis, daß sie sich erst spät vollzogen hat (Ursprung und Anfänge des Christentums, II, 341, III, 649). Auch fällt es auf, daß (in derselben Anmerkung) R. Ismael als ״personnage quasilögendaire“ behandelt wird; der bedeutende Tannait ist geschichtlich wie Napoleon, nur eben von der Legende verherrlicht wie Akiba, Chanina b. Tradjon oder Josua ben Levi. Gewagt ist auch die Gleichsetzung von כסיל und כימה mit נגה und מאדים (S. 79, Anm. 6). Die französische Uebersetzung der פטירת משה von Paul Paradis wimmelt von orthographischen Eigentümlichkeiten, die gewiß nicht ganz Paul Paradis zur Last fallen. Dem Setzer scheint das Französisch des XVI. Jahrhunderts besondere Schwierigkeiten bereitet zu haben. Ueberaus oft fehlt der Punkt am Ende des Satzes. Die Eigennamen werden bald mit kleinen, bald mit großen Anfangsbuchstaben geschrieben. Es findet sich folgende willkürliche Schreibung: ״sara Rebecca, Rachel e lia“ (S. 63, ZeiLe 22). Zu berichtigen;

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