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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1926-01-01
Page
Seite 211 (sequence 3)
Language
German
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2ii drinisch-helienis tischen Ursprungs; vgl. darüber meine Abhandlung: The Unity of God, Annual of the Hebren Union College, Cincinnati I (1923) S. 473—476. Danach ist die vom Verfasser vertretene Ansicht, daß die für verschiedene Naturerscheinungen oder Lebensäußerungen bestellten Engel ursprünglich Gottheiten gewesen seien, nicht haltbar. Ueber den Propheten Elia als Retter in der Not s. ausführlicher A. R. W. 16 (1913) 173—175. Man darf wohl nicht von Elia als Schutzengel der kleinen Kinder sprechen, s. Midrasch Haseroth (London 1917) S. 28. Für die Vorstellung, daß der Herd nach der Auffassung der pal. Juden der Sitz der guten Geister sei, kann ich in der Tosefta, wo es sich nur um das Gelingen des Brotes handelt, keinen Beweis finden. — Verf. führt ferner einen Trauerbrauch der palästinensischen Juden an, nach dem man sich bei einem Todesfälle oder in der Trauer das Haupt verhüllte. Dagegen sagt er selbst S. 154: ln manchen Orten Palästinas war es üblich, daß jeder Trauernde unbedeckten Hauptes war. Als Beleg für die erste Angabe wird Eccl. R. 712j für die zweite Gen. R. P. 100 angeführt. Diese Stelle bedarf aber einer gründlichen Untersuchung. Sie erzählt den Tod Rabbis in Sepphoris. Die Bewohner der Stadt drohten mit Tod jedem, der die Nachrieht von Rabbis Tod verkündet. Darauf hat der geistreiche Bar Kappara טלל בכותא ואדיק ליד. ורישיד, מיכרך ומניה בזיעין. So“ Eccl. R. 7U. Derselbe Wortlaut ist im selben Midrasch zu 9״ zu finden. Pal. Kelaim 93 liest אדיק לון בר קפרא רישיד, מכסי מאנוי מבזין. Babli Ketuboth 104a heißt es: Die Rabbinen sagten zu Bar Kappara: Geh, siehl Er ging und fand Rabbi tot, da zerriß er seine Kleider und drehte den Riß um und sagte etc. Im Berichte des Babli, der rein hebräisch und auch älter als der aramäische zu sein scheint, ist von einer Kopfumhüllung gar nicht die Rede. Der aramäische Text fordert mehrfache Erläuterungen: zuerst עלל בכותא, d. h. Bar Kappara ging durch das Fenster in die Stube hinein. Warum durchs Fenster? Bei vielen Völkern findet sich die Sitte, daß man im Totengemach ein Fenster öffnet, nachdem der Tod eingetreten ist, vgl. die Literatur bei Sartori, Sitte und Brauch I, 128, 1. In der Wochenstube werden die Fenster mit Dornenzweigen oder Wolle verstopft, Tosefta Sabb. VI , Ztschr. d. Vereins f. Volksk. III 29, Verh. der 33. Philog. Versammlung zu Gera, 85. Samter, Geburt, Hochzeit und Tod 26. Dieses geschieht, damit die Seele hinausfliehen kann, vgl. auch Schuhl, S. 9. Melusine, Paris 1878, col. 97. R. Jehuda der Fromme schreibt vor, daß man Fenster und Türe nicht ganz verschließen darf, denn sonst könnten die Dämonen nicht heraus (Testament § 23, vgl. auch מצבת משה § 13, wo geboten wird, das Fenster im Totengemach mit einer Decke zu verhüllen, vgl; dazu den Brauch aus dem Iglauischen ZVfVk. 6, 480). Bar Kappara ging durchs Fenster oder eine Oeffnung, denn die Türe war im Sterbegemach gewiß geschlossen. Es mag aber auch sein, daß die Sitte überhaupt in Palästina unbekannt war, denn sonst hätten die Leute von Sepphoris das geöffnete Fenster als den Eintritt des Todes erklärt. Wir finden aber die Sitte, daß man die Leichen nicht durch die Türe, sondern durch die Fenster trägt1. Wahrscheinlich wollte auch Bar Kappara eine ähnliche Aenderung vornehmen. Beachtenswert ist nun die Differenz zwischen Midrasch und Jer. Midr. hat: אודיק לידי, d. h. er schaute Rabbi an, wie im Babli אזל אשכחיד, דנת נפשיה. Das Umhüllen des Hauptes dürfte sich wohl auf Rabbi beziehen. Das Haupt des Toten lag umhüllt. Hierauf zerriß er, Bar Kappara, seine Kleider. Wir entnehmen einer Stelle, daß das Umhüllen des Trauernden zur Zeit Rabbis noch nicht allgemein üblich war. Seine zwei Söhne gingen in ihrer Trauer, der eine mit bedecktem Kopfe, der andere unbedeckten Hauptes, pal. M. K. 3, Gen. r. 100, 7. In Palästina war das Bedecken des Hauptes ein Zeichen der Auszeichnung und Exzellenz, vgl. B. Ber. 59 b, in Babylonien hingegen ein Zeichen der Trauer, vgl. B. MK. 24a. Aus diesem Grunde streicht der Gaon Amram die Benediktion עוטד oder עוטה, weil die Sitte in Sura nicht üblich sei2. Das zweite Kapitel bespricht die Idee von der Beseeltheit lebloser Dinge, wobei Aptowitzers Arbeit über die Anteilnahme der physischen Welt an den 1 Oholoth VII 3, Beza 10 a, Erubin 68a; 2 S. jetzt darüber m. Aufsatz פריסת מודד, im Haolam. Vol. XIV (1926־), Nr. 8 S. 159 f. 14*

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