Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zu Abraham Eleazars Buch und dem Esch Mezareph
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 5)
- Language
- German
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206 וי־' Geschwätz1. Die Juden sind ihrerseits von der Bewegung der ״Christliehen Kabbala“ ja so gut wie gar nicht berührt worden, und haben, speziell im Orient, bei sich selbst doch wohl auch einiges Interesse für Alchemie aufgebracht, wie die mehrfach vorhandenen arabischjüdischen alchemistischen Rezepte beweisen2. Eislers Zweifel an meinem Recht, die Zitate des Esch Mezareph bei späteren Autoren auf Knorr zurückzuführen, verstehe ich nicht. Daß C 1 u v e r , der nach Ausweis seiner mir bekannt gewordenen Schriften nicht entfernt die Sprachkenntnisse des Hebräischen besaß, um eine schwierige hebräische Handschrift zu lesen, seine Kenntnisse aus zweiter Hand gehabt haben muß, folgt — wie ich in meinem Aufsätze gesagt habe — aus der Inhaltsangabe seines Aufsatzes in Wolfs Bibliotheca hebraica. Der Londoner Druck der Fragmente ist nach Waites ausdrücklichem Zeugnis aus der Kabbala Denudata gemacht worden3 *. Ein Zitat aus dem Pardes rimmonim dort erklärt sich aufs einfachste nicht aus einer Randglosse einer apokryphen Handschrift, sondern aus der Einrichtung des ersten Bandes der Kabbala Denudata, der aus aneinandergereihten Zitaten aus den kabbalistischen Klassikern, unter ihnen Kordovero mit an erster Stelle, besteht. Mehrfach folgen sich hier Zitate aus dem Pardes rimmonim und dem Esch Mezareph unmittelbar hintereinander. Der Kompilator des englischen Textes braucht also nur eines oder mehrere dieser Zitate für solche angesehen zu haben, die der Autor des Esch Mezareph seinem Werke ein verleibt hätte. Und daß die noch späteren Alchemisten ihre Zitate aus Knorr haben, beruht nicht auf meinen ״Verdächtigungen des Cluver“, sondern auf der in Berlin ja unschwer zu bewerkstelligenden Einsicht in die betreffenden Schriften, die fast alle Knorr als ihre Quelle angeben, oder aber jedenfalls seinen lateinischen Wortlaut abschreiben resp. 1 Cf. Sal. Rubi n, אבן החכמים s. 91/92. Die Quelle Rubins — wohl eine der größeren Geschichten der Alchemie — konnte ich hier nicht ermitteln. 2 Im British Museum Or. 64 (Marg. 1093) befinden sich in einer Hs. des XVII. Jhrhdts. zwei arabische alchemistische Abhandlungen in hebräischen Buchstaben. Ein ähnliches Motiv, vielleicht nicht n u r auf Fiktion beruhend — ist aus wesentlich älterer Zeit schon bei Rus ka, Arabische Alchemisten II, p. 54 belegt. Ein jüdisches alchemistisches Werk eines (angeblichen) Z a d i t h ben Hamuel wird in arabischen Quellen erwähnt: Berthelot, la Chimie au moyen age I,'S. 249. Daselbst S. 229, 232, 333 auch andere Bemerkungen über hebräische Texte und dergl., die vielleicht nicht so fiktiv sind, wie Stein- Schneider (in den Semitic Studies für Kohut1897 p. 44) will. Bemerkensw7ert ist auch, daß der Araber Al Sachawi (XVI. Jhrh.) das Wort himija als hebräisch ableitet. Wiedemann (Zur Alchemie bei den Arabern, Journal f. prakt. Chemie 76 (1907) p. 113) hat die Ableitung mißverstanden, und statt der richtigen Lesart des Druckes die Verschlimmbesserung einer Hs. angenommen und sinnlos: ״wohltätiger als Gott“ übersetzt. In der Tat heißt es dort ganz klar: כי מיה denn (annahi, nicht: innahi) sie ist von Gott. Wir haben hier also eine recht interessante, bei einem Juden, von dem sie doch zweifellos stammt, durchaus mögliche Etymologie vor uns. Läßt sie sich vielleicht noch anderswo nachweisen? lieber das alchemistische Em ha-melek des Abu Aflach (God. Brit. Mus. Or. 3659 und Cod. Gaster 19) handle ich gelegentlich der Edition des Befer ha-tamar desselben Autors. 3 Doctrine and Literature of the Kabalah p. 309, wonach das Titelblatt des Buches die Kabbala Denudata ausdrücklich als Quelle angibt.