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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 204

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Zu Abraham Eleazars Buch und dem Esch Mezareph
Date
1926-01-01
Page
Seite 204 (sequence 3)
Language
German
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204 listische und alchemistische Symbolik, durch die er beide aufeinander zu beziehen sucht, sind ausschließlich auf Gematrioth begründet, und zwar auf solche, wie sie in Schriften der spanischen Kabbalisten durchaus nicht Vorkommen: die komplizierten Methoden der Gematria-Berechnung durch Zuhilfenahme der Quersumme und deren Quersummen, der Wortanzahl (כולל) usw. sind in der Kabbala des XIII. Jahrhunderts nicht angewandt worden. Nur in den Kreisen der Chasside Aschkenas und ihrer Nachfolger waren jene Methoden damals verbreitet, und erst ganz allmählich drangen sie auch in die Sephiramystik ein. Unsere Kenntnis der kabbalistischen Literatur reicht auch heute schon aus, um diesen Prozeß zu überschauen, der eben im XVI. Jahrhundert zur vollständigen Durchdringung der Sephiramystik mit der aufs extremste angewandten Zahlenmystik geführt hat, wie sie auch im Esch Mezareph hervortritt. Ich hätte dieses Faktum wohl deutlicher hervorheben sollen. Weiter spricht gegen eine so frühe Ansetzung des Buches im ,alphonsinischen Kreise (1250—1300), daß der Autor den Sohar zitiert, und zwar als ein durchaus bekanntes Buch und in der Anordnung der Drucke. Es ist, wie aus der kabbalistischen Literatur mit völliger Deutlichkeit hervorgeht, eine Beziehung auf den Sohar als ein allgemein zugängliches Buch erst nach 1300 überhaupt möglich. Die Antoren, die den Sohar noch vorher zitieren, beziehen sich auf diese Quelle als etwas durchaus Geheimgehaltenes und Geheimzuhaltendes1. Formeln wie die vom Autor des E. M. gebrauchte: ״Mache mir aber keine Einwände aus den Worten des Sohar oder der Tikkunim“ (Kabbala Denudata I, 301), müssen nach der Veröffentlichung der letzten Soharredaktion (mit den Tikkunim!) geschrieben worden sein. Also auch dies Indiz würde mindestens ins XIV. Jahrhundert weisen, wenn nicht eben auf eine noch spätere Epoche. Im XVI. Jahrhundert, der Blütezeit des Soharstudiums, wo, wie die Daten unserer Soharmanuskripte am sinnfälligsten zeigen, der Sohar erst wirklich ein allgemein verbreitetes Buch geworden war, hat solche Floskel natürlich gar nichts Auffälliges mehr. Ob in der Tat Italien das Ursprungsland des Esch Mezareph ist, kann natürlich bezweifelt werden. Ich selbst habe es ja auch nur als Vermutung geäußert, die sich aus der Berücksichtigung aller Daten ergab. Wenn Eislers Argumente gegen Italien zutreffen, müßte ich auf einen deutschen Juden des XVI. Jahrhunderts . schließen. Gegen diesen Ansatz ließe sich dann schlechterdings nichts sagen, weder von meinen noch von Eislers Argumenten aus. Aber freilich sind auch hier Eislers Gründe nicht überzeugend: Unter den wenigen Juden, die sich im Zeitalter der Renaissance mit Alchemie abgaben und die uns ihrer Persönlichkeit nach bekannt sind, befinden sich.nämiich gerade zwei Juden in Italien. .Der berühmte Jochanan Allem anno zeigt sich in seinen Liqqutim 1 Vgl.,;über die ältesten - Zitate und ihre Formeln meine Ausführungen •in -28—23 ,1 מדע* היהדות.

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