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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 203

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Zu Abraham Eleazars Buch und dem Esch Mezareph
Date
1926-01-01
Page
Seite 203 (sequence 2)
Language
German
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203 zareph in der Renaissancezeit und seiner Meinung, daß ,,nichts, aber auch gar nichts eine Entstehung dieser Schrift im alphonsischen Kreis spätestens im XIII. Jahrhundert“ ausschlösse, .kann ich, so erwünscht viele der von ihm hier im Einzelnen gegebenen Aufklärungen sind, doch nicht zustimmen. Wenn ich meinerseits vielleicht im Unrecht bin mit der Ansetzung des Eindringens der planetarischen Zahlenquadrate in jüdische Kreise, so überschätzt Eisler die Wirkung und Bedeutung der Ghajath al-chakim für die jüdische Magie sehr, so hochwichtig das Werk auch sonst ist. Ich hatte darauf hingewiesen, daß, während innerhalb der gleichen Klasse von magischen Quadraten im einzelnen eine große Mannigfaltigkeit herrscht, gerade die Quadrate bei A g r i p p a auch in den gegebenen Beispielen aufs genaueste mit denen im Esch Mezareph übereinstimmen (mit einer, besonders begründeten Ausnahme). Welche Quadrate nun in der hebräischen Handschrift der Ghaja in München (der einzigen erhaltenen) sich findet, ist mir leider nicht möglich gewesen, festzustellen, da die Hs. zur Zeit nicht zugänglich war. Auf jeden Fall aber kann die Möglichkeit zugegeben werden, daß die Quelle der Kenntnisse des Esch Mezareph älter als Agrippa sein kann, wenn es auch nicht die Ghaja selbst zu sein braucht. Denn deren Einfluß überschätzt Eisler sehr; sieht er doch in ihr die Quelle, aus der die Jüdische Magie die Sternenschrift der Amulette entlehnt habe! Nun brauchten die Juden hierfür die Ghaja nicht, da die sogenannte ״Augenschrift“ (צער עיינין) ihnen ja schon viel früher bekannt war, zweifellos aus den gleichen oder ähnlichen Quellen des spätantiken Zauberwesens und der Vulgärgnosis, aus denen sie etwa Ibn Wahschija, der Vorgänger und wohl auch die Quelle der Ghaja für diese Dinge, geschöpft hat1. Gerade das einzige in der Ghaja vorhandene magische Alphabet — in der Hs. München 214, f. 144 b — stimmt mit dem in alten gaonäischen Merkabhastücken überlieferten ״Alphabet des Metatron“ überein, das sich in vielen Handschriften nachweisen läßt2. Auch die Schreibung des Tetragrammatons in solcher Schrift geht auf gaonäische Zeit zurück3. Die Freude am Neuentdeckten führt hier zu übertriebenen Konsequenzen4. Gegen Eislers Behauptung über das Alter und Ursprungsland des Esch Mezareph spricht, was von ihm gar nicht berücksichtigt wird, die Art, wie hier die Gematria-Methode angewandt wird, worauf ich schon im vorigen Jahrgang S. 101 kurz hingewiesen habe. Die ganzen Auseinandersetzungen des Autors über die kabba- 1 Das Kapitel über die Alphabete, darunter auch die magischen, aus der ״nabatäischen Landwirtschaft“ des Ibn Waljschija ist 1806 von J. Hammer ediert worden: Ancient Alphabets and Hierogtyphic Characters“. In vulgärgnos tischen Texten läßt sich Augenschrift vielf ach nachweisen, so in den von Wünsch edierten ״Sethianischen Verfluchungstafeln.“ 2 So in Cod. Casanat. 179, f 110, Parma (Perreau Nr. 13), f. 110 ff., British Museum (Margol. 752) f. 81, wie auch in einer Hs. der Jerusalemer Bibliothek. Vgl. ,,Jeschurun“ von Kobak VI, 183 (deutscher Teil). 3 Vgl. Kobaks ״Jeschurun“ III 54 ff., wo am Schluß aber die in den Hss. befindliche ausge führte Schreibung fehlt. 4 So sind auch die Nachrichten des Maimonides über die Ssabier nicht aus der ,,hebräischen Picatrix“ herübergenommen, wie Eisler meint, sondern aus Ibn Wakschija, den Maimonides ja ausdrücklich als seine Quelle ,angibt J

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