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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 191

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
Date
1926-01-01
Page
Seite 191 (sequence 12)
Language
German
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191 klassisch-arabischen fa'ila, jafalu nebst intransitiven häufig auch in inchoativer Bedeutung, (ti'ib ward müde, hibil ward schwanger, ribih ward reich u. a.) die sich gelegentlich zum Passiv entwickelt, wie uilid geboren werden65. 2. Diese Erscheinung begegnet uns häufig im ägyptisch-Arabischen. Neben den Reflexivstämmen Itfa'al bzw. Itfi'il syrisch Ethpe'el welche auch in passender Bedeutung angewandt werden, wird auch in diesem Dialekt die Form fi‘il sehr häufig — daneben auch die Form iu'ul, wenn schon seltener — in passiver Bedeutung angewandt; wie sikir, das nach Willmore66 be made get drunk ( betrunken gemacht werden bzw. betrunken werden, — inchoativ) bedeutet; ebenso fikir be made, get poor ghilib be conquered weary zu den Aktiven fakar, sakar, ghalab u. a. m. ־— ghudub (neben ghidib), be vexed, sulk, qurus (neben qiris) be stung, qusum be divided, allotted, zu ghadab, qaras, qasam. Den Ausgangspunkt dieser Intransitiven passiven Bedeutung scheinen diejenigen Verba gebildet zu haben, welche einen Inchoativ und eine ,,geistige oder körperliche Eigenschaft oder Zustand" bezeichneten, wie tiqil be heavy, hilim be patient, hizin be sad u.dgl.m.67 Die spärlichen Beispiele der inneren Passivform, welche Spitta68 anführt, beruhen teils auf Vokalassimilation, so z. B. jükal es wird gegessen vgl. ju'mur er befiehlt wuqfü ,,sie standen" —, teils auf Einfluß des Schriftarabischen —, soz. B. juhka es wird erzählt, tuqta' sie wird abgeschnitten werden. Ebenso sind die seltenen Passiven im Dialekt von Tlemcen zu erklären, wie z. B. yüsab il seratrouve; mä yohsäs innombrable (vgl. kl. arabisch צ) yürä on peut voir; yohtäj il est necessaire69 3. Besonders lehrreich ist der arabische Dialekt von ,Oman und Zanzibar70 wo die Intransitiven ful, fil kl. arabisch fa'ula, jaf'ulu, fa'ila, jaf'alu sehr häufig in passiver Bedeutung angewandt werden. Mit Recht bemerkt Reinhardt, daß diese Intransitiva an sich in erster Linie einen ,,vorübergehenden Zustand" (wie froh 66 Kahle in Volkserzählungen aus Palästina, § 15h, i. 66 S. Willmore, The spoken arabic of Egypt2 (London 1905) §§ 135, 168 und Spitta, Grammatik des arabischen Vulgärdialektes von Aegypten (Leipzig 1880) § 90b, vgl. König Lehrgebäude III § 98. 67 S. Willmore ib. § 141, 142 und Spitta ib. §§ 90—95. Siehe ebenda Beispile für das Impf. — Eine Vergleichung dieser ,,Passiven“ mit dem kl. Arabisch wird ergeben, daß ihnen meistens intransitive Stämme fa'ila, fa'ula entsprechen. Zu sikir vgl. fikir ghudub bzw. ghidib v^wuag■ qurus bzw. qiris usw. S. Lane s. v. So manche u-Laute des ersten Stammkonsonanten im Perf. bzw. des Präformativs im Impf. (Spitta ib. § 93b) rühren teils von der Vokalassimilation, teils von der Harmonisierung der Vokale her. (Vgl. Kahle in Volkserzählungen etc. § 5 und meine folgenden Ausführungen über den ‘Oman dialekt.) Darüber hinaus hat sich im äg. Arab. zu diesen Intransitiven mit inchoativer wie mit pass. Bedeutung nachträglich aktiv-transitive Stämme fa‘ala herausgebildet, wie fakar, sakar u. a. 68 Spitta ib. § 904. 69 W. Mar§ais, Le Dialecte parle ä Tlemcen (Paris 1902) 89. 70 Ein arab. Dialekt gesprochen in ‘Oman und Zanzibar (Stuttgart- Berlin 1984).

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