Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 10)
- Language
- German
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189 gebildet wurde, läßt sich an Beispielen, wie ״ 53מיתתםversiegelt“ Ber 5c, ״ 54 53מיבעלהverheiratet“ Jer I Gen 203!״ מגזלbeschädigt“53 Jer II Num 1212 ״ 53מכספאbeschämt“ Jer I Lev 1314 wahrscheinlich machen. Es sei noch hier erwähnt, daß auch im Samaritanischen das Parti zip ketll häufig in aktiver Bedeutung angewandt wird, wie z. B. אביל אבל Gen 3 735, קרוב קריב, Gen 4510, היושב ־= דיתייב Ex 115, שתיקין schweigend fol 24 Z 1 u. a. m.57 Ueber Ableitung sowie Bedeutung dieser Form werde ich weiter unten ausführlich handeln.. d. Nun zu den jüdisch aramäischen Dialekten selber. Diese werden im Folgenden zusammen behandelt, da sie in den Verbalformen in großen und ganzen miteinander übereinstimmen, sodaß, was von dem einem gesagt werden kann, auch für die anderen gelten mag, abgesehen von den Eigentümlichkeiten, die besonders hervorzuheben sind. Wie wir es bereits oben beim Syr., Mand., und Sam.gesehen haben, so tritt auch in diesen Idiomen das reflexive Hithpe‘el bzw. Ithpe’el als Passiv zum Grundstamm. (Die spärlichen inneren Passiv-Formen der abgeleiteten Verbalstämme im Bibl-Aram. sind wohl auf hebräischen Einfluß zurückzuführen58.) Der Umstand, daß mitunter arabische VII Stamm jJuü! das Nun nicht assimiliert, ist das hier umsomehr auffallend. Sodann ist noch folgendes merkwürdig: Das hebräische Nif’al verliert im Impf, stets sein einziges äußeres Kennzeichen, ja selbst der Imperativ weist das spezifische Formans nicht auf, und gerade im Partizip ist es beibehalten; und womit sonst läßt sich der vereinzelt dastehende Fall erklären, daß eben dieser Verbalstamm zwei Infinitive, נרן^ל für das Perf. und הפ!טל bzw. ד/קטל für das Impf., besitzt. Es liegt wohl nahe, diese Frage mit der Assimilierung des Nun, was angeblich das Dages andeuten soll, zu beantworten. Indessen glaube ich, daß man im Semitischen die Schärfung bezw. die Verdoppelung zu einseitig, wie zu eng faßt, was zu manchen Mißdeutungen bereits geführt hat. So vermutete man im hebräischen Artikel ה das arabische ,,hal“ bzw. die aramäische Demonstrativpartikel ,,han“ (Philippi), da man im Hebräischen in vielen Fällen der Schärfung bzw. der Verdoppelung schon eine Diärese zu wittern glaubte. Indogermanisten sagen uns aber, daß Verdoppelung meistens keine Doppelsetzung des bezüglichen Konsonanten anzeigt (Vgl. hochdeutsch kommen, dagegen wird im Englischen das m nur einmal gesetzt), sondern die Kürze, richtiger die Dauer des Vokals andeutet. Nicht anders verhält es sich im Semitischen. So wird auch in der ״komplizierten babylonischen Punktation“ tatsächlich das tiberianische Dages als ,,Vokalqualität“ am vorhergehenden Vokal durch eigens zu dem Zweck verwandtes Zeichen angegeben. (S. Kahle in Histor. Gramm, v. Bauer-Leander §§ Sw, 9g und derselbe, Der masoretische Text des alten Testaments, Leipzig 1902, S. 34 ff. und Masoreten des Ostens, Leipzig 1913, S. 114). Tatsächlich könnte man nun glauben, im hebräischen Nif‘al eine spätere Kontamination zweier ursprünglich von einander getrennter Formen vor sich zu haben. Sahen wir doch im Sam. Pentateuch, woselbst peTl-Formen für pu‘al-Formen gelesen worden sind,. wrie frei man mit dem geschmeidigen Consonantentext umspringen konnte. Man möge dieses alles, das ich mit allem Vorbehalt vortrage, in Erwägung ziehen. 67 Vgl. Uhlemann, Institutiones linguae samaritanae I (Leipzig 1873) § 18. Ich will noch darauf hinweisen, daß, wie Petermann ib. bezeugt, die Samaritaner ז1דע Gen l2il beide Mal ,,zari“ aussprechen. 58 s. Luzzatto, Grammatik der biblisch-chaldäischen Sprache, ed. Krüger, vgl.. Reckendorf ZDMG 42 (1888) 398.