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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 186

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
Date
1926-01-01
Page
Seite 186 (sequence 7)
Language
German
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186 Passivform sehen dürfen, vollends nicht eine durch innern Vokal- Wechsel gebildete43. Weiter unten wird diese Form ausführlicher behandelt werden. Vorwegnehmend will ich jedoch schon hier darauf hinweisen, daß ihrer syntaktischen Beziehung nach dieselbe nach Nöldeke selbst die ,,Vollendung einer Handlung'״ ausdrückt und mit dem Perfekt gleichbedeutend ist, z. B. בהי חארתא דיהיבא להון מן אלהא, in der Freiheit welche ihnen von Gott gegeben ist (== 44(אתיהבת. Schon aus diesem Beispiel allein geht hervor, daß wir es hier eher mit einem Partizip des Perfekt zu tun haben, als mit einem eigentlichen Passiv. Noch deutlicher ist das bei dem folgenden Beispiel: דלא התימן מלא הלין ולא מתחתמן . . . daß diese Worte nicht geschlossen sind und nicht geschlossen werden45. b. Auch im Mandäischen werden die Reflexivstämme in passiver Bedeutung angewandt. Das Partizip ketll findet sich dort ebenfalls: נטירנא ich bin bewahrt, לגיטנא ich halte fest. Seine ,,Bedeutungs- Verwandtschaft mit dem Perfekt" betont Nöldeke auch hier46. c. Die Samaritaner haben eine besondere Ueberlieferung der Aussprache des Hebräischen. Wir kennen sie aus den Aufzeichnungen von H. Petermann. (Versuch einer hebräischen Formenlehre nach der Aussprache der heutigen Samaritaner nebst einer darnach gebildeten Transskription der Genesis, Leipzig 1868). Diese Aufzeichnungen sind zwar hinsichtlich der Genauigkeit der Aussprache mangelhaft, lassen aber doch das Wesentliche erkennen47. Was man eigentlich als Samaritanisch bezeichnet, ist das westaramäische Idiom, in dem das Targum der Samaritaner verfaßt ist, und in dem die ältesten Texte der samaritanischen Liturgie, sowie andere Werke geschrieben sind. Meiner Behandlung dieses Idioms habe ich das samaritanische Targum in der Ausgabe von H. Petermann-Völlers (Pentateuchus Samaritanus, Berlin 1872-1892) und die liturgischen Texte in der Ausgabe von A. E. Cowley (The Samaritan Liturgy, Oxford 1909, vol I, II) zu Grunde gelegt48. Letzterer liegt zunächst zu Grunde die wichtige vatikanische Handschrift V 3; welche bei Cowley I, S. XVIII näher beschrieben ist, und deren Seitenzahl ich auch im Folgenden angebe. Im hebräischen Pentateuch der Samaritaner sind die aus der masoretischen Ueberlieferung bekannten Passivbildungen im allgemeinen nicht vorhanden. Es ist vielleicht auf aramäischen Einfluß zurückzuführen, daß dort der Unterschied zwischen Aktiv und Passiv derselbe ist wie der zwischen Transitiv und Intransitiv, 43 S. E. Sellin, Die Verbal-nominale Doppelnatur der hebr. Partizipien und Infinitive (Diss. Leipzig 1889), S. 17, Anmerkung. 44 Syr. Gram. § 278. 45 ib. 46 Mandaiische Grammatik § 175a, s. ebenda Seite 213 oben u. § 262, S. 379 ff., wo sich weitere Beispiele finden. 47 Neue Aufzeichnungen hat Herr Prof. Schaade in Hamburg gemacht. Er schreibt mir, daß die Aufzeichnungen Petermanns durch seine Aufzeichnungen im großen und ganzen bestätigt werden. 48 Ich benutzte hierbei die Exemplare meines hochverehrten Lehrers Herrn Prof. Kahle, in denen Varianten einiger authentischen Codices hineinkollationiert sind; die habe ich auch mit berücksichtigt.

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