Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 5)
- Language
- German
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184 ladet auf, סליקא sie stieg hinauf u. a. m.28 wäre kein Unterschied zwischen aktiven und passiven Verben angedeutet; das leuchtet nur schwer ein. In neuerer Zeit hat Brockelmann in seinem Grundriß29 die betreffenden Partizipialformen dargestellt. Er glaubt z. B. mit Barth und Lagarde, daß katil eine häufige Dehnstufe des katil-Adjektiv darstellt und neben neutrischen (wohl i-Stämmen?) und u-Stämmen sich findet. Obschon die Entstehungsweise dieser Bildungen von ihm erklärt ,wird, behandelt er die Bedeutungsentwicklung derselben nicht sehr ausführlich, und führt die verschiedenen Bedeutungsstufen (aktive, passive, adjektive, etc.) lediglich an. Es scheint auch nicht in seiner Absicht gelegen zu haben, genauer darauf einzugehen, trotzdem er auf die Schwierigkeiten recht klar hin weist. So zeigt er z. B., daß G katil neben aktiven Stämmen als aktives Partizip (wie kundig, und dann auch als passives Partizip (wie nahir) geschlachtet bedeuten kann30. Die letztere Bedeutung betreffend, neigt er der Auffassung Barths31 zu, wonach der passive Gebrauch im Arabischen aus den Abstraktum sich entwickelt habe, wie z. B. dabifr geschlachtet(es Schaf), welches im Feminin unverändert bleibt32. In derselben Weise behandelt er auch die katül-Bildung33; nur vermißt man hier einen Hinweis auf den Zusammenhang mit einem entsprechenden Verbalstamm. Daß z. B. nazür wenig mit nazura wenig sein zusammenhängt, darauf wird von ihm nicht hingewiesen. ר - G 5 ° Wenn Brockelmann aber Jytb durch als Partizip Passiv ersetzt sein läßt, so ist es mir schwer verständlich, wie Jy!! selber schon als Partizip Passiv im Arabischen ,,ziemlich selten“34 sein konnte, da doch das ״ma“ an sich lediglich ein Zeichen eines abgeleiteten Stammes ist, und ihm als solchen keine passive Bedeutung zukommen kann. Was das hebräische פעול speziell betrifft, so betrachtet er es als ,,regelmäßiges“ Partizip Passiv35. Die Ausführungen von Bauer-Leander36 bezüglich der hebräischen katil-Bildungen gehen z.T. offenbar auf die von Brockelmann zurück. Sie setzen jedoch für die Entstehung dieser Formen katil—katül ein Nomen bzw. ein Verbum voraus. Die Bedeutungen werden von ihnen zweckmäßig nur kurz ohne besondere Erklärungen angegeben: zuständlich, aktiv, passiv usw.37 28 Dalman, Grammatik des jüdisch-palästinischen Aramäisch2 §§ 62b, c, 160. S. daselbst die weiteren Beispiele, besonders die mit babylonischer Punktation versehenen. 28 Grundriß I § 138. 30 ib § 138b, c. 31 NB § 82, 85. 32 GR § 138c. 33 ib § 141a—b. 34 ib § 141 S, vgl. Barth NB 123c. 35 ib., vgl. Barth ib § 123a. 86 Historische Grammatik § 61ma, n«. 37 ib § 61na.