Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 3)
- Language
- German
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182 sammenfallen, hat man sie früher auch zu diesen gerechnet; Schon den mittelalterlichen jüdischen Gramatikern sind diese Formen auf״ gefallen, und einige, wie Schemuel Hannagid und Mosche Hakkohen, haben sie dann auch als Passiva Kal angesehen 9. Die Ansicht Böttchers und Barths hinsichtlich des Passiv Kal fand allmählich allgemeine Anerkennung. Merkwürdigerweise fand aber ihr Nachweis, daß יולד er wird geboren, אכל er wird verzehrt tatsächlich Partizipien sind, wenig Beachtung, und nach wie vor wurde das hebr. katül — כתוב geschrieben — als Part. Pass., als inneres Passiv betrachtet, wiewohl schon Knudtzon10 unter Hinweis auf Gesenius-Kautzsch* 11 und Nöldeke12 bemerkt hatten, daß man weder im hebr. katül, noch im aram. ketxl ein durch inneren Vokalwechsel gebildetes Passiv sehen darf12a. Im Arabischen dienen bekanntlich neben den inneren Passivformen die reflexiven Stämme als Passiva. Aus diesem Umstand haben manche Forscher — wie z. B. Völlers13 — geschlossen, daß die Bedeutung des inneren Passivs in der Volkssprache vergessen war und allmählich die Reflexivstämme jenes verdrängten, so daß es in den meisten Dialekten verschwunden ist (s. u.) Aehnlich dachte man sich die Sache in anderen semitischen Sprachen. Unter den arabischen inneren Passivformen des Grundstammes sind auch solche Stämme anzutreffen, welche ihrer Bedeutung nach keine eigentlichen Passiva sind, wie 3ß> mager sein u. a. m. Die arabischen Gelehrten, wie z. B. Ta'lab14, haben bereits diese Ausnahmen angeführt. Mit Recht schließt Reckendorf15 aus ihnen, daß die Araber diese Verba lediglich ,,als stark intrans. Verba empfanden/' Gestützt auf diese Ausführungen, folgert Blake16, daß, da neben diesen uneigentlichen Passiven vielfach auch intr. fu'ila-Formen (nuzila, näzila suffer with catarrh) vorhanden sind, das arab. innere Passiv ursprünglich aus diesen intr. fa‘ila-Formen hervorgegangen sei, darauf deutet schon die äußere Form hin: katila: kutila, jaktaiu: juktalu. Die Partizipialformen, die zum hebräischen, arabischen wie zum aramäischen Passiv gehören, wurden von Lagarde17 und Brar t h18 behandelt. Lagarde leitet die hebräischen Formen katül 9 S. Jbn Ezra, Sahöth ed. Lipmann (Fürth 1829) 68 af., Mozenajim (Jerusalem 1702) 23au. DavidKimhiMikhlöl, (Fürth 1705) 69a. 10 ZA VII (1892) 38. ' ’ 11 ’S. 0. Anmerkung. 12 S. unten. 12a Darüber habe ich ausführlich gehandelt in einem Aufsatz, erschienen in der hebr. Monatsschrift השפדי, Petersburg 1913, S. 201 ff. 13 Volkssprache und Schriftsprache im alten Arabien (Straßburg 1906) § 24. 34 Kitäb al-fasllj ed. J. Barth (Leipzig 1876). 15 Die syntaktischen Verhältnisse des Arabischen (Leiden 1895) § 25. 16 JAOS 22 (1901) 47 f. , 17 Uebersicht über die im Aramäischen, Arabischen und Hebräischen übliche Bildung der Nomina, Göttingen 1889 (Abhandlung d. Göttinger Ges. d. Wiss. Bd. . 35 u. 37). 18 Die Nominalbildung in. den semitischen Sprachen (Leipzig 1894).