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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
Date
1926-01-01
Page
Seite 181 (sequence 2)
Language
German
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181 Nomens2 für das Semitische kaum in Betracht. Die verbale Natur des Satzbaues aber, d. h. die häufige Anwendung des Verbums auch da, wo idg. Sprachen eine andere Sprachkategorie gebrauchen, ist längst als Eigentümlichkeit des Semitischen erkannt worden. Infolgedessen dürfte man m. E. auch nicht beispielsweise das hebr. Perfekt, wie manche es tun; aus einem Adjektiv bzw. Nomen agentis entstanden denken3. Obschon das Perfekt seiner äußeren Struktur nach den Eindruck einer zusammengesetzten Form erweckt, muß es doch eine ursprünglich organische Bildung gewesen sein. Es läßt sich auch nur schwer annehmen, daß zu einem Zeitpunkt, als schon die Sprachen sich auszubilden begannen, und Beziehungen zwischen Gegenständen dem Menschen zum Bewußtsein kamen, nicht auch gleichzeitig Tätigkeitsbegriffe unmittelbar sich ausgebildet haben und irgendwie zum Ausdruck, zum sprachlichen Ausdruck, gebracht worden sind. Mithin sind auch die sogenanten Nomina verbi, die in engem Zusammenhang mit dem betreffenden Verbalstamm stehen und mit demselben der Form, wie der Bedeutung nach übereinstimmen, nicht vom Verbum zu trennen. Mindestens zwingt uns nichts zu dieser Annahme. Sodann sind auch diejenigen Ädjektiva, welche ein entsprechendes Verbum aufweisen, die sogenannten Verbaladjektiva, vom Verbum eben abgeleitet zu denken4. Dies gilt besonders von solchen Verben, die kein eigenes Partizip besitzen. Da ist überhaupt zwischen Partizip und Adjektiv kein Unterschied zu sehen. So wurde denn die Ansicht Kimhis, daß כבד ,חזלן, keine Partizipia, sondern Ädjektiva darstellen, da diese eher zur dritten Person des Perfekts, als zur gewöhnlichen Partizipialform kotel stimmen — mit Recht — verworfen5. B. Die Passivbildungen des Grundstainmes im Semitischen sind bisher nicht besonders behandelt worden. Während im klass. Arab. das innere Passiv kutila ganz selbstverständlich als solches angesehen wurde, hat rnan im Hebr. in der Partizipialbildung katül getötet den einzigen Ueberrest dieser Verbalform sehen wollen6. Erst Böttcher7 .und Barth8 haben nachgewiesen, daß auch im Hebr. ein passives Kal existiert. Da nämlich die betreffenden Passivformen im Perf. mit dem Pu‘al und im Impf, mit dem Hof'al (יוצר) zu- 2 Zu dieser Frage vgl. Ewald, Lehrbuch § 107, Böttcher, Lehrbuch § 522 ff., Barth, ZDMG 44 (1890) 689. In Bezug auf das Idg. Buschmann in ALZF 1848 S. 274 ff. In neuerer Zeit hat auch Hirt (Indogermanische Forschungen XXVII) das idg. Verbum auf das Nomen zurückzuführen versucht. , 3 So H. Bauer, Die Tempora im Semitischen (Leipzig 1910). Vgl. Bauer-Leander, Historische Gram. d. hebr. Sprache (Halle 1918). § 35 h. 4 Aehnliches gilt vom Indogermanischen. Auch dort stammen die Verbaladjektiva von dem Verbum her. Vgl. H.Naumann, Kurze historische Syntax der deutschen Sprache (Straßburg 1915) 89. 5 S. König, Lehrgebäude d. hebr. Sprache I § 21, 5. 6 Gesenius-Kautzsch27, Hebräische Grammatik § 50. 7 Ausführliches Lehrbuch der hebr. Sprache (Leipzig 1868) § 904. 8 Jubelschrift zum 70. Geburtstag des Dr. J. Hildesheimer, Berlin 1890. Vgl. Nominalbildung § 27 g. Anmerkung 2 u. § 51a.

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