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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Eine jüdische Messiasprophetie auf das Jahr 1186 und der dritte Kreuzzug
Date
1926-01-01
Page
Seite 162 (sequence 8)
Language
German
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162 wurden, zeigt die Aeußerung, mit der Maimonides im I. T. ein von ihnen erwähntes Vorzeichen der Endzeit abtut: ,,Aber das Vor- Zeichen vom Djairun-Tor und ähnliches sind sehr schwache Dinge. Sie (die Aeußerungen darüber) sind nicht namentlich den Weisen zugeschrieben und gehören nicht zu ihren Worten. Einige sind Allegorie und Dichtung. Beachte derartiges nicht“* 1. Die uns hier angehende Version hat bereits im Anfang einen in dem älteren Text nicht vorhandenen Einschub, der auf die Almohadenverfolgung passen könnte2: ״Am Ende seiner Herrschaft wird das Reich Ismaels viele von Israel töten, ohne Maß, und wird über Israel schwere Gesetze verhängen und wird sagen: Wer in der Tora liest, wird mit dem Schwert getötet werden, und es wird einen Teil Israels zu ihrem Glauben überführen, und das Reich des Keni3 wird in dieser Zeit nach Jerusalem kommen, sie werden es erobern und darin mehr als 30 000 Menschen erschlagen.“ Dem Schluß des alten Textes fügen sich noch unzweideutigere Zusätze an4: ,,Nach all diesem gewinnen die Söhne des Westens die Oberhand mit großen Heeren. Sie kommen vermischt und liefern den Söhnen des Ostens in ihrem Lande eine Schlacht und töten sie, und die übrigen fliehen vor ihnen und kommen nach Alexandria. Ein Teil von den Söhnen des Westens setzt ihnen nach. Sie kommen [nach Alexandria?], und dort wird eine große Schlacht stattfinden. Die Söhne des Ostens hundert; der spätere Teil III, 81 Zeile 13 i. soll den Einfall der Mongolen in Palästina im 13. Jahrhundert schildern (Gesch. d. J. VII, Note 7). Stein- Schneider in Geigers Jüd. Zeitschr. f. wiss. Theol. I, 308 n. 11 u. ZDMG. 28, 636 f. ist geneigt, beide Versionen zum mindesten als Bearbeitungen aus der Zeit der Kreuzzüge anzusehen; bestimmte Gründe gibt er nicht an, aber er fordert mit Recht eine Vergleichung mit ähnlichen Texten. Diese lohnende Aufgabe liegt mir hier fern, ich versuche nur, deutliche Beziehungen zu den den Kreuzzügen abzuheben. Solche kann ich an der älteren Version nicht feststellen. Gerade das Stück III, 81 f. (das auch Jellinek III, S. XIX in die Zeit der Kreuzzüge verlegt) mit seiner Schilderung der Kämpfe der Weltmächte in Aegypten, deren eine von vier näher charakterisierten Königen geführt wird, gehört ganz einer bis tief in die Antike zurückreichenden Eschatologie an. Dafür verweise ich nur, da ich darüber keine Spezialstudien anzustellen habe, auf Kampers, Vom Werdegang der abendländischen Kaisermystik S. 99 u. 107 f. und die dort angeführte Literatur. Man vergleiche auch die Gestalt bei Jellinek IV, 120 ( III, 81; die jüngere Version hat hier mehr von den älteren Zügen): והוא זקן וגבה קומה ויש לו שומר, על גודלו של רגל הימנית mit der Daniel-Ap. bei E. Klostermann, Analecta zur Septuaginta, Leipzig 1895, S. 118: eupyJosTe avB’payrcov piaov t^׳ fltaxia, l^ovxa hzi xbv Ss£1öv %oba |l430v.'t0ü xäXaji.ou 9[kov. Auch das Ansammeln von Silber und Gold (das später dem Messias zufällt), worin Graetz deutliche Hinweise auf einen Mongolen fürsten sah, findet sich in älteren byzantinischen Apokalysen. 1 Ueber das Djairun-Tor und seine Beziehungen zu unseren Apokalypsen vgl. Steinschneider ZDMG. a. a. O. Er erwähnt S. 642 einen Einsturz des Tores vom Jahre 1164 (ebenso Encyclopädie des Islam I, 943), der Anlaß gegeben haben könnte, das alte Orakel wieder in Umlauf zu setzen. Die Stelle im J. T. Licht, fol. 6c (hier korrupt האות של שעי גרן) und ed. Holub S. 46 (שערגוראן). 2 Jellinek IV, 119; verglichen mit III, 78. Aehnliches in der von Stein- Schneider herangezogenen Daniel-Ap. in A. Merx* Archiv f. Wissenschaftl. Erforschung des A. T. I (1869), S. 413. 3 Keni ist aus dem älteren Text übernommen und in seinem dortigen Sinn nicht verstanden; es muß hier im Gegensatz zu dort soviel wie Edom bedeuten. In dem älteren Text steht Keni für Ismael (ZDMG. 28, 636 n. 20). 4 Jellinek IV, 121, Zeile 14 f;

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