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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 158

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Eine jüdische Messiasprophetie auf das Jahr 1186 und der dritte Kreuzzug
Date
1926-01-01
Page
Seite 158 (sequence 4)
Language
German
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153 Male, abermals sieben Jahre vorher zum ersten Male in Ispahan offenbart. Es ist die Spanne von 1179—1186 (4939—4946), welche auch in der Christenheit überall gläubige Seelen in Atem hielt1. Selbst in England gab es Leute, die in Saladin den Vollstrecker der Prophetie von Toledo sahen2. Kein Wunder, daß er von den orientalischen Juden als Wegbereiter des Messias begrüßt wurde. Am 20. VIII. 1187 (oder jedenfalls nicht viel später), etwa 1% Monate nach der Eroberung Akkons durch Saladin war der Brief in den Händen der Juden von Fez. Er ist nicht aus unklaren Erinnerungen an David Alroy und ebenfalls länger zurückliegende Ereignisse in Arabien entstanden3, sondern unmittelbar unter dem Eindruck von Saladins Siegeszug und der darin erblickten Bestätigung verbreiteter Prophetien verfaßt worden. Man hat ihn an die Brüder im Westen geschickt, um sie aufzurütteln, und hat sich dabei der Autorität des Lehrers in Kairo bedient. Die Fälschung muß uns um so gewagter erscheinen, als wir uns noch heute in Maimunis Sendschreiben an die Jemeniten von seinem ganz entgegengesetzten Standpunkt überzeugen können. Aber in gewisser. Weise beglaubigt der echte Brief den unechten. Seit A. Geiger datiert man den ,,Iggeret Teman“ mit dem Jahre 1172, wohl mit Unrecht!4 Der falsche Messias, gegen den R. M. b. M. mit einem Teil der Argumente dieses Briefes ankämpft, beruft sich auf die uns bekannten oder ähnliche Prophetien für das Jahr 1186. Mit heftigen, an Jacob Alfajumi in Jemen gerichteten Worten wendet sich Moses gegen den astrologischen Glauben, der weder Macht haben dürfe, trügerische Hoffnungen zu nähren noch Verzweiflung zu wecken. ,,Kümmere dich nicht darum, wenn jemand von großer oder kleiner Konjunktion spricht/' Die Schwäche der Erkenntnis bei den Juden ist nicht bedingt durch den gegenwärtigen Stand der Gestirne im Dreieck der Erde. ,,Wenn du sagst, daß man die nächste Konjunktion berechnet und gefunden habe, daß sich 1 Das Jahr 1179 wird zwar nicht in den im Abschnitt I mitgeteilten Texten, wohl aber bei Roger v. Wendower u. a. als Ausgangspunkt der in sieben Jahren zu erfüllenden Prophetie gegeben (Gr. S. 174 f.). 2 Vgl. oben Abschnitt I. Saladin wird von Arnold von Lübeck als ,,virga furoris Domini et formidabilis Ghristiani nominis malleus“ bezeichnet. Vgl. Röhricht, Gesch. d. Kgr. Jerusalem S. 654 n. 3. 3 So dachte außer Neubauer auch D. Kaufmann REJ. 24, 112 f. Ich war der Auffassung dieses Gelehrten in meinen Untersuchungen über den Schebet Jehuda gefolgt. 4 Geiger, Moses ben Maimon (1850) S. 66 f., dem alle Späteren gefolgt sind, bestimmte das Datum des J. T. durch folgende Argumente:- 1. In dem 1194 verfaßten Brief über Astrologie an die Gelehrten der Provence werden die im J. T. behandelten Vorgänge, als vor 22 Jahren geschehen, erwähnt. Diese Zahl hat bei einseitiger handschriftlicher Ueberlieferung keine selbständige Bedeutung. 2. Im J. T. wird zwar der Mischna-Kommentar, aber nicht der Mischne Tora erwähnt, ,,während es an Anknüpfungspunkte nicht fehlte. So stimmen seine Behauptungen über die Prophezeiung . . . vollständig überein mit M. T. יסודי התורה c. 7 bis Ende . . ., und eine Verweisung darauf wäre weit zweckmäßiger gewesen als auf den Kommentar zur Mischna, der einzelnes gar nicht enthält, indem dieses vielmehr, aus eigener Ansicht in dem Sendschreiben, erörtert, erst dadurch Eingang in den M. T. gefunden hat.“ Wenn man aber Geigers wertvoller Anregung folgt und die genannten Stellen

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