Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Textkritische Bemerkungen
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 4)
- Language
- German
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126 על מילת הבן, wie wir ja auch bei der Auslösung der Erstgeborenen על פדיון הבן sagen1, oder wir setzen in der zweiten Benediktion להכניס הבן an die Stelle von להכניסו, Eine ,,Aenderung des Gepräges, das die Weisen den Segenssprüchen■ aufgeprägt“, ist weder das eine noch das andere, da es sich in beiden Fällen nur um einen formalen und nicht um einen sachlichen Eingriff handelt. Der einfachste Ausweg wäre freilich die Aenderung von להכניסו in להכניסך. Sie gäbe zwar der Benediktion eine etwas ungewöhnliche Fassung, die aber doch nicht ohne Beispiel wäre. Beim Betreten des Friedhofes sprechen wir eine B'racha, die zunächst an ^Gott gerichtet ist, sich aber bald im anschließenden Relativsatze mit den Worten אשר יצר אתכם בדין den Seelen der Heimgegangenen zuwendet. So wäre auch hier, da wir mit אשר קדשנו in der dritten und nicht mit אשר קדשתנו in der zweiten Person fortfahren, gegen להכניסך von Seiten der Syntax nicht viel einzuwenden. Vielleicht aber vom Standpunkte der Halacha. Die Aenderung am Suffix scheint mir doch eine tiefer greifende Verletzung der hergebrachten, von den alten Weisen geprägten Form2. אשר הדש ידידומבטז.14 In der auf die Beschneidung folgenden Benediktion beten wir: ,,Befiehl, unsern Liebling vom Verderben zu retten, um seines Bundes willen, den er an unserm Körper besiegelt hat“. Am Anfänge dieses Satzes ist Gott der Angeredete, im weiteren Verlaufe aber wird von ihm in der dritten Person gesprochen- Kein Geringerer als der Schach verteidigt (Jore Defa 2655) diesen sonderbaren Satzbau. Es wäre dies, meint er, die Fassung der Gebete und Segenssprüche an vielen Stellen. Der Uebergang von der zweiten Person im Hauptsatze zur dritten im Nebensätze ist allerdings keine seltene Erscheinung, nach מלך הצולם ist er sogar die Regel; im selben Satze jedoch dürfte er normalerweise nicht Vorkommen. Bei aller Verehrung und Bewunderung für den Verfasser, von dem man sagen kann: שפתי כהן ישמרו דעת 'ותורה יבקשו מפיהו, möchte ich mir doch in Demut die Bemerkung gestatten, daß neben dieser Schwierigkeit hier noch eine andere besteht, die er leider keiner Beachtung gewürdigt hat. ,,Befiehl zu retten“! Das ist doch sonst nicht der Stil unserer Gebete. Warum nicht kürzer und besser: Rette unsern Liebling vom Verderben? Man könnte auf Ps 91X1 hin weisen. 1 Allerdings spricht diese Benediktion der Vater. Wer sich selbst anslöst, sagt על םריל| רובבור. Es scheint demnach, daß הכן in solchem Zusammenhang nicht den Knaben schlechthin, sondern das eigene Kind bedeutet. 2 Der Segens'spruch über den Duft wohlriechender Kräuter schließt im Talmud (B’rachot 43b oben) mit den Worten בורא עשבי בשמים. Ebenso bei Alfasi (das. Nr. 158), in Mischne Tora (Hil. B’rachot IX 1), in Tur und Schulhan ‘Aruch (I 216a) wie auch in den älteren Gebetbüchern. In*den neueren *dagegen findet man עשבי in עשבות verbessert. Das ist zwar keine unzulässige oder gar unstatthafte Aenderung, aber immerhin eine ganz willkürliche und darum unbefugte. Es ist wahr, in der Bibel findet sich עשבי nicht, allein auch עשבות nur ein einziges Mal (Spr. 2725). Dagegen lautet in Mischna und Talmud meines Wissens die Mehrzahl von עשב niemals עשבות, immer nur, soweit meine Erinnerung reicht, עשבים (z. B. Schabbat VII 4, M’gilla III 3).