Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine jüdische Messiasprophetie auf das Jahr 1186 und der dritte Kreuzzug
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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115 Secundo exiet homo quidam de Helam et congregabit multos et fortes exercitus1 et stragem faciet magnam in gentibus2 et non diu vivet. Tertio surget quidam alius homo, dicens se esse prophetam, tenens librum in manu sua et dicens se esse missum a deo et per prophetas suos, et per praedicationem multos de gentibus errare faciet et seducet plurimos, et quod gentibus prophetaverit, super semetipsum convertetur; et ille idem diu non vivet. Quarto videbitur in coelo cometes, stella scilicet crinita sive caudata, et haec apparitio significabit consummationes et tumultus et proelia dura et retentiones pluviarum et siccitates terrarum et pugnas fortes et effusiones sanguinis in terra orientis et per Iransversum Heberi fluminis pertinget usque ad fines occidentis; et in tantum opprimentur seu persecutiones patientur justi et veri religiosi, quod disturbabuntur domus orationis. Quinto erit eclipsis solis ignei coloris tanta, quod totum corpus ilius obscurabitur, et tanta erit obscuritas super terram tempore eclipsis, quanta fieri solet circa mediam noctem, quando luna non lucet tempore pluvioso ... Diese Version hat schon Grauert mit Hilfe von Hommel auf jüdischen Ursprung zurückgeführt. Dafür sprach den beiden Gelehrten das jüdische Datum, das Wort Moranaim (מאונים) und auch der Flußname Heberi (3(כבר. Wir können hinzufügen: Das ganze Stück ist aus dem Hebräischen übersetzt, wie der Versuch einer Rückübersetzung ohne weiteres zeigt. Der Inhalt weist überall charakteristische Züge der spät jüdischen Apokalypse auf. Zu diesen gehört die Liste der beim Eintritt der Endzeit zerstörten Städte, die am ehesten einen Anhalt zur Beurteilung des Textes bieten dürfte. Es sind wohl nicht die Namen von spanischen, sizilischen und nordafrikanischen Städten, wie Hommel vermutete. Man vergleiche die ganz ähnliche Liste der wahrscheinlich frühestens im 7. Jahrhundert verfaßten sog. Elias-Apokalypse4, die gleichfalls 1 Dan 1110. 2 cf. Sack c. 14. 3 Gr. S. 310. 4 ed. Jellinek, Bet kamidrasck III, 65 f. M. Buttenwieser, Die hebräische Elias-Apokalypse und ihre Stellung in der apokalyptischen . Literatur des rabbinischen Schrifttums und. der Kirche, Leipzig 1897. Die Datierungsversuche von Buttenwieser (vgl. auch Jewish Encyclopedia I, 681 f.) und Krauss (JQR. 14, 359 f.; Studien zur byzantinisch-jüdischen Geschichte 1914 S. 34; Monumenta talmudica V, 1914, S. 53 f.), welche, mit einigen Abweichungen, die Auswahl der Ortsnamen wie überhaupt den Inhalt aus den politischen Verhältnissen Palästinas im 3. Jahrhundert erklären, sind entschieden abzulehnen. Die Elias-Ap. ist wohl ähnlich zu beurteilen wie die Serubabel-Ap., die neuerdings von Israel Levi, REJ. 68, 69 u. 71 behandelt worden ist. Vgl. dessen Bemerkung REJ. 69, S. 113 n. 2, vgl. auch Stein- Schneider MGWJ. 42, 168 und Jellinek III, S. XVIII. Die Liste der Ortsnam«ח in der Elias-Ap. lautet: מלכד (Butt. יריחו,בארות, ביח חורין, סוסין(םיפרין צור, ובית חלפות (ובית ,(B. בית מגדיאל (בית מגדול ,(B. וארד, שלום, ושימרון (ושומרון אנפוכיה, אלכפנדריא, ואדום. ,(B.״ ולוד, בוו, ובית עינם, חמת ספר, הרשת (חדשה(B.jpjtDjjn Für das Motiv der Zerstörung gewisser Städte beim Eintritt der Endzeit, das sich ja noch viel weiter zurück verfolgen läßt, vgl. auch Beth hamidrasch 111, 71: קודם שתפול מלכות אדום יחרבו עשרה מקומות וי׳ מקומות יהפכו. Mir wird entgegengehalten, daß die Auswahl der geographischen Namen unseres lateinischen Textes wohl durch astrologische Gesichtspunkte bestimmt worden sei; die angeführten Länder und Städte lägen danach wirk- 8*