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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 2 · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 2
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1926-01-01
Page
Seite 89 (sequence 15)
Language
German
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89 konzentrierten sich schließlich in Halicz als einziger Gemeinde. Die Jugend verließ ihren Glauben. .Der Vernichtungsprozeß schreitet in Galizien fort. Nowe Zycie 1924 II 61 ff.: Baiaban, Ghetti polnischer Städte. 1. Lublin. Die Abhandlung bringt mit Ausnahme von Grabstein-Abbildungen und einigen Illustrationen nichts neues gegenüber dem Buche desselben Verfassers ,,Die Judenstadt von Lublin“, 1919. Auf dem Grabsteine des 'אושעי p אברהם handelt es sich nicht um den Sohn des ,,Uzia“, sondern des Oschaja, ein Name, der ja im Talmud nicht selten ist. Daselbst I 197 ff.: Balabaft, Befestigte Synagogen in den östliehen Kreisen der Republik (Polen). Um 1772 hatte Tarnopol die schönste steinerne polnische Synagoge, die groß und geräumig war (Abbildung 7). Es gab ihrer viele, aber nicht alle sind erhalten. Nur außerhalb der Städte befindliche Synagogen mußten befestigt sein. Waren sie aus Holz, so konnten sie unbefestigt bleiben. Die burgartigen Gotteshäuser wurden als kleine Festungen mit Schießfenstern ausgebaut, so 1626 die rabbanitische in Luzk, deren Bauetlaubnis von Sigismund III. stammte. In Friedenszeiten diente ihr Turm als Kahalsgef ängnis; in den Zeiten der Kriege mit den Kosaken und Moskowitern war sie ein Bollwerk. Wahrscheinlich war auch die Lemberger Synagoge in der Krakauer Vorstadt befestigt. Solche Betstätten bestanden in der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts in Ljubomil (Wolhynien), Szarygrod (Podolien), Brody, Leszniow, Tarnopol und Zolkiew. Die letztere, eine der schönsten und stärkstbefestigten, wurde nach den Einfällen der Kosaken und Tartaren erbaut. Es ist eine Legende, daß Johann Sobieski sie gegründet habe. 1692 erteilte der Lemberger Erzbischof den Baukonsens. Einstmals war der Betsaa.1 schön ausgemalt, wovon noch Spuren vorhanden sind. Husiatyns befestigte Synagoge entstand 1672 bis 1699, als die Türken in Podolien herrschten. Die Juden mußten für die Verteidigung dieser Festungen auf kommen. So ordnete es bereits ein Dekret Sigismunds III. an. 1648 bewaffnete der Lemberger Gemeindesyndikus die jüdische Jugend mit 200 Karabinern aus dem städtischen Arsenal zur Verteidigung der jüdischen Seite der Stadtmauer. Auch in Rzezöw mußten die Juden zwecks Mitverteidigung im Kriege im Besitze von Waffen sein. Der jüdische Hetman hieß 1627 Moszko Haftaz. In der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts wurden auch die jüdischen Innungen zur Verteidigung herangezogen. Die Kürschnerinnung stellte eine eigene Kompagnie von Musketieren. Auch die Tarnopoler Juden wurden 1672 zur Stadtverteidigung verpflichtet. Die Abhandlung ist mit 7 Abbildungen solcher Synagogen geschmückt, aus Luzk, Ljubomil, Szarygrod, Zolkiew, Husiatyn und Tarnopol. Daselbst II 360 ff.: Emanuel Riisgelbltim, Juden in Warschau bis zum Jahre 1527 (Einverleibung Masoviens der Krone Polen). Die Quellen für die Geschichte der Juden in Masovien sind gering. Es ist bisher eine terra inarata. R. will im Gegensatz zu seinen Vorgängern kritisch verfahren. Er fußt größtenteils auf archivalischen Studien. Jüdische Quellen hat er nicht benutzt, weil sie vollständig

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