Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 14)
- Language
- German
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88 Malinowski, Serach b. Natan, Esra b. Nissan (Schüler des Serach b. Natan, Mathematiker und Arzt bei Johann Kasimir Radziwil, st. 1666; nach Firkowicz, daher Vorsicht geboten), Josua b. Juda (Mathematiker) und seinen Sohn, den Arzt Abraham. 1822 wunderte sich der polnische Maler Smokowski über ihre reine und schöne polnische Aussprache aber auch über ihre Unwissenheit. Sie betrieben Leder- und Gurkenhandel sowie Siederei. Im 19ten Jahrhundert lag die Synagoge in Troki am Ende der Stadt, ein schlichter und bescheidener Bau, der noch heute besteht. 1765 erlaubte der Bischof den Bau der karäischen Synagoge in Nowemiasto, 1665 König Johann Kasimir den Wiederaufbau derjenigen in Dolhinow. Abbildungen im Februarheft 1912 von ,,Ost und West“. Die Gemeinde in Troki wurde immer kleiner. Sie wanderte nach Wilna aus, wo sie 1911 eine Synagoge baute. 1897 waren in Troki 377, Wilna 155 und in dem Rest der litauisch-wolhynischen Gemeinden 751. 1911 waren in Luzk 155 Seelen, 1857 in Poniewieä 49. 1897 unterstanden dem Trokier Chacham 1383. In Halicz lebten 1910: 160 Seelen, auf der gesamten polnischen Erde vor dem Kriege 1543. 1836 zählte man in der Krim 1437, Gouvernement Cherson 223, Wilna 402, Kaukasus 133 Seelen, in Troki 100 und im Kreise Poniewieg 50 bis 60 Familien, in PoniewieS selbst einige, jedoch in Poswole, Birzy und Solobach nicht eine einzige. Diese Mitteilungen sind auch in Balabans Abhandlung über die Karäer in Polen und hebräisch in der 1924 התקלפה erschienen. In K u k i z o w ist heute kaum ein Grabstein vom alten Friedhof vorhanden. Die Gemeinde entstand am Ende des 17. Jahn hunderts. Hier stimmen die karäischen und die archivalischen Quellen überein. Eine karäische Niederlassung bestand auch in Krasny Ostrow bei Jaryczow im Kreise Lemberg, die zu Beginn der österreichischen Herrschaft sich auf löste. Das Grüixdungs- Privileg von Kukizow, gleichfalls zu Magdeburger Recht, ist datiert von 1692 und das einzige, das wir besitzen. Johann Sobieski schenkte ihnen den Grund zum Friedhofe, ein Haus für den Woyt, befreite sie von Steuern an die Rabbaniten und gewährte freies Holz aus den Zolkiewer Wäldern. Die ersten Ansiedler waren Trokier. 1765 existierten 6 Wirtschaften, 1775: 12. Unter Sobieski lebte der gelehrte Mordechai ben Nissan, der dem Leydener Professor Trigland Auskunft über die Karäer gab. Sie ist voller Unsinn, war aber damals die einzige Quelle für die Kenntnis des Karäertums. Karl XI. und Karl XII. von Schweden interessierten sich gleichfalls für sie. Um 1822 wanderten viele nach Eupatoria aus. Kukizow verfiel. Um 1773 lebten hier 12 Familien, in Halicz 19. Sie waren reinlich, friedfertig, arbeitsam und betrieben den Ausschank, Bäckerei, Tabak- und Wachshandel. In Kukizow zahlten sie 100 polnische Gulden an den Grundherrn jährliche Besitzsteuer. Die Haliczer zahlten Kopfsteuer aber keinen Hauszins. Das Toleranzpatent Josefs II. erstreckte sich nicht auf die Karäer, die auch von den Christen unterschieden wurden.; Von der galizischen Koscherfleisch- und Sabbatlichtsteuer waren sie befreit. 1820 wohnten nur 20 Familien in Kukizow, Halicz und Tysmienica und 30 in Brzezany, Sambor und Zolkiew. Sie