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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 2 · p. Seite 77

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 2
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1926-01-01
Page
Seite 77 (sequence 3)
Language
German
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77 merkenswerten, z. B. Gegnerschaft gegen die Käuflichkeit des Rabbinats, Nachrichten über Palästinaspenden, Verbot falschen Maßes auch gegenüber Nichtjuden und dem bedeutendsten Gläubiger der Synode Josef R. Mendels (Plotzker) in Posen (S. 95, 107, 116), der seit 1624 daselbst vielfache Ehrenämter bekleidete (Posener Kscherimbuch S. 4a ff.) und an der Mischnah-Ausgabe Krakau 1642—44 beteiligt war (Monatsschrift f. Gesch. u. Wissensch. des Judent. XIV 124 f.). Der gemeinschaftlich mit ihm genannte Rabbiner in לאדמר ist sein Bruder R. Jakob Mendel,^ Rabbiner in Wladimir in Wolhynien und der erste Rabbiner in Glogau. * * * Gelber1, Aus zwei Jahrhunderten, Beiträge zur neueren Geschichte der Juden, Wien und Leipzig 1924. 17 Aufsätze hauptsächlich ostjüdischen Inhalts. ,,Die historischen Voraussetzungen der Judenfrage in Polen" kommen zu dem bedeutsamen Ergebnis: ,,Der Gedanke des politisch-nationalen Utilitarismus war stets der Hauptregulator des jüdisch-polnischen Verhältnisses und der wesentliehe Beweggrund der politisch-jüdischen Verbrüderung. In dem Moment aber, wo in Polen reale Politik betrieben wurde, triumphierte der Antisemitismus . . . Die jüdischen Massen mit ihrer wunderbaren historischen Intuition erblickten in der Emanzipation die Auflösung/' ,,Berek Joselowicz", der Kämpfer für Polens Freiheit von 1794, erscheint in neuer Beleuchtung. 1796 bietet er seine Kriegsdienste und die eines von ihm zu gründenden jüdischen Korps der österreichischen Regierung im Kampfe gegen Frankreich an, demselben Oesterreich, das zu den Teilungsmächten Polens gehörte. Sein ’Nimbus eines polnischen Patrioten verblaßt. ,,xArjeh Leib Bernstein (der galizische Landesrabbiner)" (starb 21. Tischri 1788) bringt nicht nur eine Biographie, sondern auch eine interessante Milieu-Darstellung und Berichte über Brody als Handelsempöre. Der Verfasser charakterisiert: ,,Der Oberlandesrabbiner, dessen ganzes Wesen keinem Typus eines Gelehrten oder Rabbiners, sondern dem eines unternehmungssüchtigen Weltkaufmanns gleicht, dem es gelungen ist, späterhin beinahe die ganze Brodyer Handelsbörse in seiner Hand zu konzentrieren . . . Bernstein selbst war es weniger bloß um die Würde gelegen, es leitete, ihn vielmehr das Motiv, kraft dieses Amtes, das ihm beinahe unumschränkte Machtbefugnisse über die galizische Judenheit erteilte, eine stärkere Einflußsphäre zu erlangen, und auf diesem Wege zu einem größeren Reichtum zu gelangen. . . . Als Steuerpächter unterdrückte er die (jüdischen) Volksmassen." Die Deduktion kommt ,,aus dem Studium des gegebenen Aktenmaterials". Manche Einzelheit hält der Kritik nicht stand, so Seite 18 Anm. 6 ,,Bernsteins Frau wurde von (R. Jecheskel) Landau des Ehebruchs beschuldigt". Als Quelle wird Kamelhaar, מונות הדוד, (Munkacz 1903), S. 3b und 4a angegeben. Des letzteren Bericht stützt sich auf eine ״מסורה״, die aber sehr anfechtbar ist; im אמונת צדיקים kommt sie in etwas anderer 1 Da diese Besprechung die vor längerer Zeit eingegangene des Herrn Dr. Baron (s.u. S. 134 f.) ergänzt, glauben wir sie zum Abdruck bringen zu ׳dürfen. Die Schriftleitung.

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