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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 7 · p. Seite 440

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 7
Article
Der hundertjährige Kampf um die Judenemanzipation in Rumänien (1825-1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 440 (sequence 15)
Language
German
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440 und ihr Herz vergiftet hat. Wo war der Justizminister während der drei Jahre, als die Unruhen sich wiederholten, Buchdruckereien verwüstet, Scheiben eingeschlagen, Synagogen profaniert und friedliehe Bürger geschlagen wurden? Wurde bis jetzt eine ernste Maßnähme getroffen, wurde irgend ein moralischer Urheber dieser in einem zivilisierten Lande unerhörten Greueltaten bestraft? Und wie wollen sie nun verhindern, daß bei der reaktionären und nachlässigen Haltung der Regierung sich Ereignisse wie in Focsani nicht wiederholen? Focsani ist nicht ein einzelner Fall, sondern nur ein Glied in der langen Kette der unglücklichen Ereignisse der letzten Jahre. Es wäre lächerlich, zu glauben, daß die Regierung keine Kenntnis hatte von der wüsten Agitation, welche von den Hakenkreuzlern in der Stadt und im Bezirk Focsani längere Zeit hindurch getrieben wurde. Es wäre lächerlich, zu glauben, daß die Polizei und die Militärorgane, welche zur Zeit des Prozesses in Focsani anwesend waren, nicht die Ordnung hätten herstellen können. Die Polizeiorgane und die vier Regimenter in Focsani konnten jedoch nichts tun, sie kamen immer zu spät. Wir sind sicher und davon überzeugt, daß die ganze rumänische Demokratie unsere Meinung in dieser Angelegenheit teilt. In diesem schweren Augenblick des Leidens erwarten wir brüderliche Hilfe von der rumänischen Demokratie, mit der wir Zusammenleben und mit der wir für das allgemeine Wohl arbeiten wollen/' Der inzwischen verstorbene jüdische Senator Sanilievici überreichte am 26. März dem Innenminister folgende Interpellation: ,,1. Ob es diesem bekannt ist, daß am 17. März 1925, als der Mordprozeß des Zelea Codreanu in Focsani zur Verhandlung gelangen sollte, diese Stadt von־ einer großen Menge von Studenten und aller Art Leuten, welche im Trüben fischen wollten, überschwemmt wurde, mit der Absicht, am Tage des Prozesses eine wahre Hetze gegen die friedliebende jüdische Bevölkerung von Focsani zu inszenieren? 2. Ob es dem Minister bekannt ist, daß diese Menge von Studenten, unterstützt von einer Bande von Einbrechern, auf den Straßen und in den Lokalen das Verbrechen verteidigt haben, und daß es ihnen gelungen ist, vor den Augen der militärischen und polizeiliehen Wache die zahlreichen Geschäfte der jüdischen Kaufleute zu zerstören, ihr Vermögen zu vernichten oder es auf die Straße zu werfen. 3. Ob es ihm bekannt sei, daß es dieser Bande gelungen ist — was noch schwerer ist — in die heiligen Räume der Juden einzudringen und die Hetze in einen wahren Pogrom zu verwandeln? 4. Ob es ihm bekannt ist, daß alle diese Taten eines wahren Vandalismus sich vor den Augen der lokalen Behörde und der Armee abgespielt haben, ohne daß die Bösewichte in ihrem wüsten Vernichtungswerke von jemandem gehindert wurden? 5. Ob er nicht glaubt, daß in dieser schmerzlichen Angelegenheit der Verwüstungen von Focsani, wo die arme jüdische Bevölkerung Momente wahrhaften Schreckens durchgemacht hat, die Abgäbe einer Erklärung notwendig ist, daß beim künftigen Termine

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