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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 7 · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 7
Article
Die neueste Mischnaliteratur
Date
1925-01-01
Page
Seite 420 (sequence 20)
Language
German
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420 Abschnitt hätte aber nicht mit dieser beginnen können, der dann die Diskussion folgen sollte, weil wir nicht gewußt hätten, worauf die Diskussion sich beziehe, da von der Kontroverse noch nicht die Rede wäre. Auf meine Frage aber, daß nach dieser Erklärung zuerst die alte Mi. dann die Kontroverse und dann erst die Diskussion hätten aufgeführt werden sollen, erwidert K., dies ginge nicht an, weil doch Bet H. in der Diskussion den Ausdruck בזה gebrauchte, der nur auf eine kurz vorher erwähnte Halaka hinweisen könne. K. glaubt also, daß Bet Sch. und Bet H. in der Schule bei ihrem Streit in bezug auf הקדש טצ1ת von der Halaka beim Nazir ausgingen und daß Bet H. tatsächlich den Ausdruck בזה gebrauchte. Ist es nötig zu sagen, daß die Halaka vom Nazir erst von Bet H. in die Diskussion hineingezogen wurde und daß sie in der Schule die Halaka vollständig ausdrückten אי אתם מודים במי שנדר usw. ähnlich wie es Bet Sch. später mit ihrem Beweis macht? Erst in unserer Mischna, wo die Halaka schon herausgehoben und an der Spitze steht, wurde auf sie kurz mit בזה hingewiesen1. Wenn ich aber aus Tosefta Nazir III, 19, wo es in bezug auf die Halaka beim Nazir heißt: אלו ואלו מודים, folgere, daß dies keine alte Halaka sei, so versieht K. diesen Beweis mit einem ,,so“! Ich verstand zuerst dieses Ausrufungszeichen nicht. Dann aber fand ich, daß K. im vorhergehenden Absatz ,,nur so nebenbei“ bemerkte: Auch wo es מודים oder ושוין steht, so bedeutet dies — ich will wörtlich zitieren — שמודים בהלכה ישנה. Auf diesen originellen Einfall ist auch Hak, den K. damit verteidigen will, nicht gekommen, vgl. Ie S.849. So wird zuerst das Grade krumm gemacht und dann auf den, der so naiv ist, gerade zu denken, mit den Fingern gezeigt! Es soll noch bemerkt werden, daß ebenso die Frage unberechtigt ist, wozu die Mi. den Teil נשאל לחכם ואפרו, der nicht aus der Diskussion zu folgern ist, hier aufführt, da doch dies die Art der Mi. ist, dort, wo über eine Halaka gehandelt wird, alle Möglichkeiten zu besprechen und nicht z. B. an der einen Stelle nur den Fall von נשאל לחכם והתירו zu behandeln 'und an einer andern nochmals die Hai. aufzugreifen und von נשאל ♦ ♦ ואסרו zu handeln2. c) Jeder geradedenkende Mensch weiß, daß ein Text, der als Beweis für irgend eine Annahme herangezogen wird, so beschaffen sein muß, daß aus ihm, wie er uns vorliegt, und ohne jede Korrektur der Beweis erbracht werden kann. K. aber denkt anders. Wenn ich erkläre (S. 93), daß der uns vorliegende Text der Mi. Para III, 5 nicht für die Annahme spricht, daß diese Mi. zur Zeit des Agrippa redigiert wurde, so erwidert K. (S. 98) gelassen: Sehr richtig, aber 1 Wäre sie aber in der Mi. noch vor der Kontroverse gestanden, so würde es natürlich בנדר statt .בזד heißen. Aehnlich weiß K. auf der nächsten Seite nicht, daß der Ausdruck דסתסא דסתכיתן in dem von mir S. 105 aus Raschi Zebachim 83a angeführten Zitat nicht auf eine סתם Mischna des R. Gamliel und R. Josua hin weist, sondern auf die uns vorliegende Mischna. 2 Dies gegen ,, Jeschurun“ 1924, S. 259, wo mein Beweis aus Tosefta mit Stillschweigen übergangen ist. Aus der Tos. ist auch zu ersehen, daß der Halaka נשאל לחכם יאסרו nicht von allen zugestimmt wird, daß sie vielmehr von Bet Sch. bestritten wird.

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