Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 7 · p. Seite 419

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 7
Article
Die neueste Mischnaliteratur
Date
1925-01-01
Page
Seite 419 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829927-2829934-2833017--46558-2833066
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

419 zählungen und Berichte aus früher Zeit herrühren, wobei naturgemäß einige alte Termini und sonstige Archaismen auf bewahrt sind1. Das hat aber mit einer Redaktion von Mischnajot gar nichts zu tun. Uebrigens sind derartige Beweise mehr Sache der ,,Empfindung“. Wer die Empfindung hat, daß solche Erwägungen als ״feststehende, nicht zu widerlegende Beweise“ anzusehen sind, dem kann sie und soll sie nicht geraubt werden. Ich habe diese Empfindung nicht. Ich wende mich nun wieder K. zu. Zur Mi. Sanhedrin V, 2 . ♦ ♦ מעשה ובדק בן וכאי (wo nach Babli das. 41 a der nachmalige R. Jochanan b. Zakkai gemeint ist, und zwar zur Zeit, als er noch Schüler war und den Titel Rabban nicht führte) brauche ich nur kurz gegen K. (S. 100) meine Erklärung (S. 94) zu wiederholen, daß nach Babli nur überliefert war, was R. Jochanan b. Z. als Schüler und unter dem Namen Ben Zakkai bekannt, getan hatte und in der Mi. dieser Umstand durch den Namen 1כאי p (und nicht R. Jochanan b. Z.) .festgehalten wurde. Was eine solche von einem Großen aus seiner Jugendzeit überlieferte Geschichte mit einem festgesetzten Wortlaut einer Mischna zu tun hat, ist nicht leicht einzusehen. Da aber mehrfach viel Aufhebens von dieser Mischna gemacht wird, so möchte ich hier noch das, was ich schon in der Note das. angedeutet habe (vgl. auch S. 160), näher erklären, daß nämlich nicht allzugroßer Nachdruck auf obige Erklärung des Babli zu legen ist, da dieselbe Geschichte schon im apokryphischen Susannabuch erzählt wird. Es handelt sich wahrscheinlich um eine alte Sage, die in die Mischna auf genommen wurde. — In der Behandlung der Mi. Nazir V, 1—3 überbietet sich wohl K. selbst, weshalb diese hier besprochen werden soll, obwohl sie für unsere Frage nur von untergeordneter Bedeutung ist. Da wird zunächst eine Kontroverse zwischen Bet Schammai und Bet Hillel aufgeführt, ob הקדש מעלת gültig ist. Dann folgt eine Halaka über Nazir und eine Diskussion mit folgendem Wortlaut : מי שנדר בנזיר ונשאל לחכם ואסרו מונה משעה שנדר נשאל לחכם והתירו היתה לו בהמה מופרשת תצא ותרעה בעדר אמרו ב״ה לב״ש אי אתם מ־דים בוה שהוא הקדש טעות שתצא ותרעה בעדר. Nach meiner Erklärung (S. 103) wurde die ganze Mi. in Nazir untergebracht, obwohl sie inhaltlich hier nicht am Platze ist, weil aus der Diskussion zwischen Bet Sch. und Bet H. die Plalaka über den Nazir (מיי שנדד) abgeleitet wurde. K. fragt nun (S. 101) allen Ernstes, die Kontroverse zwischen Bet. Sch. und Bet. H. hätte dann nicht gebracht werden müssen, da doch aus ihr nichts für die Halaka beim Nazir abzuleiten sei, d. h. mit anderen Worten, die Mischna hätte die bloße Diskussion zwischen Bet Sch. und Bet H. anführen sollen, ohne aber vorher anzugeben, worauf die Diskussion sich beziehe! Hingegen weiß er selbst einige Zeilen weiter nach Halevy zu erklären, der Satz מי שנדר sei eine alte Mischna, der 1 Dies ist auch sonst in der Mi. — gegen E. S. 16 — der Fall. Ich greife aus meiner Zusammenstellung S. 62—78, nur einiges heraus, so ידע (Jebamot VIII, 1, X, 9) statt ניד,;בעל (Ketubbot XIII, 10) statt .קרש;דירד (Schabbat XI, 2, XII, 3) statt דף und עת ש* .;כסר (Orla I, 2) statt ..בזמן ש u. v. a. 27*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.