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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 7 · p. Seite 412

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 7
Article
Die neueste Mischnaliteratur
Date
1925-01-01
Page
Seite 412 (sequence 12)
Language
German
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412 sammenhange belassen. Ueber X 4b und 5c vgl. unsere Untersuchungen S. 137 Wenn sich auch in der Arbeit Windfuhrs schiefe Auffassungen und Mißverständnisse finden1, so kann doch im allgemeinen gesagt werden, daß diese Arbeit tatsächlich geeignet ist, christliche Studierende in die Mischna einzuführen. In den Fußstapfen der Gießner wandelt Z. Karl, Verf. eines neuen hebräischen Kommentars zum Mischnatraktat Pesachim2. Im Vorwort erklärt Verf., daß der Hauptzweck seines Kommentars darin bestehe, die Mischna ihrem Wortlaute nach, ohne Rücksicht auf die Ueberlieferung, zu erklären. Zwar hätten bereits Nichtjuden dies zu tun versucht, es sei aber notwendig, daß eine solche Arbeit gerade von jüdischer Seite unternommen werde usw. Dies ist sehr schön und löblich, nur dürfen nicht gerade Nichtjuden bei diesem Unternehmen den Juden in der Weise als Vorbild dienen, daß sie ihnen kritiklos auf Schritt und Tritt folgen. Verf. schickt seinem Kommentar eine Einleitung voraus, die die Geschichte des Pessachfestes behandelt. Das Pessachfest wird hier im Lichte der Bibelkritik dargestellt, wobei die radikalsten Hypothesen als die größten Selbstverständlichkeiten hingestellt werden. Um nur ein Beispiel anzuführen. ,,Daß Mazza und Maror in einer alten Sitte ihren Ursprung haben und mit dem Auszug aus Aegypten nicht in Zusammenhang zu bringen sind, ist über jeden Zweifel erhaben“ (S. XII). Was diese Bibelkritik mit einer Einleitung zum Mischnatraktat Pesachim zu tun hat, ist nicht leicht einzusehen. Sie erklärt sich wahrscheinlich daraus, daß Beer in der Gießner Mischnaausgabe eine solche Geschichte des Pessachfestes seinem Kommentar vorausschickt, dem Verf. in vielfacher Hinsicht folgt. Für einen christlichen Theologen ist sicherlich die Geschichte des Pessachfestes sehr wichtig, vielleicht wichtiger als der Traktat Pesachim selbst, der nur zu dem Zwecke studiert wird, um aus ihm das für diese Geschichte nötige Material holen zu können. Bei einem Juden aber, der einen Kommentar zur Mischna schreibt, die die Bibel als Ganzes voraussetzt, mutet eine solche Einleitung — gelinde ausgedrückt — höchst sonderbar an. Wie in der Einleitung ist auch im Kommentar Beer für Verf. höchste Autorität. Verf. besitzt nicht die geringsten philologischen Kenntnisse, die für die Erreichung des von ihm gesteckten Zieles erforderlich sind. Von den Wörterbüchern kennt er nur den האוצר von Finn und Aruk compl. von Kohut. Aber auch diese 1 Hierfür nur einige Beispiele. R. Jehuda in II, 1 hat mit das. Mi. 2 nichts zu tun, vielmehr pflichtet auch R. Meir dieser Mi. bei. In III, 1 bedeutet שלם ולא רצה לשבע nicht, er zahlt den ״doppelten“, sondern den einfachen Wert. III 3 vergißt R. Jose, der dem Betrüger Schaden zufügen will, nicht ״daß durch seinen Vorschlag der ehrliche Mann vollends um das Seine gebracht wird“, sondern er geht von der berechtigten Annahme aus, daß der Betrüger, wenn er einsehen wird, daß der Schwindel ihm nicht nur keinen Nutzen, sondern auch Schaden bringt, die Wahrheit eingestehen wird, damit er sein Geld erhält. Auch die Dämonen dürfen in dieser Arbeit nicht fehlen. Verf. kennt ihre Stätte und verwertet diese Kenntnis zur Erklärung von II, 3, eine Erklärung, die dem Talmud und den jüdischen Kommentatoren nicht bekannt ist. 2 110) בשניות פסחים עם באור ה־־יש סאת צבי סארל הוצאת •סנונית״ לבוב תרפיה u. LXXII, 8°).

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