Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die neueste Mischnaliteratur
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 3)
- Language
- German
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403 Ch. Wb. I, 71 noch ״Maulwurf' mit Fleischer, das. 419 c und Levy NhWb. II 53 zu verstehen, sondern ebenfalls ,,Blindmaus", wie auch die Araber mit beide, Maulwurf und Blindmaus benennen, weil sie die beiden wegen ihrer großen Aehnlichkeit kaum unterscheiden können1, vgl. Palästina und Syrien von Auhagen in der hebr. Bearbeitung von Saphir S. 41. So hat auch Jeruschalmi die Blindmaus mit dem volkstümlichen Sprachgebrauch bezeichnet, um das אשות der Mischna, das außer Gebrauch war, zu erklären. Bemerkt sei noch, daß von Babli z. St. unser Wort dem bibl. אשת, Ps 589 gleichgesetzt wird, vgl. auch Jer. a. a. O. Ebenso übersetzt Tg. dies mit אשותא, sodaß es darunter wie der Talmud ,,Blindmaus" versteht. Zur Mischna Moed Katan 1, 5: ב!לקמ אדם עצמות אביו ואנזו מפני* ששמחה דדא לוי bemerkt Verf. (S. 464, Note 30) nach Jeruschalmi z. St.: ,,Die Leichen wurden zunächst nur vorläufig beigesetzt; erst wenn alles Fleisch verwest war, wurden die Gebeine gesammelt und zur ewigen Ruhe in Särgen aus Zedernholz gebettet". Diese Jeruschalmistelle wird auch öfter von den Archäologen verwertet. Ref. glaubt sich erinnern zu können, bereits vor mehreren Jahren dem Herrn Verf. mündlich bemerkt zu haben, daß diese Stelle hier wörtlich aus Jeruschalmi Sanhedrin VI, 23 d herübergenommen ist. In Sanhedrin handelt es sich aber nicht um gewöhnliehe Leichen, sondern um die Gebeine der vom Gerichtshof zum Tode Verurteilten (הלוני בית דין), von denen in der Mischna Sanhedrin VI, 5—6 gesagt wird, daß sie nach der Hinrichtung nicht gleich in den Grabstätten ihrer Väter begraben wurden, sondern erst nachdem das Fleisch verwest war, die Gebeine gesammelt und dort beigesetzt wurden. Als nähere Erklärung zu dieser Mischna wird im Jerusch, berichtet, daß die Leichen zuerst in Gruben (מהמורות) beerdigt wurden und später in Särgen (אדרם) bestattet. Danach erklärt sich, warum Jerusch, die ersten Grabstätten מהמורות nennt, ein Ausdruck, der in Psalm 140n nur von Frevlern gebraucht wird. In Moed Katan ist die Stelle nur aus Sanhedrin übertragen, eine Erscheinung, der wir in Jeruschalmi mehrfach begegnen. Möglich ist es auch, daß Jerusch, das מפני ששמחה היא לו der Mischna auf den Fall von הרוגי בית דין bezieht, so daß der Sinn klarer wäre, da es für die Hinterbliebenen wirklich eine Freude bedeuten müßte, eine Handlung am Feste zu begehen, wodurch bekundet wird, daß die Sünden der Eltern bereits verbüßt sind. Von der Gießner Mischnaausgabe liegen nun weitere zwei Traktate vor: Schabbat von Dr. W. Nowack2 unT Baba Mezia 1 Auch ihn Ganac-h v. חלד und Kohut, Aruk compl. I 328 und III 396 teilen den Irrtum der Araber, ebenso B. A. und B. B. bei P. Smith, Thesaurus Svriacus 1276 v. חולדא. Saphir a. a. O. übersetzt richtig Blindmaus mit ״ .אשות . 2 Die Mischna... Schabbat (Sabbat) Text, Uebersetzung und Erklärung nebst einem textkritischen Anhang von D. Dr. Wilhelm Nowack früher ord. Prof. a. d. Univ. Straßburg, 1924, Verlag Töpelmann, Gießen, VII u. 152 S., Preis geh. 9 Mk. 26*