Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 6)
- Language
- German
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392 handelt; Parallelismen können \1m ge tauscht werden. Auch die textlich abweichenden Parallelismen ersetzen sich sachlich vollständig, nur stilistisch würde sich ihr Umtausch bemerkbar machen. Ter 26 könnte ganz gut lauten: *ה הכלל כל שהוא כלאים בחברו לא יחרום מזה על זה ♦ ♦ ♦ הקישות והמלפפין אינם כלאים זה בזה׳ ר׳ יהודה אומר כלאים. Ebenso könnte sachlich Kil 12 die in Ter gegebene Fassung aufnehmen. Hingegen sind Analogismen wie z. B; Kil 9! und Neg 112 nicht umtauschbar, weil es sich hier in der Tat um ganz verschiedene Vorschriften handelt, die bloß infolge der zufälligen Objektsgemeinschaft (bei כלאים sowohl wie bei נגעים nennt der Bibeltext צמר und פשתים) eine stilistisch kongruente Fassung erhielt. Daß die eine׳ die primäre und die andere die nachgebildete Fassung ist, läßt sich nicht bezweifeln, aber aus dieser Tatsache läßt sich nichts Chronologisches abgewinnen,, weil inhaltlich beide Sätze grundverschieden und primär sind. Zwei verschiedene׳ Bibelabschnitte bilden die Grundlage. Daß sie beide צמר und פשתים zum Objekt haben, ist Zufall. Es;st daher hinsichtlich des Ursprungs kein Grund vorhanden, die eine Mischna als primär, die andere als deriviert oder entlehnt anzusprechen. Es kann hier bloß in unbestimmter Weise von einer stilistischen Nachbildung die Rede sein, wir wissen aber nicht welcher Lehrsatz früher, welcher später verfaßt wurde. Dies gilt im allgemeinen auch von den übrigen Analogismen, sofern sie ein gemeinschaftliches Prinzip und einen Ursprung gleichen Grades haben- Anders steht es freilich mit Analogismen wie Para 5S und Jad 12 (S. S) deren Ursprünge so ganz verschieden sind. Der erste und zweite Abschnitt enthält eine interessante Zusammen- Stellung von Parallelismen, die A. mit wertvollen Erklärungen begleitet. Er spricht von ״verschiedenen Schulen“, erteilt uns aber keinen Aufschluß darüber, worin die Merkmale der Verschiedenheit bestehen. Ein Teil der Parallelismen stellt geradezu Identitäten dar, und es ist schwer anzunehmen,, das Schulen, die in dem Sinne verschieden sind, daß sie ihre Mischna, d. h. ihren Lehrstoff, selbständig ausbauen, ihre einschlägigen Lehrsätze so formulieren, daß sie nicht nur ähnlich sondern ganz identisch sind. Identische Sätze haben entschieden einen Verfasser. Wenn sie indes infolge ihrer inhaltlichen Zugehörigkeit zu verschiedenen Traktaten wiederholte Zitation finden, so haben wir es mit Kopierarbeit zu tun, und die Probleme, die hier auf tauchen, wie z. B. neue Fügungen und Auslassungen, sind redaktioneller Natur. Im dritten Kapitel ist das Material zu sehr zusammengedrängt. Würde ihm A. dieselbe Vertiefung gewidmet haben wie den andern Kapiteln, so* hätte sich daraus ein wertvoller lexikographischer Beitrag auch zum Sprachgebrauch der Mischna ergeben. Die Verschiedenheit der Ausdrücke ist kein untrügliches Zeichen für die Verschiedenheit der Schulen. Der Gebrauch, synonymer Ausdrücke findet auch in der Mischna vielfach in begrifflichen Verschiedenheiten seine Erklärung. Einige Beispiele dürften genügen. אבוב und חליל sind Synonyme, die schon deshalb nicht auf eine Verschiedenheit von Schulen zurückzuführen sind, weil die einzige Mischna in. der אבוב gebraucht wird, Arak 23 auch von חליל spricht. Es kann für diese Frage gleichgültig sein, ob wir die Erklärung des Talmud ־היינו חליל היינו אבוב oder die Maimonides, אבוב הוא קנה של חליל in Betracht ziehen. Die Tatsache, daß die einzige Mischna, die אבוב gebraucht, ihn bloß als Ergänzung zu חליל benutzt, zeigt zur Genüge, daß man es hier nicht mit einem Quellenmerkmal zu tun hat.